In Mainz gibt es ab sofort wieder einen sicheren Ort für Neugeborene in extremen Notsituationen. Die Landeshauptstadt Mainz, die Universitätsmedizin Mainz und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) haben gemeinsam die neue Babyklappe an der Kinderklinik realisiert. Damit wird eine wichtige Versorgungslücke geschlossen, die seit der Schließung der bisherigen Einrichtung in der Altstadt im September 2025 bestand.
Starke Partner für die Babyklappe in Mainz
Die feierliche Eröffnung erfolgte durch Gesundheitsminister Clemens Hoch, Sozialdezernentin Jana Schmöller und Prof. Dr. Ralf Kiesslich (Vorstandsvorsitzender der Unimedizin) sowie Vertreterinnen des SkF. Während die Unimedizin die Planung und bauliche Umsetzung verantwortete, wurde das Projekt durch Mittel der Mainzer Jugend- und Waisenstiftung finanziert. Die Trägerschaft übernimmt erneut der erfahrene Sozialdienst katholischer Frauen.
Clemens Hoch, Minister für Wissenschaft und Gesundheit: „Mit der neuen Babyklappe schaffen wir einen Ort, der in größter Not Hilfe bietet und Leben bewahrt. Sie steht für eine Gesellschaft, die Verantwortung übernimmt, wenn alle anderen Wege versperrt sind.“
Diskretion und medizinische Exzellenz
Der neue Standort der Babyklappe in Mainz an der Rückseite der Kinderklinik bietet einen entscheidenden Vorteil gegenüber früheren Lösungen: Das Kind ist sofort in der Nähe hochkarätiger medizinischer Fachkompetenz.
„Die neue Babyklappe ist direkt mit der Kinderklinik verbunden“, erklärt Prof. Ralf Kiesslich. „Gleichzeitig ist es uns gelungen, den Zugang so diskret wie möglich zu gestalten, um den betroffenen Frauen Schutz und Anonymität in ihrer Verzweiflung zu bieten.“
Der Ablauf bei einer Abgabe:
Das System der Babyklappe in Mainz ist darauf ausgelegt, der Mutter maximale Anonymität zu gewähren, während das Kind unmittelbar versorgt wird:
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Stiller Alarm: Beim Betreten des Raumes wird in der Kindernotaufnahme ein Alarm ausgelöst.
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Sicherheit: Sobald die Mutter den Raum verlässt, verschließt sich die Außentür automatisch.
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Zeitverzögerung: Erst fünf Minuten nach der Alarmierung betritt eine Pflegekraft den Raum – so hat die Mutter genügend Zeit, sich unbemerkt zu entfernen.
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Versorgung: Das Baby wird sofort medizinisch untersucht und erstversorgt.
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Inobhutnahme: Das Jugendamt und der SkF werden informiert; das Kind wird in der Regel zeitnah in einer Pflegefamilie untergebracht.
Warum eine Babyklappe in Mainz weiterhin notwendig ist
Seit 2002 wurden in Mainz zehn Kinder über die Babyklappe in Obhut genommen. Hildegard Eckert, Vorsitzende des SkF, betont, dass die seit 2014 bestehende gesetzliche Regelung zur vertraulichen Geburt nicht für alle Frauen eine Option ist. Die Babyklappe bleibt somit das letzte, lebenswichtige Netz, wenn kein anderer Ausweg gesehen wird.
Lage und Erreichbarkeit
Die Babyklappe in Mainz ist ab sofort rund um die Uhr erreichbar. Sie befindet sich an der Rückseite von Gebäude 109 (Kinderklinik).
Wegbeschreibung: Vom Haupteingang der Kinderklinik rechts in den Czernyweg, dann die nächste links in den Kraepelinweg. Nach Gebäude 211 führt ein gepflasterter Weg direkt zur Babyklappe.
Hilfe und Alternativen
Mütter in Notlagen können sich jederzeit anonym beraten lassen. Neben der Babyklappe gibt es das Angebot der vertraulichen Geburt. Hierbei entbindet die Mutter unter einem Pseudonym medizinisch sicher im Krankenhaus, während ihre Identität geschützt bleibt. Erst mit 16 Jahren hat das Kind die Möglichkeit, Informationen über seine Herkunft zu erhalten.
Wichtig: Die Babyklappe in Mainz ist keine Einbahnstraße. Mütter, die sich später melden und Hilfe suchen, erhalten jederzeit Unterstützung durch den SkF und die Stadt.







