Zwei neue Fahrzeuge stehen im Landkreis Alzey-Worms jetzt für Einsätze der Schnelleinsatzgruppen Sanitätsdienst und Betreuung (SEG) bereit. Die Schnelleinsatzgruppen kommen bei Unfällen mit mehreren Beteiligten, Überschwemmung oder andere, größere Schadensereignisse, wo Menschen in Not sind, zum Einsatz. Vom Betreuungsdienst und Seelsorge bei Großschadenslagen bis hin zu Naturkatastrophen erstreckt sich die Arbeit der Schnelleinsatzgruppen in unterschiedliche Bereiche.


Stationiert sind die Fahrzeuge beim DRK in der Albiger Straße in Alzey

Hier übergab Landrat Heiko Sippel den Gerätewagen Betreuung und den Rettungstransportwagen offiziell. „Mit der Übergabe der neuen Fahrzeuge können wir das Beschaffungsprogramm des Landkreises erfolgreich umsetzen“, betonte der Kreischef. Die jüngsten Erfahrungen bei der Flutkatastrophe im Ahrtal machten deutlich, wie wichtig es sei, gerade auch auf extreme Naturereignisse bestmöglich vorbereitet zu sein. „Wir müssen immer wieder neu diskutieren, was wir im Bereich Brand- und Katastrophenschutz brauchen“, betonte Sippel. Dabei sei es auch notwendig, dass sich weiterhin eine ausreichende Anzahl von Bürger:innen ehrenamtlich bei den Feuerwehren und den anderen Hilfsorganisationen engagierten. Dies sei keine einfache Aufgabe, da den Ehrenamtlichen gerade in diesem Bereich viel abverlangt werde.

Sippel dankte dem Kreistag Alzey-Worms herzlich für die Bewilligung der notwendigen Gelder aus dem Kreishaushalt und dem Land Rheinland-Pfalz für die geleistete Unterstützung.

Umfangreiche Ausstattung der Fahrzeuge

Die Kosten in Höhe von rund 230.000 Euro für den Gerätewagen Betreuung hat das Land mit einer Zuwendung von 46.000 Euro unterstützt. Die Ausstattung beinhaltet unter anderem aufblasbare Zelte, Zeltheizungen, Notstromaggregate, Feldbetten sowie Pflege- und Hygieneartikel des täglichen Bedarfs. Das Fahrzeug ist für die Versorgung, Betreuung und Unterbringung von rund 50 Personen konzipiert. Die Schnelleinsatztruppe Betreuung unterstützt Betroffene insbesondere in der Soforthilfephase, wirkt bei der psychosozialen Notfallbetreuung mit und übernimmt auch die Betreuung und Unterbringung von Einsatzkräften.

Der Rettungstransportwagen (RTW Typ C) verfügt über eine umfangreiche medizinische Ausstattung mit Notfallbeatmungsgerät und Defibrillator. Die Kosten für das Fahrzeug von rund 197.000 Euro bezuschusst das Land mit rund 79.000 Euro. Die Schnelleinsatzgruppe Sanitätsdienst sucht Verletzte und Erkrankte auf, führt ärztliche Sofortmaßnahmen durch, stellt die Transportfähigkeit her und richtet auch Behandlungsplätze ein. Beide Fahrzeuge sind beim DRK in der Albiger Straße in Alzey stationiert.

Ein gutes und zukunftsweisendes Fahrzeugkonzept

Norbert Günther, Geschäftsführer des DRK Kreisverbands Alzey, dankte herzlich für die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Gemeinsam habe man ein gutes und zukunftsweisendes Fahrzeugkonzept aufgestellt, das nun Zug um Zug umgesetzt werde. Dies betonte auch der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landkreises Alzey-Worms, Michael Matthes. Er dankte dem Leiter der SEG-Einsatzgruppe, Alexander Mann, für das stets gute Miteinander und dem Land für die großzügige Unterstützung.

Zwischen dem alltäglichen rettungsdienstlichen Notfall einerseits und dem Katastrophenfall andererseits ist eine Vielzahl von Schadensereignissen denkbar, in denen der auf Individualversorgung ausgerichtete Rettungsdienst überfordert sein kann. Um auch in diesen Fällen eine bestmögliche medizinische Erstversorgung und einen fachgerechten, zielgerichteten Transport der Verletzten/Erkrankten zu gewährleisten, werden im Landkreis eine Schnelleinsatzgruppe, die sich in unterschiedliche Bereiche aufteilt (SEG), eine Gruppe Leitender Notarzt (GLNA) und eine Gruppe Organisatorischer Leiter (GOL) vorgehalten.