Die Küche ist das Zentrum und das Herz einer jeden Wohnung oder Hauses. Für die Deutschen stellt sie einen der beliebtesten Räume dar. Kein Wunder, denn hier wird nicht nur gekocht, sondern auch gegessen, geredet, gefeiert, gelacht und manchmal auch geweint. Die Arten von Küchen sind jedoch so verschieden wie die Menschen selbst. Sehr im Trend liegt gerade die offene Küche, allerdings sind auch die Vorzüge einer geschlossenen Küche nicht zu unterschätzen. Wir haben die wichtigsten Vor- und Nachteile beider Varianten an dieser Stelle zusammengefasst.

Was ist eine geschlossene Küche?

Wie der Name schon sagt, kann die Tür zu diesem Raum einfach verschlossen werden. Diese Art der Küche hat sich über Jahrhunderte bewährt, da viele Menschen früher einfach alles, was mit der Zubereitung und Verarbeitung von Essen zu tun hatte, aus dem Sichtfeld haben wollten.

Dabei ist es möglich, dass die Küche nur als diese genutzt wird. Gegessen wird im Esszimmer oder im Wohnzimmer, in dem ein Esstisch aufgestellt ist. Allenfalls kann sich ein kleiner Küchentisch in dem Raum befinden, sofern ausreichend Platz vorhanden ist, um gegebenenfalls schnell einen kleinen Snack einzunehmen oder unter der Woche flott zu frühstücken.

Verschiedene Varianten

Wo wir auch schon bei den verschiedenen Varianten einer geschlossenen Küche wären. Wenn nur wenig Raum zur Verfügung steht, dann will so eine geschlossene Variante gut geplant sein. Hier kann sich beispielsweise eine klassische Küche in U-Form empfehlen.

Sie bietet auf kleinem Raum viel Platz und Fläche, da drei von vier Wänden genutzt werden. Durch eine kluge Anordnung der Geräte, werden die Wege so kurz wie möglich.

Eine weitere Beliebte Variante ist die L-Form. Hier werden nur zwei Wände genutzt, wodurch zwar weniger Platz zum Arbeiten geschaffen wird, dafür bleibt allerdings eine Wand frei, um einen kleinen Küchentisch aufzustellen.

Als dritte Variante bietet sich bei besonders kleinen Räumen noch die I-Form an. Hier wird für die Küche lediglich eine Wand benutzt.

Vor- und Nachteile

Egal für welche Variante man sich dabei entscheidet, die geschlossene Küche bietet so einige Vorteile:

  • Die Tür kann einfach geschlossen werden, wodurch sich keine lästigen Gerüche in dem Rest der Wohnung verteilen können.
  • Küchenchaos kann einfach hinter der Tür verschwinden, sodass die Gäste keine unaufgeräumten Flächen oder sich stapelndes Geschirr ansehen müssen.
  • Es lässt sich ganz ungestört arbeiten – Zumindest dann, wenn es von den Köchinnen und Köchen so gewünscht ist.

Eine geschlossene Küche hat jedoch nicht unbedingt nur Vorteile.

  • Diese Küchenform ist weniger kommunikativ, da der Gastgeber oder die Gastgeberin bei Partys nicht am Ort des Geschehens sein kann.
  • Wenn es sich nicht um einen größeren Raum handelt, kocht es sich eher beengt.
  • Gerüche und vor allem Wärme staut sich auf einem kleineren Raum.

Wegen dieser genannten Nachteile wünschen sich viele Menschen eine offene Küche.

Was ist eine offene Küche?

Die offene Küche hat auf jeden Fall Tradition. Man könnte fast sagen, dass offene Küchen auf das Leben in der Steinzeit zurückgehen. Damals war das Feuer der Lebensmittelpunkt. Hier wurden nicht nur Speisen zubereitet, sondern auch daneben gelebt und geschlafen. Später in der Antike griffen auch die Römer dieses Konzept wieder auf. Es gab im Haus einen großen Aufenthaltsraum, in dem das Leben und das Kochen stattfand.

Ab dem Mittelalter verschwand die offene Küche jedoch und die Gerätschaften verschwanden in einen separaten Raum, um sie aus dem Sichtfeld zu verbannen. Mittlerweile erfreuen sich offene Küchenkonzepte jedoch wieder großer Beliebtheit und lassen sich in ebenso vielen verschiedenen Varianten finden, wie geschlossene Küchen.

Verschiedene Varianten

Bei der offenen Küche werden mehrere Zimmer in einem Raum zusammengefasst. Neben der Küche gibt es hier das Wohnzimmer und das Esszimmer. Wenn in der Wohnung nur wenig Platz ist, dient der Raum zusätzlich auch noch als Schlafzimmer.

Auch hier lassen sich verschiedene Küchenkonzepte umsetzen, wie beispielsweise die vorhergenannten U- oder L-Formen. Ein wenig mehr Spielraum bieten zusätzliche Raumtrenner und auch Kücheninseln lassen sich in einem offenen Konzept mit mehr Platz besser unterbringen.

Vor- und Nachteile

Offene Küchenkonzepte bieten geschlossenen Küchen gegenüber ebenfalls einige Vorteile:

  • Offene Küchen bieten mehr Platz. Sie wirken großzügiger und können den Raum, in dem sie aufgestellt sind optisch vergrößern.
  • Wenn Gäste anwesend sind, dann sind die Gastgeberinnen und Gastgeber nicht vom Geschehen abgeschottet, sondern können mit daran teilnehmen.
  • Die Planung einer offenen Küche kann flexibler sein, da sie nicht auf einen kleinen Raum eingepasst werden muss.

Den Nachteilen einer offenen Küche sollte man sich ebenfalls bewusst sein:

  • Schmutz und Unordnung ist für alle sichtbar und kann störend sein, wenn man beispielsweise nur kurz auf der Couch entspannen will.
  • Unangenehme Essensgerüche verteilen sich leichter in der Wohnung.
  • Die Lautstärke eines offenen Küchenkonzepts ist nicht zu unterschätzen.

Kompromiss: Halboffene Küche?

Eine halboffene Küche könnte einen guten Kompromiss darstellen, für alle, die sich nicht entscheiden können oder möchten. Dabei spielen vor allem Schiebeelemente eine große Rolle, mit denen die Küche vom übrigen Wohnraum abtrennen lässt. Wichtig hierbei ist jedoch, dass sich die Küche L- oder U-förmig nur in einem Bereich des Raums befindet. Auch eine Küche mit Durchreiche kann hier eine mögliche Lösung sein.

Am Ende eine Geschmacks- und Typfrage

Wie man sich am Ende entscheidet, kommt auf die eigenen Vorlieben an. Wenn man sich gerne beim Kochen über die Schulter schauen lässt und es liebt sich dabei zu unterhalten, ist wohl die offene Küche das geeignete Konzept. Wer jedoch lieber seine Ruhe hat und den Rest der Wohnung vor Unordnung und Gerüchen schützen möchte, entscheidet sich für die geschlossene Küche.