Am Dienstag (12. Oktober 2021) kam es gegen 12:00 Uhr auf einem Baustellengelände in der Nähe des ehemaligen Hildegard Krankenhauses zu einem großangelegten Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Bei dem Brand wurden zehn Personen verletzt. BYC-News war vor Ort.


Alarmierung weiterer Kräfte nach kurzer Erkundung

Bei Bauarbeiten hatte sich nach ersten Erkenntnissen Baumaterial entzündet. Nachdem erste Rettungskräfte vor Ort waren drang dichter Rauch aus dem sechsstöckigen Gebäude. Umgehend wurde das Einsatzstichwort auf „B3 – Gebäudebrand“ erhöht. Disponenten der Feuerwehrleitstelle entsandten umgehend eine Armada von Rettungsfahrzeugen zum Einsatzort. Auch der Rettungsdienst war mit einem dutzend Fahrzeugen im Einsatz.

Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort, beide Feuerwachen der Stadt Mainz waren im Einsatz. Zudem die freiwillige Feuerwehr Bretzenheim sowie die freiwillige Feuerwehr Hechtsheim war im Einsatz. Das DRK, der ASB, der Maltester Hilfsdienst, die Johanniter sowie der Rettungsdienst Corneli kümmerten sich um verletzte und betroffene Personen. Zusätzlich war der Rettungshubschrauber Christoph 77 vor Ort im Einsatz. Die freiwillige Feuerwehr Drais und weiteres Personal der Berufsfeuerwehr besetzten zwischenzeitlich die verwaisten Gerätehäuser der Feuerwachen 1 und 2. Die Straße rund um die Einsatzstelle war weiträumig abgesperrt.

Abschnittsleitung Gesundheit im Einsatz

Aufgrund der Meldung, dass mehr als vier Personen bei dem Feuer verletzt worden sind, wurde „MANV-Alarm“ ausgelöst und die Abschnittsleitung Gesundheit auf den Plan gerufen. Diese Einheit des Rheinland-Pfälzischen Gesundheitssystems wird immer dann alarmiert, wenn bei einer Großschadenslage mehrere Personen zu Schaden kommen. Zu dieser Einheit gehört ein organisatorischer Leiter und ein leitender Notarzt, diese sind für die gesamte organisatorische Abwicklung der Bewältigung von Schadensereignissen mit einer größeren Anzahl Verletzter, Erkrankter und/oder sonstiger Betroffener zuständig und verantwortlich.

Personenrettung mit Hindernissen

Weil auch die Außenanlage des Rohbaus noch nicht fertiggestellt war, konnten die beiden Drehleitern der Feuerwehr nicht aufgestellt werden. Da aber drei Bauarbeiter auf einen Balkon im sechsten Obergeschoss geflüchtet waren, weil ihnen der Fluchtweg durch das bereits stark verrauchte Treppenhaus abgeschnitten wurde,  mussten diese dementsprechend von der Feuerwehr mit Fluchthauben aus dem verrauchten Gebäude geführt werden. Drei Trupps unter Atemschutz übernahmen in dieser Zeit die Brandbekämpfung im Kellergeschoss des Mehrfamilienhaus.

Mehrere Personen verletzt

Wie der Einsatzleiter der Feuerwehr Michael Weitzel gegenüber BYC-News berichtet, kamen bei dem Brand zehn Personen zu schaden. Zwei Personen wurden mittelschwer, acht Personen wurden leicht verletzt. Die Verletzungen der zehn Personen beschränkten sich hauptsächlich auf Kohlenmonoxidvergiftungen, die bei dem Feuer durch Einatmen des Rauches entstanden sind. Zur Brandursache teilte der Einsatzleiter vor Ort mit, dass durch einen offensichtlich technischen Defekt eines Elektrokabelbündels eine größere Menge Styropor entflammt war. Das Styropor erzeugte eine Menge Rauch und giftiger Gase, die sich im in ganzen Gebäude ausbreitete.

Wie ein Sprecher der Feuerwehr Mainz um vor Ort mitteilt

„Wir sind gegen 12:00 Uhr zu einem Kellerbrand in der Hildegardstraße alarmiert worden. Die Lage war bei eintreffen unserer Einsatzkräfte zuerst etwas unübersichtlich gewesen, da es sich um eine Baustelle handelte. Es wurden direkt von uns Menschenrettungsmaßnahmen eingeleitet. Wir haben drei Personen mit Brandschutzhauben über den Treppenaufgang gerettet und mehrere Personen aus dem Kellerbereich. Bei den Personen handelte sich um Bauarbeiter die hier tätig sind.“

Zur Brandursache kann ich bislang noch nichts konkretes sagen. Es haben mehrere Baumaterialien im Kellerbereich gebrannt. Der schwarze Rauch ist dann wie in einem Kamin durch das Treppenhaus gezogen und verteilte sich schnell. Das Kellergeschoß erstreckt sich über 3 Stockwerke, dementsprechend schwer war es, den Überblick zu erlangen. Die Löscharbeiten selbst gingen dann zügig.“

Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen

Nachdem die Personenrettung und Brandbekämpfung abgeschlossen war, wurde das Gebäude mittels Hochleistungslüfter durch die Feuerwehr belüftet. Der Einsatz konnte gegen 14:45 Uhr beendet werden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlung zur genauen Brandursache aufgenommen. Wie hoch der Schaden an dem noch nicht fertiggestellten Gebäude ist, konnte noch nicht genau beziffert werden.

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