StartWiesbadenNeues Umspannwerk entsteht in Wiesbaden-Amöneburg

Neues Umspannwerk entsteht in Wiesbaden-Amöneburg

Mit einem offiziellen Spatenstich in der Deponiestraße wurde das Bauprojekt nun gestartet

Wiesbaden wächst, neue Unternehmen siedeln sich an und der Strombedarf steigt unter anderem durch Elektromobilität, die Wärmewende und geplante Rechenzentren. Damit das Stromnetz auch künftig zuverlässig funktioniert, investiert die Stadtwerke Wiesbaden Netz GmbH (sw netz) 31 Millionen Euro in ein neues Umspannwerk in Amöneburg. Mit einem offiziellen Spatenstich in der Deponiestraße wurde das Bauprojekt nun gestartet.

An dem Termin nahmen neben sw-netz-Geschäftsführer Peter Lautz auch Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende sowie Jörg Höhler und Dr. Oliver Malerius aus dem Vorstand der Muttergesellschaft ESWE Versorgung teil.

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Umspannwerk soll Stromversorgung in Wiesbaden langfristig sichern

„Mit diesem Umspannwerk machen wir die Landeshauptstadt fit für die Zukunft“, betonte Peter Lautz. Das Projekt sei ein wichtiger Baustein, um die Stromversorgung in Wiesbaden langfristig zu sichern und auszubauen. Angesichts des steigenden Strombedarfs müsse die Infrastruktur vorausschauend erweitert werden, damit Haushalte und Unternehmen weiterhin zuverlässig versorgt werden könnten.

Das neue Gebäude entsteht in unmittelbarer Nähe zum Biomasseheizkraftwerk von ESWE BioEnergie und zum neuen Müllheizkraftwerk. Nach der Fertigstellung soll das Umspannwerk elektrische Energie aus dem regionalen Hochspannungsnetz mit 110.000 Volt auf die niedrigere Mittelspannung von 20.000 Volt umwandeln. Von dort wird der Strom in die umliegenden Stadtteile weitergeleitet.

Dafür sind zwei Transformatoren vorgesehen, die jeweils eine Leistung von 50 beziehungsweise 63 Megavoltampere (MVA) haben.

Fünf Geschosse mit umfangreicher Schalttechnik

Das Umspannwerk wird fünf Geschosse umfassen. Dort werden unter anderem eine gasisolierte 110-Kilovolt-Schaltanlage mit zehn Feldern und eine luftisolierte, metallgekapselte 20-Kilovolt-Doppelsammelschienenschaltanlage mit 24 Feldern installiert. Hinzu kommt die notwendige Schutz- und Steuerungstechnik.

Diese Technik soll unter anderem dafür sorgen, dass bei einem Kabelfehler betroffene Netzbereiche gezielt abgeschaltet werden können. Durch anschließende Umschaltungen soll die Stromversorgung möglichst schnell wiederhergestellt werden.

Jedes Geschoss umfasst eine Fläche von 680 Quadratmetern, was ungefähr zweieinhalb Tennisplätzen entspricht. Das Gebäude wird 34,6 Meter lang, 24,1 Meter breit und einschließlich Unter- und Erdgeschoss 19 Meter hoch.

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Flächen für ein mögliches Rechenzentrum vorgesehen

Bei der Planung wurde bereits berücksichtigt, dass der Standort künftig weitere Anforderungen erfüllen könnte. Im zweiten und dritten Obergeschoss entstehen Flächen, die perspektivisch beispielsweise von einem Rechenzentrum genutzt werden können.

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende unterstrich die Bedeutung der Investition für die Stadt: „Ein zuverlässiges Stromnetz ist wichtig für alle Menschen in unserer Stadt – und auch für die ansässigen Unternehmen ein entscheidender Standortvorteil“. Damit die Versorgung auch in Zukunft gewährleistet sei, müsse das Netz kontinuierlich ausgebaut werden. Er begrüße deshalb die vorausschauende Planung des Energieversorgers.

Hochbau startet im Januar 2027

Die nächsten Schritte des Bauprojekts stehen bereits fest. In den kommenden Wochen soll die Baugrube fertiggestellt werden. Ab Dezember ist die Baustelleneinrichtung für das Gebäude und die technische Gebäudeausrüstung vorgesehen. Der Hochbau soll im Januar 2027 beginnen.

Im vierten Quartal 2028 sollen schließlich die 20- und 110-Kilovolt-Schaltanlagen angeliefert werden. Ein konkreter Termin für die vollständige Inbetriebnahme des Umspannwerks wurde in der Mitteilung nicht genannt.

Auch Großbatteriespeicher entsteht in Amöneburg

Erst im September hatte auf dem Gelände von ESWE BioEnergie in der Deponiestraße der Bau eines Großbatteriespeichers begonnen. Dieser soll dazu beitragen, die Einspeisung des erneuerbaren Stroms aus dem Biomasseheizkraftwerk zu optimieren.

Jörg Höhler, Vorstandsvorsitzender der ESWE Versorgungs AG, erklärte: „Die Energieversorgung in der Landeshauptstadt funktioniert im Bundesvergleich überdurchschnittlich gut“. Mit dem Ausbau der Infrastruktur durch sw netz solle sichergestellt werden, dass dies auch künftig so bleibe.