BYC-NewsKreis Groß-GerauRaunheim: Magistrat äußert sich zu laufendem Ermittlungsverfahren

Raunheim: Magistrat äußert sich zu laufendem Ermittlungsverfahren

Vertrauliche Daten in sozialen Medien verbreitet – Stadt wartet seit 2023 auf Rückmeldung der Staatsanwaltschaft.

Aufgrund der aktuellen öffentlichen Diskussion sieht sich der Magistrat der Stadt Raunheim gezwungen, zu einer Strafanzeige aus dem Jahr 2023 Stellung zu beziehen. Hintergrund des Falls ist ein Akteneinsichtsausschuss, aus dessen nichtöffentlicher Sitzung sensible Informationen an die Öffentlichkeit gelangten.

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Fürsorgepflicht gegenüber Mitarbeitern der Stadt Raunheim als Grund

Im August 2023 hatte der Magistrat den Sachverhalt zur rechtlichen Prüfung an die Staatsanwaltschaft übergeben. Nach Angaben der Stadt Raunheim seien damals vertraulichste Inhalte, die dem gesetzlichen Datenschutz unterliegen – darunter explizit personenbezogene Daten von städtischen Mitarbeitenden –, in der Presse und in sozialen Medien verbreitet worden.

Der Magistrat betont, dass man als Arbeitgeber in der Pflicht gestanden habe, im Rahmen der dienstrechtlichen Fürsorgepflicht zu handeln. Da die Ausschussmitglieder einer gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht unterliegen, sei die Einschaltung der Staatsanwaltschaft unumgänglich gewesen, um die Verletzung des Datenschutzes aufzuklären.

Keine gezielten Vorwürfe gegen einzelne Personen

Ein zentraler Punkt der Stellungnahme ist die Klarstellung, dass sich die Anzeige damals bewusst nicht gegen spezifische Mitglieder des Ausschusses richtete. Da eine konkrete Zuordnung des Datenlecks zu einzelnen Personen zu diesem Zeitpunkt nicht möglich war, wurde der gesamte Vorgang zur unabhängigen Klärung eingereicht.

Dieser „Schutzgedanke“ habe im Vordergrund gestanden, um niemanden vorverurteilen, aber dennoch eine lückenlose Aufklärung zu ermöglichen.

Zweieinhalb Jahre ohne Rückmeldung

Kritik schwingt in der Mitteilung des Magistrats hinsichtlich der Dauer des Verfahrens mit. Seit der Erstattung der Anzeige im August 2023 – also vor inzwischen mehr als zweieinhalb Jahren – habe die Stadt keinerlei Rückmeldung oder Erkenntnisse zum aktuellen Stand der Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft erhalten.

Dennoch zeigt sich der Magistrat nun zuversichtlich: Vor dem Hintergrund der derzeit laufenden Anhörungen der Mitglieder des Akteneinsichtsausschusses gehe man davon aus, dass das Ermittlungsverfahren nun zeitnah abgeschlossen werden kann.

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