Mit einer begehbaren Skulptur des Frankfurter Künstlerteams Winter/Hoerbelt ist am Dienstag (31. Mai 2022) der bereits fünfte Regionalpark-Erlebnispunkt in Wiesbaden offiziell eingeweiht worden.


Eindrucksvolle Röhren-Skulptur am Kasteler Rheinufer

„Dem Wasser gewidmet“ lautet der Titel der eindrucksvollen Röhren-Skulptur, die nun am Kasteler Rheinufer bestaunt und erlebt werden kann. Mit ihrer beeindruckenden Größe von 5,5 Metern Länge und einem Durchmesser von 3,4 Metern ist sie schon von weitem sichtbar. Das Besondere: Die Skulptur liegt nicht nur direkt am Ufer, sondern ragt über die Kaimauer hinaus auf den Rhein. Durch die verspiegelte Oberfläche aus gefaltetem Edelstahl reflektiert das Kunstwerk auf sinnliche Weise die Landschaft und das Wasser.

Durch den Wandel von Tages- und Jahreszeiten und der Wettersituation präsentiert sich die Skulptur ständig neu. Die Arbeit ist nicht nur begehbar, sie bietet auch Sitzmöglichkeiten und damit einen besonderen Ort der Kontemplation. Zugleich besitzt die Skulptur in ihrer reduzierten Form und mit ihrer metallischen Oberfläche eine eindrucksvolle Präsenz, die es erlaubt, sie als Landmarke zu betrachten.

Durch die stete Veränderung des Lichtes, den Wandel von Tages- und Jahreszeiten und des Wetters lädt das Kunstwerk so zum Verweilen und Beobachten ein. „Die Skulptur kann auch als ein Sinnbild für die Vernetzungs- und Leitungssysteme der modernen Lebenswelt gesehen werden“, erklärt Professor Heiner Georgsdorf, der die Künstler schon seit ihrer Studienzeit kennt, die Gedanken von Berthold Hörbelt und Wolfgang Winter zum Kunstwerk.

Diese Skulptur setzt auch der Kontrabassist Gregor Praml in Szene:

Er hat eigens mit finanzieller Unterstützung des Kulturamts ein Stück komponiert, das die Themen Wasser, Spiegel, Fluss und Röhre einzeln musikalisch betrachtet. Auf diese Weise wurde die Skulptur bei der Einweihungsfeier am frühen Abend eindrucksvoll als Klangkörper inszeniert.

„Wir möchten heute auch an Stadtrat Hans-Martin Kessler erinnern, der das Projekt vor seinem frühzeitigen Tod maßgeblich mitgeprägt hat“, so Stadtrat Andreas Kowol. „Ihm war es ein großes Anliegen, dass ein Kunstwerk entsteht, das den Menschen langfristig zugutekommt und das erlebbar ist. Mit dem neuen Kunstwerk wird ein Anziehungspunkt geschaffen, der die Attraktivität des Kasteler Rheinufers weiter erhöht, was dem Oberbürgermeister und mir gerade im Wiesbadener ‚Jahr des Wassers‘ ein wichtiges Anliegen ist.“

Stadtrat Kowol berichtet zudem vom Werdegang des Projekts

In einem Kunstwettbewerb haben Winter/Hoerbelt mit der Röhrenskulptur eine achtköpfige Jury überzeugt. „Wichtig war dabei, dass auch die Einschätzung von Akteuren aus Mainz-Kastel mitberücksichtigt wird. Deswegen gab es ein Gremium, das die Jury beraten hat, um den Blick aus dem Stadtteil einzubringen und zu vertreten“, fügt Kowol an. Mit der Skulptur von Winter/Hoerbelt bekommt das Rheinufer einen neuen Hingucker, der das Rheinufer noch attraktiver macht. Damit gelingt es, einen weiteren Schritt in Richtung Umsetzung des Rhein.Main.Ufer-Konzepts zu gehen.

Die Skulptur greift für Ortsvorsteher Hartmut Bohrer die geschichtlichen Bezüge auf. „Mit der Ausrichtung auf Mainz wird der Blick gelenkt und schlägt so eine gedankliche Brücke zwischen den historisch eng miteinander verbundenen Städten“, so Bohrer.

Das Projekt wird durch den Regionalpark RheinMain mit Unterstützung der Fraport AG gefördert. Die Landeshauptstadt Wiesbaden ist seit 2007 Teil des Regionalparks RheinMain.

Kjell Schmidt, Geschäftsführer der Regionalpark Gesellschaft freut sich, dass ein weiterer Erlebnispunkt mit der Skulptur entstanden ist. „Für mich ist es immer wieder spannend, hier am Ufer des Rheins zu stehen und den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Durch diesen neu gestalteten Ort entsteht ein attraktiver Treffpunkt entlang der Regionalparkroute Leinpfad, der zum Verweilen einlädt.“

Naherholung und Erlebbarkeit der Landschaft in der Region

Der Regionalpark RheinMain leistet einen wesentlichen Beitrag zur Naherholung und Erlebbarkeit der Landschaft in der Region. Sein ausgeschildertes Routennetz verbindet zwischen Lorch im Rheingau und Gelnhausen im Kinzigtal sowie zwischen Bad Homburg am Taunus und Groß-Gerau im Ried bereits heute über 350 Erlebnispunkte. Diese eröffnen immer wieder neue Perspektiven auf eine Landschaft voller spannender Kontraste. Mit diesem Projekt wird der nun bereits fünfte Regionalpark Erlebnispunkt in Wiesbaden entlang der Regionalparkroute Leinpfad realisiert.