Zum mittlerweile neunten Mal zieht Oberbürgermeister Michael Ebling gemeinsam mit Bürgermeister Günter Beck sowie den Beigeordneten Manuela Matz, Dr. Eckart Lensch, Janina Steinkrüger, Marianne Grosse und Volker Hans Jahresbilanz. Die Bürger der Landeshauptstadt Mainz erhalten im Jahresbericht des Stadtvorstandes einen umfassenden Einblick in die Arbeit der einzelnen Ämter und kommunalen Betriebe.


Oberbürgermeister Michael Ebling dazu

„Die Coronapandemie stellt auch 2021 noch immer unser städtisches Leben auf den Kopf. Fast jeden Tag müssen dazu im Rathaus Entscheidungen getroffen werden – wie auch in so vielen anderen Bereichen, die unsere Stadt betreffen. Schließlich soll sie sich kontinuierlich positiv weiterentwickeln. Über unsere Tätigkeiten, Entscheidungen und Entwicklungen wollen wir im Jahresbericht 2021 der Landeshauptstadt Mainz Rechenschaft ablegen und den Bürgern einen Einblick in unsere Arbeit geben, aber auch einen Ausblick aufs neue Jahr 2022 wagen“, so Oberbürgermeister Ebling.

„Mainz schrieb mehrmals in 2021 positiv Geschichte“, so Oberbürgermeister Ebling. Am 27. Juli 2021 ging für Magenza ein Traum in Erfüllung: Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz wurden durch das UNESCO-Komitee zum Welterbe erklärt. Sie sind damit das erste jüdische Welterbe Deutschlands. Die Landeshauptstadt Mainz beteiligt sich an diesem seriellen Welterbe mit dem alten jüdischen Friedhof, auch „Judensand“ genannt, dessen Grabsteine an die jüdischen Gelehrten erinnern, die am Rhein gewirkt haben. Die Landeshauptstadt plant einen Besucherpavillon in direkter Nachbarschaft des Friedhofs, damit Besucherinnen und Besucher diesen besonderen Ort, der derzeit nur im Rahmen von Führungen begehbar ist, aus nächster Nähe erfahren können. Ein Höhepunkt des Jahres 2021 – und in Zukunft.

Mainz hat seine Bewerbung für die Landesgartenschau 2026 abgegeben

An der Umsetzung der Bewerbung für die Landesgartenschau 2026 (nun 2027) waren und sind weiterhin zahleiche Ämter beteiligt. Die Bewerbung stellt dabei eine enorme Chance für Mainz dar – einerseits könne sich die Landeshauptstadt den Bürgerinnen und Bürgern von Rheinland-Pfalz von ihrer besten, atmosphärisch und optisch besten Seite präsentieren, zugleich liegt unserer Bewerbung die Idee verschiedener Areale im zentralen Innenstadtbereich zugrunde, welche auf lange Sicht auch nach dem Ende der Landesgartenschau wirken würde und eine Fortführung erführe.

Mit der vor wenigen Wochen erfolgten Bewerbung hofft die Stadt Mainz daher darauf, der Bewertungskommission eine begeisternde Präsentation geliefert zu haben, welche überzeugen konnte. Ein möglicher Zuschlag wäre ein großartiger Ausblick auf einen unschätzbaren Höhepunkt in wenigen Jahren, um Mainz mit einer grünen Visitenkarte im ganzen Land in Szene zu setzen – und das Resultat dauerhaft als langfristigen Effekt beizubehalten und auszubauen.

Stabsstelle Nachhaltigkeit im Büro des Oberbürgermeisters

Die Einrichtung der Stabsstelle Nachhaltigkeit im Büro des Oberbürgermeisters war ein Gebot der Zeit. Eine der ersten Aufgaben war die Beteiligung an der Abfassung des Berichts „Zur Umsetzung der Maßnahmen zum Stadtratsbeschluss zum Klimanotstand“. Und eine der grundlegenden Maßnahmen, die infolge des Stadtratsbeschlusses zum Klimanotstand folgte ist der Blick auf die „Klimagerechte Verwaltung“ bis 2035.

Was 1992 mit der Agenda 2030 als Aktionsprogramm der Vereinten Nationen auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro begann, beinhaltet daher heute Grundsatzfragen, die bis in die kommunalen Strukturen hineinwirken – etwa, eine Nachhaltigkeitsstrategie für Mainz auf- und umzusetzen, welche das Thema „Klimaneutralität 2035 “an entscheidenden Stellen des Verwaltungshandelns immer mitdenkt. Daher wurde die Stabsstelle im OB-Büro platziert – um das wichtige Thema als Querschnittsaufgabe in der Verwaltung zu etablieren und das Ziel „Klimaneutrale Stadtverwaltung bis 2035“ zu erreichen.

