Dieses gemeinsame Statement zur Frage „Wie geht es weiter mit der Schullandschaft in Mainz-Bingen?“ geben Nina Klinkel, Mitglied des Landtags Rheinland-Pfalz, und Sebastian Hamann, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion Mainz-Bingen, ab. Vor dem Hintergrund hoher Anmelde- und Ablehnungszahlen, insbesondere an den Integrierten Gesamtschulen, sowie der anhaltenden Belastung der Gymnasien sehen sie dringenden Handlungsbedarf, um die Schullandschaft im Landkreis zukunftsfähig und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.
„Wenn man danach fragt, was die Gymnasien entlastet, dann ist die systemische Antwort: ein Gymnasium. Das war uns nicht neu. Eine IGS ist aber keine „Auffangschule“ für Gymnasien. Es ist nicht ihre primäre Aufgabe, die Gymnasien zu entlasten.
Mit über 3.100 Unterschriften im Landkreis machen die Bürgerinnen und Bürger in zwei Petitionen klar, was sie sich wünschen:
mehr IGS-Plätze. Dass diese nötig sind, zeigen die hohen Ablehnungszahlen. Wir stehen an der Seite der Eltern, die sich für ihre Kinder ein durchlässiges System wünschen, das durch spätere Entscheidungen bei Abschlüssen Raum für Flexibilität und Entwicklung gibt.
Wir stehen ebenso für eine Entlastung der bestehenden großen Gymnasien und glauben, dass hier eine gezielte Schülerstromlenkung, die die Schulentwicklungsplanung nicht im Blick hat, auch helfen kann. Das bedeutet für uns nach wie vor nicht „Grenzen zu“, sondern eine sinnige Lenkung von Schülerinnen und Schülern sowie Konzepte zur Entlastung der Gymnasien, die sich nicht an reinen Raumbemessungen orientieren.
Für uns hat sich nichts geändert. Wir möchten daher auch beides beim Land beantragen. Nach Rückfrage im Bildungsministerium wurde erläutert, dass dies auch möglich sei, ohne die Verzögerung eines Antrags zu riskieren. Ebenfalls auf Rückfrage wurde uns erläutert, dass wir nach jetzigem Stand auch Anspruch auf Landesförderung für den Schulbau hätten. Das sind gute Signale.
Bis zu einer Genehmigung hat der Landkreis dann Zeit, sich auf verschiedene Szenarien einzustellen
Sollten beide Schulen basierend auf guten Konzepten genehmigt werden, sind wir zukunftssicher aufgestellt. Sollte nur eine IGS genehmigt werden, braucht der Kreis Konzepte und Lenkung zur Entlastung der Gymnasien. Sollte nur ein Gymnasium genehmigt werden, braucht er eine Antwort auf den Willen der Eltern und die hohen Ablehnungszahlen an den IGS.
Der Kreis hat trotz vieler Mahnungen und Vorwarnungen das letzte Mal nur auf eine Realschule Plus in Nieder-Olm gesetzt. Als diese aus bekannten Gründen abgelehnt wurde, hatte man keinen Plan für die Schullandschaft der Zukunft im Landkreis. Auch das trug zur verschärften Situation bei, in der wir uns jetzt befinden.
Für uns ist die Beantragung zweier Schulen daher alternativlos und eine sichere Variante. Es gibt nichts zu verlieren. Ebenso bitten wir dringend um ein Expertengremium, das sich mit den oben gestellten Fragen beschäftigt. Wir wollen, dass der Landkreis wirklich wieder Bildungslandkreis wird und die Weichen für die Zukunft gestellt werden.“




