Rohöl – das sogenannte schwarze Gold – ist in jedem Haushalt Präsent. Heutzutage ist es der wichtigste Rohstoff der Erde. Es wird vielseitig eingesetzt, als Kraftstoff, im Straßenbau, in unseren Klamotten oder zum Heizen. Doch der Ölpreis ist in den vergangenen zwölf Monaten massiv in die Höhe geschossen. Gleichzeitig sind die gelagerten Ölmengen förmlich dahingeschmolzen. Die Gründe für die enorme Preissteigerung sind vielseitig.

Ölpreise deutlich teurer als vor der Pandemie

Rohöl ist ein fossiler Brennstoff, der hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen besteht, die auch geringe Mengen an Schwefel, Stickstoff und Sauerstoff enthalten können. Es bildet sich unter hohen Druck- und Wärme Bedingungen durch die Umwandlung organischer Materie und entsteht zum Beispiel in Sandstein und geklüfteten Kalksteinboden, der von undurchlässigen Schichten bedeckt ist.

Im Laufe der Corona-Pandemie waren die Preise für Rohöl zwischenzeitlich sehr stark gesunken. Doch diese Zeiten sind bereits vergessen. Denn sowohl die Nordseemarke „Brent“ als auch die US-Sorte „WTI“ kosten mittlerweile wieder deutlich mehr als vor dem Ausbruch der Pandemie. Im April 2020, als die Pandemie gerade Fahrt aufnahm, haben die OPEC-plus-Förderländer mit einer drastischen Kürzung der Ölproduktion reagiert und in Folge dessen einen signifikanten Rebound generiert. Denn auf den pandemiebedingten Einbruch der Ölnachfrage reagierte man mit einer enormen Reduktion der täglichen Fördermenge um fast zehn Millionen Barrel.

Seit einigen Monaten soll das Ölangebot nun wieder Schritt für Schritt nach oben gefahren werden. Dieses vorhaben bereitet einigen Ländern aber vor allem nach dem Stilllegen von Förderanlagen und coronabedingten Einschränkungen nun erhebliche Probleme. Zwar haben laut einer Reuters-Umfrage zehn an die Förderquoten gebundene OPEC-Länder ihre tägliche Produktionsmenge im Januar um rund 230.000 Barrel nach oben gefahren. Das Ziel von 250.000 Barrel wurde damit allerdings erneut verfehlt.

Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage von Rohöl hat laut Analysten dazu geführt, dass die künftigen Ölkontrakte zum ersten mal negativ bewertet wurden. Doch trotz des so niedrigen Rohölhandels kann man immer noch echte Gewinne aus dem Handel mit Rohöl-CFDs erzielen. Wie das funktioniert erfährt man beispielsweise bei oil profit.

Krisen und Kriegsgefahr sorgen für Verunsicherung

Bislang ist es noch nicht gelungen, den stetigen Aufwärtstrend des Ölpreises zu stoppen. In den vergangenen Wochen führten beispielsweise die drohende Kriegsgefahr in der Ostukraine sowie mehrere Angriffe jemenitischer Huthi-Rebellen auf die Vereinigten Arabischen Emirate zu erheblichen Unsicherheiten. Durch die unsichere Situation gestalteten sich Prognosen zum Ölpreis aktuell sehr schwierig. Einige Analysten nennen seit kurzem ein Kursziel von 100 Dollar, was allerdings für die Erholung der Weltwirtschaft sicherlich nicht von Vorteil wäre.

Intakter und gesunder Aufwärtstrend

Seit April 2020 bewegt sich die Nordseemarke Brent unter charttechnischen Gesichtspunkten in einem steilen Aufwärtstrend. Seitdem ist Brent um den Faktor 4,6 teurer geworden und befindet sich damit auf den höchsten Stand seit sieben Jahren. Im Herbst 2021 führte die damals neue Omikron-Variante zu einem kurzzeitigen Kurseinbruch in Höhe von etwa 20 Prozent. Das Verletzen der langfristigen 200-Tage-Linie führte allerdings nicht zu einem weiteren chartinduzierten Verkaufsdruck.

Der Aufwärtstrend, der sich zur Zeit beobachten lässt, ist daher als intakt und gesund zu bezeichnen. Spannend dürfte es dann wieder werden, wenn der Ölpreis in Richtung 75 Dollar sinken sollte. Zum einen, weil bei 75 Dollar die untere Begrenzung des Aufwärtstrends verläuft. Zum anderen aber auch deswegen, weil in diesem Fall ein erneutes Verletzen der 200-Tage-Linie drohen würde.