Der Schulträgerausschuss hat dem Antrag des Gymnasiums Nackenheim einstimmig zugestimmt, die bisherige G8-Schule in eine G9-Schule umzuwandeln. Seit dem Schuljahr 2016/17 verzeichnet das Gymnasium Nackenheim rückläufige Schülerzahlen. „Die Schule hat daraufhin im Frühjahr einen Prozess gestartet, um die Gründe für die abnehmende Schülerzahl zu analysieren“, sagte der zuständige Erste Kreisbeigeordnete Steffen Wolf. Am Ende dieses Prozesses stand nun der Antrag zur Umwandlung

Anmeldezahlen zu gering

Jährlich zu geringe Anmeldezahlen, vermehrte Abgänge im Verlauf der Mittelstufe und Wechsel von Schülerinnen und Schülern in benachbarte Gymnasien oder integrierte Gesamtschulen vor Start der Oberstufe waren die Realität in Nackenheim. Um den Trend zu stoppen, hatte die Schulgemeinschaft viel Engagement an den Tag gelegt, frühzeitig das Angebot zum Beispiel als digitale Pilotschule geschärft und sehr intensiv mit den umliegenden Grundschulen kommuniziert: „Wir waren hier auch auf einem guten Weg“, sagte Schulleiterin Antje Schwebler. Dann habe Corona diese Bemühungen aber konterkariert: Für das laufende Schuljahr haben sich 45 Kinder angemeldet, 90 waren erwartet worden. „In der anstrengenden Coronazeit haben viele Eltern ihren Kindern G8 offenbar nicht auch noch zumuten wollen“, sieht die Schulleiterin als einen Hauptgrund für diese Entwicklung.

G9 als Zukunft des Nackenheimer Gymnasiums

Damit das Gymnasium aber in seiner Existenz gesichert wird, wurde unter Moderation des Bildungsministeriums eine Impulsgruppe eingerichtet – mit Schulträger, Schulaufsicht, einer externen Schulentwicklungsberaterin, Eltern-, Schüler-, und Lehrervertretungen sowie der Schulleitung. Analysiert und diskutiert wurde dabei ergebnisoffen, betonten Wolf und Schwebler. Am Ende stellte sich aber die Umwandlung zu G9 als der Weg heraus, der die Zukunft der Schule am besten absichert. Die bereits an der Schule lernenden Kinder verbleiben im bestehenden G8-GTS-System. In der neuen G9 Schulform für die ab dem kommenden Schuljahr aufzunehmenden Schülerinnen und Schüler sollen die Stärken der Schule erhalten bleiben. „Wir sind eine kleine Schule und wir sind stolz auf die Auszeichnung als Digitale Schule. Moderne Unterrichtskonzepte in Verbindung mit dem engagierten Kollegium bilden die Basis der weiteren Schulentwicklung“, sagte Antje Schwebler.

Antrag mit hoher Stimmenmehrheit

Der Antrag auf Wechsel des Schulsystems wurde bereits in der Gesamtkonferenz des Gymnasiums Nackenheim mit einer sehr hohen Stimmenmehrheit angenommen. Die Zustimmung des Schulträgerausschusses des Kreises Mainz-Bingen war nun der nächste Schritt. In der Sitzung unterstützte auch Dr. Hendrik Förster, Leiter des Gymnasiums Oppenheim, den Antrag: „Diese Entscheidung hat positive Auswirkungen auf die Schullandschaft im Süden des Landkreises. Ich gehe davon aus, dass dadurch der Druck auf die Gymnasien in Oppenheim und vielleicht auch Nieder-Olm nachlässt.“

Kreistag muss dem Antrag noch zustimmen

Nach dem Schulträgerausschuss muss nun im Dezember noch der Kreistag dem Antrag zustimmen. Danach geht es ins Verfahren beim Bildungsministerium, das ebenfalls noch sein Placet geben muss. Feststehen wird der Wechsel von G8 auf G9 dann voraussichtlich zu Beginn des kommenden Jahres. Aber aufgrund der Einbindung aller relevanten Gruppen und der breiten Zustimmung geht der Schulträger von einem positiven Bescheid aus. Die Schule wirbt ab sofort mit der Variante G9 um Schülerinnen und Schüler für das Schuljahr 2022/2023.