Die Freiwillige Feuerwehr Alzey verfügt ab sofort offiziell über eine neue, hochmoderne Schaltzentrale für den Ernstfall. Mit der feierlichen Indienststellung des neuen Einsatzleitwagens (ELW 1) setzen die Stadt Alzey und der Landkreis Alzey-Worms ein deutliches Zeichen für eine zukunftsorientierte und wirtschaftliche Zusammenarbeit im Brand- und Katastrophenschutz.
High-Tech auf vier Rädern für die Feuerwehr Alzey
Der neue ELW 1 basiert auf einem Mercedes-Benz Sprinter mit Allradantrieb und Spezialfahrwerk. Diese Konfiguration wurde bewusst gewählt, um den veränderten Bedrohungslagen wie Waldbränden oder Überschwemmungen gerecht zu werden. Landrat Heiko Sippel betonte, dass der Allrad-Sprinter auch dort mobil bleibt, wo schwere Lkw-basierte Führungsmittel an ihre Grenzen stoßen.
Im Inneren des Fahrzeugs befindet sich modernste Kommunikations- und Führungstechnik:
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Digitale Lagekarten: Zur Echtzeit-Koordination von Einsatzkräften.
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Umfangreiche Funktechnik: Zur Sicherstellung der Kommunikation auch bei komplexen Schadenslagen.
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Raumkonzept: Neben der Kommandozentrale verfügt das Fahrzeug über einen abgetrennten Besprechungsraum für Einsatzleiter und Fachberater.
Interkommunale Zusammenarbeit als Erfolgsmodell
Die Kosten für das Fahrzeug belaufen sich auf insgesamt 274.000 Euro. Während das Land Rheinland-Pfalz rund 40.000 Euro beisteuerte, teilten sich die Stadt Alzey und der Landkreis die verbleibende Summe.
Diese Kooperation hat einen praktischen Hintergrund: Der ELW dient nicht nur der Feuerwehr Alzey, sondern fungiert gleichzeitig als Führungsfahrzeug für den Gefahrstoffzug des Landkreises. „Durch diese abgestimmte Lösung muss der Landkreis kein eigenes Fahrzeug für den Gefahrstoffzug vorhalten“, erklärte Bürgermeister Steffen Jung. Dies spare effektiv Kosten bei Anschaffung und Wartung.
Vergleich zur Technik von gestern
Landrat Sippel verdeutlichte den technischen Sprung durch einen Vergleich mit dem Vorgängermodell aus dem Jahr 2004. Dieses kostete damals rund 90.000 Euro. Der enorme Preisanstieg auf heute 274.000 Euro spiegele nicht nur die Inflation, sondern vor allem den massiven Zuwachs an digitaler Ausstattung und Leistungsfähigkeit wider.
Kreisfeuerwehrinspekteur Michael Matthes ergänzte, dass der neue ELW 1 deutlich flexibler sei als größere Einheiten. Sollte dennoch eine noch größere mobile Führungseinheit benötigt werden, könne man auf die Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Mainz zurückgreifen. „So müssen wir nicht überall die gleiche Technik vorhalten“, so Matthes.
Ausblick: Ergänzung durch Katastrophenschutz-Module
Die Einsatzmöglichkeiten des Fahrzeugs werden in naher Zukunft noch erweitert. Ein bereits bestellter Abrollbehälter „Besprechung“ wird den ELW ergänzen und bei Großschadenslagen zusätzlichen Raum für die Koordination bieten.
Mit den Standorten Alzey, Wörrstadt, Monsheim und Eich ist der Landkreis Alzey-Worms nun flächendeckend mit modernen Einsatzleitwagen ausgerüstet. Zum Abschluss der feierlichen Übergabe wünschten Bürgermeister Jung und Landrat Sippel den ehrenamtlichen Kräften, dass sie mit ihrer neuen Technik immer sicher und gesund von ihren Einsätzen zurückkehren.
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