Wiesbaden setzt ein deutliches Zeichen gegen das Artensterben: Am Donnerstag, den 5. März 2026, wurde der Fledermaustunnel „Petra“ im Bereich des Kalkofens offiziell seiner neuen Bestimmung übergeben. Bürgermeisterin Christiane Hinninger und Umweltamtsleiter Dr. Klaus Friedrich weihten das Bauwerk für Fledermäuse in Wiesbaden ein, das nach seiner Fertigstellung im November 2025 nun bereit für seine fliegenden Bewohner ist.
Vom LKW-Verkehr zum Ruheort für Fledermäuse in Wiesbaden
Der 300 Meter lange und acht Meter hohe Tunnel war ursprünglich für den Schwerlastverkehr zwischen dem Deponiegelände der ELW und dem Kalkofen errichtet worden. Nach jahrelangem Stillstand erkannte der ehrenamtliche Experte Olaf Godmann das Potenzial des Bauwerks. Durch den gezielten Umbau könnte sich „Petra“ zu einem der wichtigsten Fledermaus-Winterquartiere in ganz Hessen entwickeln.
Die Umbaumaßnahmen im Detail:
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Verschluss & Ruhe: Beide Seiten des Tunnels wurden weitgehend verschlossen, um ein stabiles Mikroklima zu schaffen.
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Hangmöglichkeiten: Das Innere wurde mit zahlreichen Strukturen ausgestattet, wobei überwiegend vorhandene und recycelte Materialien zum Einsatz kamen.
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Technisches Monitoring: Sensoren für Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie spezielle Detektoren zur Bestimmung von Fledermausrufen überwachen den Erfolg der Maßnahme.
Warum Fledermäuse in Wiesbaden so wichtig sind
Angesichts der globalen Biodiversitätskrise sind lokale Rückzugsorte überlebenswichtig. Fledermäuse fungieren als natürliche Insektenjäger und verhindern die Massenvermehrung von Fluginsekten, was zur Stabilität des ökologischen Gefüges beiträgt. „Der Verlust von Biodiversität ist ein globales Problem… aber viele lokale Maßnahmen können den Unterschied machen“, betonte Bürgermeisterin Hinninger.
Erste Erfolge zeichnen sich bereits ab: Die installierten Detektoren konnten bereits Rufe von Zwergfledermäusen aufzeichnen, die das neue Quartier erkundet haben.