Mainz als Stadt der Vielfalt:

2021 wurde in Mainz eine Gedenkstele zur Erinnerung an die Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung in der Zeit des Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit in Mainz platziert. Der Mainzer Stadtrat hatte diesem Schritt am 13. Februar 2019 einstimmig zugestimmt.

Menschen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung in der NS-Zeit sowie der Nachkriegszeit in Mainz verfolgt wurden, wird damit ein Ort der Erinnerung gegeben. Auf Grund der durch die Justiz erfolgten Verurteilung der männlichen Opfer des § 175 StGB sowie der in einzelnen Fällen ebenfalls erfolgten Einweisung von lesbischen Frauen und transidenten Menschen in die Konzentrations- bzw. Vernichtungslager lädt die Stele im Rahmen der Reihe „Historisches Mainz“ zum Gedenken an alle genannten Opfergruppen ein. Die Gedenkstele ist die erste Stele in Deutschland, mit der allen Opfern mit LSBTIQ-Hintergrund gleichzeitig gedacht wird. Sie hebt die Erinnerung an ihr Leiden und Sterben hervor. Die Stele mahnt zugleich, dass in vielen Ländern der Welt die Verfolgung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität, die von der Norm abweicht, fortexistiert – auch noch mitten in Europa.


Der Ausblick auf 2022 ist vielversprechend:

Der Biotechnologiestandort Mainz wird ausgebaut, eine Leitstelle Biotechnologie eingerichtet. „Erneut blickt die Welt nach Mainz. Nicht nur, weil unser Mainz dank BioNTech zur Apotheke der Welt wird, sondern auch, weil wir dank der Gewerbesteuereinnahmen eine neue Stufe bei der Entwicklung des BioTechHub Mainz zünden können. In den nächsten zehn Jahren sollen so 5.000 neue Arbeitsplätze entstehen, 30 Hektar Fläche zur Ansiedlung von neuen Unternehmen verfügbar gemacht werden und das Biotech-Mainz Netzwerk enorm entwickelt werden. Es gibt viel zu tun, auch schon in 2022!“ fasst Oberbürgermeister Ebling den Ausblick auf das BioTechHub zusammen.

Unsere Mainzer Firma BioNTech hat der Welt den Impfstoff zur Corona-Schutzimpfung gebracht – und auch die Stadtverwaltung und die Landesregierung von Rheinland-Pfalz setzen weiterhin den vollen Fokus auf die Impfung als Mittel der Wahl gegen die Coronapandemie. Das Impfzentrum an der Bruchspitze läuft seit 1. Dezember 2021 wieder unter Vollbetrieb und auch privatwirtschaftliche Impfangebote werden in unserer Stadt sehr gut angenommen. Bleiben wir dran und krempeln wir weiterhin gemeinsam die Ärmel hoch gegen Corona: „Mainz mach(t) mit!“

Als bedeutender Standort für Forschung, Hochschulen und Medien gehört Mainz auch weiterhin zu den überdurchschnittlich wachsenden Städten im Bundesgebiet. Um weitere Flächenpotentiale für Neubauten und Wohnraumverdichtung für die Zukunft unserer Stadt zu identifizieren, werden im Jahr 2022 ab März zwei separate Gutachten erstellt werden. Ein Gutachten untersucht Potentiale an Wohnbauflächen für den Wohnungsneubau im Außenbereich, ein anderes untersucht Wohnungspotentiale im Siedlungsbestand der Stadt Mainz, beispielsweise über Gebäudeaufstockungen, Baulücken oder Leerstand. Ein weiterer wichtiger und richtungsweisender Schritt beim Thema Wohnen in unserer Stadt.

Auch die Sanierung des Rathauses nimmt Fahrt auf:

Die Baugenehmigung wurde im Sommer 2021 erteilt. Erste Sicherungsmaßen erfolgten in den vergangenen Wochen auch bereits an der Fassade, diese Arbeiten werden noch andauern; das neue Jahr wird vor allem auch für die Ausschreibung der verschiedenen Gewerke sowie für die weitere Baustelleneinrichtung und den Rückbau im Inneren genutzt.

„Wir hoffen auf ein Jahr 2022, mit dem wir Corona hinter uns lassen können“, so Ebling, denn nicht zuletzt findet im nächsten Jahr vom 20. bis 22. Mai 2022 der Rheinland-Pfalz-Tag in unserer Landeshauptstadt statt. Umfangreiche Planungen für ein tolles Festprogramm sind bereits angelaufen und alle Beteiligten freuen sich auf frohe Tage im Schatten des Doms. Mit einem verantwortungsvollen Veranstaltungskonzept kann das traditionelle Landesfest endlich wieder an den Start gehen.

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