Das Mombacher Oberfeld ist Teil des europaweit einzigartigen Naturschutzgebietes „Mainzer Sand“. Als FFH- und EU-Vogelschutzgebiet bietet der Mainzer Sand Lebensraum für viele, teilweise sehr seltene, Tiere und Pflanzen. Um diese Biotope zu erhalten übernimmt der Arbeitskreises Umwelt Mombach e.V. die Pflege und Betreuung. Insbesondere durch jährliche Mahd werden die Flächen im Oberfeld dauerhaft offengehalten und eine Verbuschung verhindert. Nur so können die seltenen Pflanzen des Gebietes wie die Sand-Strohblume und Orchideen, wie die Bocks-Riemenzunge, überleben. Zuletzt wurden von Mitgliedern des Vereins im März 2021 vier Obstbäume im Mombacher Oberfeld gepflanzt.

Rückgang der Landwirtschaft wirkte sich auf das Gebiet

Das Mombacher Oberfeld wurde bis in die 1960er Jahre vor allem für den Obst- und Gemüseanbau landwirtschaftlich genutzt. Der Rückgang der Landwirtschaft im städtischen Umfeld wirkte sich nach und nach aber auch auf dieses Gebiet aus. Viele der alten Obstanlagen wurden aufgegeben, verwilderten oder wurden anders genutzt. Um den dauerhaften Verlust der wertvollen Lebensräume zu verhindern erklärte sich der Arbeitskreis schon vor der eigentlichen Vereinsgründung im Jahre 1993 daher zum Paten für das Gebiet.

Seit dieser Zeit erweitern die Umweltschützer in Zusammenarbeit mit der Stadt Mainz und privaten Grundstücksbesitzern ständig die gepflegten Bereiche. Bei der Erweiterung der Flächen unterstützt nun auch die Hartmut-Rencker-Stiftung für Umwelt und Soziales den Arbeitskreis. Die Stiftung hat ein gut 1.700 qm großes Grundstück erworben und dem Verein zur Pflege übergeben. Nun händigte der Stifter Hartmut Rencker den langfristigen Überlassungs- und Pflegevertrag dem Arbeitskreis Umwelt aus.

Die übergebene Fläche liegt an nahe an der Bebauung im Mombacher Oberfeld neben der „Grund- und Hauptschule Am Lemmchen“. Aufgrund dieser Nähe gibt es möglicherweise auch Potential, dass sich eine Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem Verein im Bereich der Umweltbildung entwickeln könnte.

Pflanzung von regionaltypischen hochstämmigen Obstbäumen

Mit der Pflanzung von regionaltypischen hochstämmigen Obstbäumen wirkt der Verein dem gänzlichen Verschwinden des traditionellen Obstanbaus im Mombacher Oberfeld entgegen. Gepflanzt werden heimische Bäume, die mit der Trockenheit gut zurechtkommen. Mit zunehmendem Alter bieten die Obstbäume viele ökologische Nischen für Insekten und Vögel, aber auch für andere Tiere. Diese Nischen will der Verein durch die Baumpflanzungen auch für die Zukunft erhalten und ausbauen. Zwei dieser Obstbäume, eine Mirabelle und eine Reneklode, wurden bereits auf dem Grundstück der Hartmut-Rencker-Stiftung gepflanzt

Der Umweltverein freut sich sehr über die Ausdehnung der gepflegten Fläche im Oberfeld. So können die betreuten Flächen zusammenwachsen: Dadurch werden langfristig verbesserte Lebensräume mit heimischen Obstbäumen für Pflanzen und Tiere in den Streuobstwiesen, die typisch für diese Pufferzone des Mainzer Sandes sind, geschaffen.
Grundstückseigentümer, die die Bestrebungen des Vereins zum Erhalt der Biotope im Mombacher Oberfeld unterstützen wollen, können dem Verein ihre Grundstücke gerne zur Verfügung stellen.

Die Hartmut-Rencker-Stiftung wurde 2007 anerkannt und hat ihren Sitz in Mainz. Durch die Stiftung werden vielfältige Projekte aus dem Umwelt– und Sozialbereich gefördert. Bereits im Jahr 2014 hat die Stiftung den Arbeitskreis Umwelt unterstützt und einen Mulcher für den Arbeitskreis finanziert, der zur Pflege und Freistellung von Flächen eingesetzt wird. Zudem hat die Stiftung unter anderem Beschilderungen in einem Naturschutzgebiet finanziert und die Wohnungslosenhilfe finanziell unterstützt. Weitere Informationen zur Stiftung, ihrer Philosophie und ihren Projekten findet man unter: www.rencker.de/stiftung.htm