BYC-NewsÜberregionalRobert Marc Lehmann von erneuter Buckelwal-Rettung ausgeschlossen

Robert Marc Lehmann von erneuter Buckelwal-Rettung ausgeschlossen

„Es kotzt mich an“ – Bekannter Tierschützer kritisiert Vorgehen nach erneuter Strandung in der Wismarer Bucht.

Die Rettung des in der Ostsee verirrten Buckelwals sorgt für massive Spannungen unter Experten. Der bekannte Meeresbiologe Robert Marc Lehmann hat die Verantwortlichen der aktuellen Rettungsaktion für den Buckelwal in der Ostsee immens kritisiert. In einer emotionalen Botschaft auf Instagram griff der Forscher insbesondere das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAF) der Tierärztlichen Hochschule Hannover scharf an. Zuvor war er von der erneuten Rettung des Wales ausgeschlossen worden.

Dramatische Odyssee zwischen Timmendorf und Wismar

Das Tier hält die Helfer bereits seit Tagen in Atem. Zunächst saß der Buckelwal in der Ostsee vor dem Timmendorfer Strand auf einer Sandbank fest. Unter Mithilfe von Lehmann gelang es am Freitag noch, das Tier zu befreien. Die Erleichterung währte jedoch nur kurz: Bereits am Samstag strandete der Wal erneut, dieses Mal in der Wismarer Bucht. Zwar kam der Meeressäuger dort wieder frei, bewegte sich jedoch lediglich 800 Meter weiter, bevor er erneut festsaß.

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Robert Marc Lehmann von Rettung ausgeschlossen

Besonders bitter für den Biologen: An der jüngsten Aktion vor Wismar durfte er nicht mehr teilnehmen. Lehmann betonte, dass sein ursprünglicher Plan, das Tier vom Strand fernzuhalten, zunächst funktioniert habe. Er sei spontan auf ein Boot gestiegen und habe den Wal erfolgreich geleitet. Dennoch folgte kurz darauf das Aus für ihn. „Ich bin nicht freiwillig wieder nach Hause gegangen“, betonte er sichtlich bewegt.

Der Forscher sieht seine düsteren Prognosen nun bestätigt. „Ich hatte euch ja alle darauf eingestimmt, dass das genauso laufen wird und es ist ja genauso gekommen, wie ich gesagt hab. Ich hasse es, wenn ich recht hab. Es kotzt mich auch an.“

Kritik an Stressfaktoren für den Buckelwal in der Ostsee

Lehmann warnt eindringlich davor, den Wal unter zu großen Druck zu setzen. Seiner Meinung nach werde das Tier bei den aktuellen Versuchen zu sehr gestresst. Die eigentliche Arbeit beginne erst, wenn der Wal frei schwimme. „Es ist extrem wichtig, dass man ihn dabei nicht stresst oder pusht.“

Eigentlich war das Team um den Forscher auf einen Marathon-Einsatz eingestellt, um den Buckelwal in der Ostsee sicher in tiefere Gewässer zu begleiten. „Mein Team und ich waren vorbereitet auf eine wochenlange Mission. Ich hätte den auch bis in den Atlantik geguidet“, so Lehmann über sein Engagement für den Meeressäuger. Während die Behörden das Vorgehen verteidigen, bleibt die Zukunft des Tieres ungewiss.

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