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Rheinland-Pfalz setzt auf starke Impulse für Freiwillige Feuerwehren

Innenminister Michael Ebling präsentiert wegweisende Studienergebnisse. Trotz hoher Motivation der Einsatzkräfte zeigen sich deutliche Baustellen bei Ausrüstung und Nachwuchs.

Freiwillige Feuerwehr RLP – Die rheinland-pfälzischen Feuerwehrleute brennen für ihr Ehrenamt – das beweist die aktuelle „Ehrenamtsstudie Feuerwehr“ eindrucksvoll. Über 12.500 Aktive nahmen an der Online-Befragung teil. Mit einer Quote von rund 22 Prozent übertraf die Resonanz alle Erwartungen. Innenminister Michael Ebling lobte dieses Engagement bei der Vorstellung der Ergebnisse ausdrücklich. Die hohe Beteiligung liefere eine authentische und fundierte Datenbasis, um das Rettungswesen im Land zukunftssicher aufzustellen.

Freiwillige Feuerwehr: Junge Generation bereit für mehr Verantwortung

Die Studie zeichnet ein optimistisches Bild der Motivation: Rund 80 Prozent der Befragten möchten ihr Engagement im gewohnten Umfang fortführen. Besonders die jungen Brandschützer zwischen 16 und 29 Jahren stechen hervor. Über die Hälfte dieser Altersgruppe plant sogar, den persönlichen Einsatz auszuweiten, während zwei Drittel bereit sind, künftig mehr Verantwortung zu übernehmen. Dieser Befund stärkt den Rücken für die kommenden Jahre, in denen der Generationswechsel in vielen Wehren ansteht.

Kritik an Kleidung und Gerätehäusern

Trotz der hohen Identifikation benennt die Untersuchung auch kritische Punkte. Viele Feuerwehrangehörige blicken skeptisch auf die künftige Mitgliederwerbung. Zudem bemängeln die Befragten den aktuellen Zustand der persönlichen Schutzausrüstung sowie sanierungsbedürftige Feuerwehrgerätehäuser. Auch die Flexibilität in der Grundausbildung steht auf dem Prüfstand. Um das Ehrenamt attraktiv zu halten, fordern die Einsatzkräfte hier spürbare Verbesserungen von Land und Kommunen.

Frauen im Fokus der Nachwuchsarbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr

Ein zentrales Handlungsfeld bleibt der Frauenanteil, der derzeit lediglich bei zehn Prozent liegt. Da über die Hälfte der aktiven Feuerwehrfrauen unter 30 Jahre alt ist, sieht Minister Ebling hier großes Potenzial. Die Studie empfiehlt, gezielte Vorbilder zu schaffen und den Zugang zu Führungspositionen für Frauen zu erleichtern. Nur durch eine moderne und inklusive Kultur könne man langfristig genügend Personal binden.

Forum „Ehrenamt Feuerwehr“ startet Umsetzung

Damit die Ergebnisse nicht in der Schublade verschwinden, gründen die Beteiligten das neue „Forum Ehrenamt Feuerwehr“. Dieses Gremium soll die insgesamt zehn Handlungsempfehlungen der Studie prüfen und priorisieren. Erste Maßnahmen wie der Ausbau der Bambini-Feuerwehren und eine bessere finanzielle Anerkennung des Dienstes befinden sich bereits in der Planung. Das Ziel bleibt klar: Die rund 56.400 Feuerwehrkräfte im Land benötigen faire Rahmenbedingungen für ihren unverzichtbaren Dienst an der Gesellschaft.

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