Teuer oder günstig? Soft, medium oder hart? Kaltschaum, Federkern oder Latex? Der Kauf einer Matratze gleicht einer Wissenschaft und wirft zahlreiche Fragen auf. Viele Verbraucher sind verunsichert, welche Faktoren entscheidend sind. Konkrete Produkteigenschaften bringen Klarheit.

Der Preis: Teuer muss nicht qualitativer sein

Wie viel muss eine hochwertige Matratze kosten? Die Antworten sind vielseitig. Verkäufer exklusiver Produkte vermitteln Verbrauchern gern den Eindruck, dass ein hoher Preis ein Qualitätsgarant ist. Dies wurde jedoch in vielen unabhängigen Tests widerlegt. Solide Modelle mit guten Testergebnissen sind bereits für rund 200 Euro erhältlich. Häufig handelt es sich um sogenannte Einheitsmatratzen, die für alle Körpertypen passend sein sollen.

Die richtige Größe wählen

Matratzen sollten weder zu kurz noch zu schmal sein. Ansonsten kann es zu Schlafstörungen aufgrund von Platzmangel auf der Liegefläche kommen. Als Faustregel gilt: Die Länge der Matratze sollte die Körpergröße um mindestens 20 Zentimeter überragen. Personen, die 190 Zentimeter groß sind, benötigen damit bereits eine Matratze mit Überlänge von mindestens 210 Zentimeter. Auch bei der Breite ist eine bedarfsgerechte Auswahl wichtig. Für Menschen mit breitem Kreuz, die sich im Schlaf viel bewegen, kann es auf Matratzen mit 90 Zentimeter Breite schnell eng werden. Das Standardmaß von einem Meter oder gar Varianten mit 140 Zentimeter sind oft die bessere Wahl.

Maßanfertigungen für individuelle Ansprüche

Erfordern Körpergröße oder räumliche Gegebenheiten besondere Abmessungen, sind maßgefertigte Matratzen eine Alternative. Wie vielfältig die möglichen Formen inzwischen sind, verdeutlicht die Internetpräsenz Matratzen-nach-Mass.de eines deutschen Unternehmens. Die Matratzen nach Kundenwunsch werden in Deutschland produziert und trotz der individuellen Fertigung dürfen Verbraucher das Ergebnis 30 Tage testen.

Keine Norm: Härte nach Bedarf

Der Härtegrad (H) von Matratzen ist nicht offiziell genormt, weshalb die Härte je nach Hersteller trotz identischem Härtegrad unterschiedlich ausfallen kann. Was hilft, ist ausgiebiges Probeliegen. Dabei lässt sich kontrollieren, ob die Wirbelsäule beispielsweise in Seitenlage eine horizontale Gerade ergibt oder womöglich rückenunfreundlich gekrümmt beziehungsweise gedehnt wird. Ist die Wirbelsäule gekrümmt, ist die Matratze zu hart. Hängt die Wirbelsäule hingegen durch, ist die Matratze zu weich. Trotz der Unterschiede gibt es Richtwerte, die bei der Auswahl des Härtegrads nach Körpergewicht als Orientierung (!) dienen:

  • Bis 60 Kilogramm: H1
  • 60 bis 80 Kilogramm: H2
  • 80 bis 100 Kilogramm: H3
  • Über 100 Kilogramm: H4 oder H5

Da der Körper gegen Abend meist müde wird, sollten Matratzen möglichst vormittags getestet werden. Dann ist der Bewegungsapparat ausgeruht und Unterschiede der Liegeeigenschaften werden deutlicher wahrgenommen.

Das Material von Federkern bis Latex

Frostbeulen sind mit Schaummatratzen wie zum Beispiel Kaltschaummatratzen gut beraten. Dieses Material isoliert besser als Federkernmatratzen und ist zudem leicht. Personen, die nachts zum Schwitzen neigen, sollten zu Taschenfederkernmatratzen greifen, da sie Feuchtigkeit schneller abtransportieren und weniger warmhalten.

Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin Markt des Norddeutschen Rundfunks hat jeweils sieben Federkernmatratzen in der Größe 140 x 200 Zentimeter beziehungsweise 90 x 200 Zentimeter getestet. Die Ergebnisse lassen sich unter ndr.de im Video nachvollziehen. Hausstauballergiker sollten sich wiederum über Latexmatratzen näher informieren, weil sie die Belastung durch Hausstaubmilben eindämmen. Nachteilig an diesem Material: Es ist teuer, schwer und erfordert Pflege.

Damit sich schwere Latexmatratzen möglichst komfortabel wenden lassen, sollten die Bezüge mit robusten Griffen an den Seiten ausgerüstet sein.

Punktelastizität und Formstabilität

Neben dem bedarfsgerechten Härtegrad spielt die Punktelastizität eine entscheidende Rolle für die Schlafqualität. Punktelastische Matratzen geben nur dort nach, wo sie durch das Körpergewicht belastet werden und stützen den Körper während des Schlafs. Das entlastet die Wirbelsäule und beugt Verspannungen vor. Zudem wird Liegekuhlen vorgebeugt, welche den Rücken stark belasten. Wie formstabil eine Matratze ist, hängt von der Stauchhärte und dem Raumgewicht ab:

  • Stauchhärte: Widerstandskraft des Materials gegenüber mechanischem Druck. Wird in Kilopascal (kPa) angegeben – Minimum 30 kPa sind ratsam.
  • Raumgewicht (RG): Werkstoffmenge in Relation zum Volumen. Je höher der Wert, desto besser die Stabilität und Belastbarkeit.

Hygienetipp: Matratzenbezüge sind praktisch, um die Hygiene zu gewährleisten und ein wohltuendes Schlafklima zu fördern. Sie sollten sich allerdings bei 60 Grad Celsius in der Waschmaschine waschen lassen.