Feyza Önal sagt über sich: „Ich lebe in drei Welten.“ Sie ist Türkin und Deutsche – und sie zählt sich als Hörgeschädigte zur Gehörlosen-Community. Über ihr Leben und ihre Geschichte spricht Feyza am heutigen Tag der Vielfalt 2021 (18.Mai 2021) auf dem „naber?wasgeht!“-Youtube-Kanal. Das Porträt beinhaltet die simultanen Gebärden eines Gebärdensprachdolmetschers. Die Folge ist auch in der ARD-Mediathek zu sehen.

Dreisprachig: Türkisch, Deutsch und Gebärdensprache

Feyza Önal ist hörgeschädigt. Von Geburt an lebt die gebürtige Mainzerin mit dieser Behinderung, die an Taubheit grenzt. Im Alter von sechs Jahren kam Feyza in ein Förderschul-Internat, das auf gehörgeschädigte Schüler*innen spezialisiert ist. Keine leichte Entscheidung – gerade für ihre Mutter, doch nur so konnte Feyza maximal gefördert werden. Neben Deutsch und Türkisch lernte Feyza dort eine weitere Sprache: die Gebärdensprache.

Auch wenn sie ihre Eltern nur an den Wochenenden oder den Schulferien sah, war die Schulzeit bis zur Oberstufe sehr schön. Das änderte sich, als Feyza für die Oberstufe auf ein Internat in der Nähe von Freiburg wechselte und keine Sonderpädagog*innen mehr den Unterricht leiteten. Die Lehrkräfte waren auf Feyza mit ihrem Handicap nicht vorbereitet und haben sie nicht richtig unterstützt – so dass Feyza ihre Zuversicht und ihr Selbstbewusstsein verlor.

Wendepunkt durch mutige Entscheidung zu studieren

Mit Unterstützung durch ihre Freundinnen und ihre Mutter hat Feyza durchgehalten und Abitur gemacht. Danach wollte sie sich erst orientieren – und ging für ein FSJ an eine Mainzer Grundschule. Zunächst aus reiner Neugier wagte sie noch einen weiteren Schritt und ging an die Uni. An der Pädagogischen Hochschule Heidelberg fand sie ihre Leidenschaft und die motivierende Anerkennung. Sie hat ihr Studium der Hörgeschädigten-Pädagogik abgeschlossen und bekam nach ihrem Referendariat gleich eine Stelle als Lehrerin. Seit diesem Schuljahr unterrichtet Feyza gehörlose Flüchtlinge an der „Schule beim Jakobsweg“ in Winnenden.

Die Reportage-Reihe „naber? Was geht!“ vom SWR rückt inspirierende Frauen aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, die türkische oder kurdische Wurzeln haben, in den Mittelpunkt und zeigt ihre Lebensgeschichten und ihren Alltag.

Reportage-Reihe

Zum Tag der Vielfalt am 18. Mai 2021 zeigt das SWR Fernsehen zwei weitere spannende Biografien von jungen Frauen mit Einwanderungsgeschichte, die Benachteiligung und Ungleichheit überwunden und ihren Weg gemacht haben: 30-minütiges Spezial „naber? Was geht!“ am Mittwoch, 19.5., um 0:15 Uhr im SWR Fernsehen.