Die Ordensgemeinschaft der „Kreuzliebenden Schwestern“ aus Vinh, einer Kreisstadt im Norden Vietnams, hat erstmals vier Ordensschwestern nach Deutschland entsendet. Sr. Lai, Sr. Thuy, Sr. Loi und Sr. Nang leben künftig als Kommunität im Haus St. Rafael auf dem Gelände von St. Marienwörth in Bad Kreuznach. Sie werden in der Altenhilfe im Haus St. Josef eingesetzt, wo sie den Pflegedienst und auch die Seelsorge verstärken werden.


Die Gemeinschaft geht auf eine Gründung im Jahr 1670 in Nordvietnam von dem französischen Missionar Bischof Pierre Marie de la Motte zurück

Sie hat sich aufgrund der politischen Verhältnisse immer wieder stark verändern müssen. Während zwei sehr starken Verfolgungszeiten ließen viele Schwestern ihr Leben, weil sie an der Seite der armen Bevölkerung blieben. Mehr als 200 Schwestern wurden in den Jahren der Christenverfolgung ermordet. Heute gibt es verschiedene eigenständige Kongregationen, welche sich auf die erste Gründung im Jahre 1670 berufen. Die Kirche in Vietnam ist eine Kirche der Märtyrer, die zurzeit einen sehr großen Aufbruch mit vielen Berufungen erlebt.

Die „Kreuzliebenden Schwestern“ haben mehr als 1200 Mitglieder, welche überwiegend in Vietnam tätig sind. Einige Schwestern leben in Frankreich und in den USA und nun auch eine Kommunität in Bad Kreuznach. Der Orden ist in der Caritas, im Schulwesen und in der pastoralen Arbeit tätig, in Städten wie auch in kleinen Dörfern auf dem Land. Der Kontakt zu den Schwestern kam über das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ mit Sitz in Königstein im Taunus zustande.

„Wir freuen uns sehr, dass die Ordensleitung der „Kreuzliebenden Schwestern“ diesen Weg mit uns geht“, erklärt Bruder Bonifatius Faulhaber, Vorstandsvorsitzender des Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz e.V. „In einem neuen Land tätig zu werden, ist nie ganz einfach. Deshalb sind wir dankbar für diese geschwisterliche Zusammenarbeit, es ist eine weitere Bereicherung der internationalen Dienstgemeinschaft unserer Einrichtungen und auch ein Zeichen von Kirche. Kirche ist international und vielseitig, davon können wir alle lernen. Vor dem Hintergrund des prekären Pflegenotstandes, welcher in Zukunft noch zunehmen wird, sind wir für die Mitarbeit der Schwestern im Pflegedienst ebenfalls sehr dankbar.“

Von Januar bis März werden die vier Schwestern nun Praxisluft schnuppern und die Arbeit im Haus St. Josef kennenlernen. Ab Mai geht es dann nochmals in einen Intensiv-Sprachkurs, um die bereits in Vietnam erworbenen Deutschkenntnisse weiter zu verbessern.

„Alle Schwestern sind sehr gespannt auf die neue Aufgabe hier in Deutschland. Wir vertrauen auf Gottes Plan mit uns und freuen uns sehr auf das geschwisterliche Miteinander mit den Franziskanerbrüdern vom Heiligen Kreuz und den anderen Schwesterngemeinschaften aus Polen und Indien“, berichtet Oberin Sr. Nang stellvertretend für ihre Mitschwestern.