Die Belastung durch zunehmende Gewalt gegen Einsatzkräfte und immense psychische Faktoren nimmt stetig zu. Aktuelle Auswertungen des DGB-Index „Gute Arbeit“ sowie interne Befragungen der Polizei Rheinland-Pfalz bestätigen eine äußerst angespannte Lage. Besonders Beschäftigte im Wechselschichtdienst leiden unter strukturell ungünstigen Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Rheinland-Pfalz sieht daher dringenden Handlungsbedarf, um die Gesundheit der Beamten zu schützen und die Einsatzfähigkeit der Behörde langfristig zu gewährleisten.
Polizei Rheinland-Pfalz: Belastung im Alltag durch Gewalt und Respektlosigkeit
Die Daten aus den Befragungsjahren 2020 bis 2025 verdeutlichen, dass Polizeibeschäftigte deutlich häufiger als andere Berufsgruppen von Konflikten, respektlosem Verhalten, Zeitdruck und widersprüchlichen Anforderungen betroffen sind. Die Belastung zeigt sich hier besonders im direkten Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern, wo die Hemmschwelle für verbale und physische Angriffe sinkt. Viele Einsätze im polizeilichen Einzeldienst können traumatisierend sein, wenn beispielsweise Kinder oder andere wehrlose Personen Opfer von Gewalt werden. Derartige Einsatzlagen können in der Folge zu posttraumatischen Belastungsstörungen führen. Diese schränken die Lebensqualität bis weit nach der Pensionierung massiv ein. Aus diesem Grund fordert die GdP schon lange die Wiedereinführung der Ruhegehaltsfähigkeit der Polizeizulage.
Dauerhafte Beanspruchung durch Schichtdienst und Gefahrenlagen
Neben der hohen Arbeitslast, insbesondere bei der Kriminalpolizei, belastet der Wechselschichtdienst die Einsatzkräfte physisch und psychisch. Unregelmäßige Arbeitszeiten, Nacht- und Wochenendarbeit sowie Zusatzdienste sind die Regel. In Kombination mit einer erhöhten Gefährdungslage im Einsatz der Bereitschaftspolizei – bis hin zu schweren Gewaltstraftaten gegen Einsatzkräfte – führt dies zu einer dauerhaften psychischen Beanspruchung, die sich messbar in den Befragungsergebnissen widerspiegelt. Verena Schäfer, stellvertretende Landesvorsitzende der GdP Rheinland-Pfalz, betont, dass die Belastung durch Gewalt und hohe Anforderungen kein abstraktes Risiko, sondern Realität des Arbeitsalltags ist. Wer im Wechselschichtdienst arbeitet, ist dieser Gefahr besonders häufig ausgesetzt.
Forderungen nach strukturellen Verbesserungen
Die GdP Rheinland-Pfalz sieht hierin eine strukturelle Herausforderung, die auch gesamtgesellschaftlich betrachtet werden muss. Um die Situation zu entschärfen, fordert die GdP konkrete Maßnahmen:
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Eine Erhöhung der Einstellungsquote auf mindestens 500 neue Polizistinnen und Polizisten pro Jahr.
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Mehr qualifiziertes Tarif- und Verwaltungspersonal, um Einsatzkräfte von Verwaltungsaufgaben zu entlasten.
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Ausbau von Präventionsangeboten, Supervision und einem verbesserten Dienstunfallmanagement.
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Eine klare Priorisierung der polizeilichen Kernaufgaben, damit Beamte nicht für andere Behörden tätig werden müssen.
Konsequenzen für Organisation und Personal
Die Belastung muss gesenkt werden, indem Verbesserungen zeitnah bei den Kolleginnen und Kollegen vor Ort ankommen, um die Einsatzfähigkeit langfristig zu sichern. Daraus müssen konkrete Konsequenzen für Organisation, Personal und Arbeitszeit folgen. Die GdP Rheinland-Pfalz appelliert an alle Verantwortlichen, die zunehmende Gewalt gegen Einsatzkräfte und die belegten psychischen Belastungen weiterhin ernsthaft in den Blick zu nehmen. Ziel müsse es sein, die Gesundheit der Beschäftigten dauerhaft zu schützen und die Krankheitsquote möglichst niedrig zu halten.
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