StartRheinhessenFast jede vierte Pflegekraft in Rheinhessen hat einen ausländischen Pass

Fast jede vierte Pflegekraft in Rheinhessen hat einen ausländischen Pass

Während die Zahl deutscher Beschäftigter kontinuierlich sinkt, sichern Zuwanderer die medizinische und pflegerische Versorgung in der Region.

Der Bedarf an pflegerischer und medizinischer Versorgung in der Region steigt durch die alternde Bevölkerung kontinuierlich an. Eine aktuelle Auswertung der Agentur für Arbeit Mainz zeigt nun, wie drastisch sich die personelle Struktur in den Krankenhäusern und Pflegeheimen Rheinhessens verändert hat.

Die wichtigste Erkenntnis: Ohne ausländische Arbeitskräfte wäre die pflegerische Versorgung vor Ort schon heute nicht mehr flächendeckend aufrechtzuerhalten.

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Beschäftigtenzahl steigt, aber das Fundament verschiebt sich

Nach den neuesten Daten der Arbeitsagentur waren im Juni 2025 in Rheinhessen insgesamt 11.045 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig in der Pflege beschäftigt. Das entspricht einem leichten Zuwachs von knapp 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit dem Jahr 2021 ist die Gesamtbeschäftigtenzahl in der regionalen Pflege um 2,5 Prozent gestiegen.

Das Berufsfeld bleibt dabei unverändert eine Frauendomäne: Rund 80 Prozent der Beschäftigten (8.819 Personen) sind weiblich. Den größten Anteil machen mit knapp 59 Prozent ausgebildete Fachkräfte aus, während der Anteil der Pflegehelfer bei rund 31,6 Prozent liegt.

Der Blick auf die Gesamtpflegestatistiken trügt jedoch, denn im Hintergrund vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel bei den Staatsangehörigkeiten. Während die Zahl der Beschäftigten mit einem deutschen Pass seit 2021 kontinuierlich sinkt, von damals 8.905 auf 8.420 im Jahr 2025, verzeichnen Arbeitskräfte mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen massiven Zuwachs. Ihre Zahl stieg im gleichen Zeitraum sprunghaft von 1.855 auf 2.625 Personen an.

Ausländische Fachkräfte sichern die regionale Versorgung

Diese Verschiebung sorgt für eine neue Realität in den hiesigen Einrichtungen: Betrug der Anteil ausländischer Pflegekräfte in Rheinhessen im Jahr 2021 noch 17,25 Prozent, so machte er im vergangenen Jahr bereits 23,78 Prozent aus, somit hat fast jede vierte Pflegekraft in der Region eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Ein ähnlicher Trend zeigt sich auch im ärztlichen Bereich. Die Zahl der Mediziner (ohne Zahnärzte) in Rheinhessen kletterte seit 2021 um rund 19 Prozent auf insgesamt 2.987 Ärzte nach oben. Auch hier wuchs die Gruppe der Mediziner mit ausländischem Pass mit einem Plus von über 25 Prozent deutlich dynamischer als die der deutschen Kollegen (+18,4 Prozent).

Arbeitsagentur: „Ohne Zuwanderung nicht möglich“

Heike Strack, Leiterin der Mainzer Arbeitsagentur, findet angesichts der Zahlen eine deutliche Sprache: „Die demografische Entwicklung und der medizinische Fortschritt haben bereits in der Vergangenheit dazu geführt, dass der Bedarf an Ärzten und Pflegepersonal gestiegen ist. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen.“

Für sie steht fest, dass der Arbeitsmarkt den künftigen Bedarf ohne gezielte Migration aus dem Ausland keinesfalls kompensieren kann: „Ohne Zuwanderung wäre die Besetzung der offenen Stellen nicht möglich.“

Für die Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser im Landkreis Mainz-Bingen und der gesamten Region bedeutet dies, dass neben der reinen Personalgewinnung vor allem die betriebliche Integration und die sprachliche Qualifizierung von ausländischen Mitarbeitern zu den wichtigsten Managementaufgaben der kommenden Jahre gehören werden.

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