Am Samstag (17. Juli 2021) gegen 14:15 Uhr befand sich eine Rettungswagenbesatzung aus Mainz im Rahmen einer Krankentransportes aus dem Ahrweiler Katastrophengebiet zum Krankenhaus Linz auf der Landstraße L251 in Linz am Rhein. Während der Fahrt fing der Rettungswagen Feuer.

Sanitäter retteten zwei Patienten das Leben

Transportiert wurden zwei demenzkranke Senioren, wovon mindestens eine nicht mehr eigenständig laufen konnte. Während der Fahrt entwickelte sich plötzlich starker Rauch im Motorraum, weshalb der Notarzt aus Mainz den Rettungswagen abbremste und anhielt. Wenige Augenblicke später begann der Rettungswagen zu brennen und Flammen schlugen aus dem Motorraum.

Geistesgegenwärtig und todesmutig begaben sich der Notarzt und die 24 Jahre alte Rettungssanitäterin ans Heck des Fahrzeugs, in welchem sich die beiden Senioren befanden. Jeder der Beiden rettete einen der Senioren aus dem Innenraum, der bereits vollständig verqualmt war. Hierbei hob die 24-Jährige die gehbehinderte Seniorin kurzerhand hoch und trug sie aus dem Fahrzeug.

Die Feuerwehr konnte das Fahrzeug nur mit Mühe löschen

Da zahlreiche Sauerstoffflaschen durch die enorme Hitze explodierten, konnte die Feuerwehr die Löscharbeiten nur unter großen Schwierigkeiten fortsetzen. Dazu sperrte die Polizei die Einsatzstelle weiträumig ab. Durch die enorme Hitzeeinwirkung verschmolz der Rettungswagen teilweise mit der Fahrbahn. Der Abschleppdienst musste daher weiteres schweres Gerät nachordern, um den Rettungswagen von der Stelle entfernen zu können. Die Landstraße musste für mehrere Stunden vollgesperrt werden.

Die Rettungssanitäterin wurde bei dem Vorfall leicht verletzt und mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Ihr Kollege bestand darauf, sie ins Krankenhaus zu begleiten und weiterhin an ihrer Seite zu bleiben. Die beiden Senioren wurden durch den Brand nicht verletzt.

Stellungnahme des DRK zu dem Einsatz

Unseren beiden Einsatzkräften geht es den Umständen entsprechend psychisch und körperlich gut und beide sind zu Hause.
Die Umstände waren aber: Einsatz im Katastrophengebiet, mit unvorstellbaren Eindrücken, dazu plötzlich Feuer in einem Rettungswagen – eigentlich einem Ort der Sicherheit, die Rettung von zwei Menschen unter Einsatz des eigenen Lebens. Dazu eine Rauchgasintoxikation – eine ernsthafte medizinische Erkrankung die unter anderem mit schmerzhaften Atembeschwerden einhergehen.
Das alles heißt in Berichten „leicht verletzt“. Wir sind wollten gerne für offensichtliche Laien die Belastung für unsere Leute klar darstellen. Wir stehen hinter unserem Team und Ihrem Handeln – für uns seid ihr absolute Helden!