Die bekannte Spielwarenkette ROFU Kinderland hat beim Amtsgericht Idar-Oberstein einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen mit Sitz im Hunsrück reagiert damit auf eine wirtschaftlich schwierige Phase, die durch hohe Kosten und eine deutliche Kaufzurückhaltung der Kunden geprägt ist. Von dem Verfahren sind bundesweit mehr als 100 Filialen sowie rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen.
Ursachen für die finanzielle Schieflage
Als Hauptgründe für den Gang zum Insolvenzgericht nennt die Geschäftsführung von ROFU Kinderland ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft sowie die allgemein gestiegenen Betriebskosten. Die anhaltende Konsumflaute habe die Umsätze zuletzt massiv unter Druck gesetzt. Um die Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen und das Unternehmen langfristig zu stabilisieren, wurde die Sanierung in Eigenverwaltung gewählt, bei der die bisherige Geschäftsführung unter Aufsicht eines Sachwalters die Zügel in der Hand behält.
Betrieb in Filialen und Online-Shop geht weiter
Für die Kunden gibt es vorerst Entwarnung: Sowohl die stationären Ladengeschäfte in den sieben betroffenen Bundesländern als auch der Online-Shop bleiben während des Verfahrens geöffnet. Auch die Standorte in der Region Trier – darunter Bitburg, Wittlich und Birkenfeld – setzen den Verkauf uneingeschränkt fort. Ziel des Verfahrens ist es, ROFU wirtschaftlich neu aufzustellen, ohne den Kontakt zum Endkunden zu verlieren.
Absicherung der 2.000 Beschäftigten
Die Nachricht traf die rund 2.000 Angestellten vom ROFU Kinderland kurz nach dem Jahreswechsel. Die Unternehmensleitung betonte jedoch, dass die Löhne und Gehälter für die Dauer des Insolvenzverfahrens über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert sind. Parallel zur operativen Stabilisierung sucht das Management nun gezielt nach Investoren, um frisches Kapital für die Zukunftssicherung der Spielwarenkette zu gewinnen.
Ausblick auf den Sanierungsprozess
Wie viele der über 100 Standorte mittelfristig erhalten bleiben können, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Die Sanierung soll laut Unternehmen zügig umgesetzt werden, um ROFU fit für den wettbewerbsintensiven Spielwarenmarkt zu machen. Experten beobachten den Prozess genau, da ROFU Kinderland als einer der größten Fachhändler im süd- und westdeutschen Raum eine bedeutende Rolle für die regionale Nahversorgung mit Spielwaren einnimmt




