Als Reaktion auf den tragischen Verkehrsunfall auf der Rheinhessenstraße plant die Stadt Mainz die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu reduzieren. Einen vierspurigen Ausbau lehnt die Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) weiterhin ab.

Die CDU-Stadtratsfraktion Mainz und die CDU-Kreistagsfraktion Mainz-Bingen sind sich jedoch einig, dass dies der falsche Weg ist und halten weiterhin an ihrer Forderung nach einem vierspurigen Ausbau fest.

Der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion Mainz, Ludwig Holle, ist der Ansicht, dass an dem vierspurigen Ausbau der Rheinhessenstraße kein Weg vorbeiführt

„Seit vielen Jahren drängt die CDU-Stadtratsfraktion Mainz auf den Ausbau der Rheinhessenstraße“, so Holle. Passiert sei bislang aber nichts. Dabei haben Statistiken des Landesbetriebs Mobilität (LBM) belegt, dass der Verkehr bis 2030 weiter zunehmen werde und die Unfalldichte auf der Rheinhessenstraße bereits vor einigen Jahren weit über dem Durchschnitt gelegen habe. „Die Lage wird sich also tendenziell noch weiter zuspitzen, was einen Ausbau noch wichtiger macht“, erklärt Holle.

Auch der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Mainz-Bingen, Oliver Wernersbach, hält die Situation für unzumutbar, da zu den Stoßzeiten tausende Menschen im Stau stehen würden. „Eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit wird die Situation nicht verbessern“, so Wernersbach. Auch werde eine Geschwindigkeitsreduzierung als alleinige Maßnahme die Verkehrssicherheit nicht erhöhen. „Mit einem vierspurigen Ausbau hätten andere Maßnahmen, wie beispielsweise das Aufstellen einer Leitplanke, bereits erfolgen können“, erklärt Wernersbach.

„Der vierspurige Ausbau ist kein Luxus, sondern längst überfällig“

Die Ortsvorsteherin von Ebersheim, Anette Odenweller, verweist darauf, dass die Rheinhessenstraße als wichtige Verkehrsachse zwischen Mainz und Worms dringend gestärkt werden müsse. „Der vierspurige Ausbau ist kein Luxus, sondern längst überfällig“, so Odenweller. Die Stadt müsse den Blick in die Zukunft richten, anstatt ideologische Politik zu betreiben. Der Ausbau des Gewerbeparks Hechtsheim habe gezeigt, dass sich das ganze Umland entwickle. „Die Infrastruktur muss im gleichen Maße mitwachsen“, betont Odenweller. Somit sei der Ausbau der Rheinhessenstraße nachhaltig, wirtschaftlich und zukunftsorientiert. Das Argument, dass breite Straßen mehr Verkehr anlocken würden, lasse sie hingegen nicht gelten. „Solang im Umland mehr Baugebiete ausgewiesen werden, wird der Verkehr automatisch ansteigen“, so Odenweller.

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bodenheim, Dr. Robert Scheurer, kann dies bestätigen. „Sowohl Mainz als auch der Kreis Mainz-Bingen haben ein Recht, sich weiter zu entwickeln“, erklärt Dr. Scheurer. Es sei unverantwortlich, dass die Rheinhessenstraße als eine der drei wichtigen Nord-Süd-Verbindungen zwischen dem südlichen Kreis Mainz-Bingen, der Autobahn in Richtung Rhein-Main und Koblenz, ebenso wie auch nach Mainz, so lange vernachlässigt wurde. „Der ÖPNV muss im Rahmen eines vierspurigen Ausbaus zusätzlich gestärkt werden“, so Dr. Scheurer. Es müsse über eine ÖPNV-Spur, einen zentralen Omnibus-Bahnhof sowie über ein umfassendes Park & Ride-Konzept diskutiert werden. „An dieser Stelle braucht es den großen Wurf und keine Notlösung“, betont Dr. Scheurer abschließend.