BYC-NewsFrankfurtMassiver Stellenabbau bei Aumovia – 4.000 Entlassungen stehen bevor

Massiver Stellenabbau bei Aumovia – 4.000 Entlassungen stehen bevor

Kahlschlag in der Forschung: Continental-Spin-off Aumovio streicht weltweit 4.000 Jobs – Rödelheim schwer betroffen.

Der Frankfurter Automobilzulieferer Aumovio, der erst im vergangenen Jahr aus der Automotive-Sparte der Continental AG hervorgegangen ist, steckt in einem radikalen Umbau. In einer Pressemitteilung vom 27. Januar gab das Unternehmen bekannt, weltweit rund 4.000 Stellen zu streichen. Besonders hart trifft es die Forschung und Entwicklung – und damit auch die Konzernzentrale in Frankfurt-Rödelheim.

Fokus auf „Wettbewerbsfähigkeit“ in der Entwicklung

Aumovio ist spezialisiert auf hochmoderne Fahrzeugelektronik, wie Assistenzsysteme, Sensoren und Bildschirme. Doch genau in diesen Zukunftsbereichen wird nun der Rotstift angesetzt. Das erklärte Ziel des Vorstands: Die Forschungs- und Entwicklungsquote (F&E) soll bis 2027 von derzeit 12 Prozent auf unter 10 Prozent gedrückt werden.

Dafür sollen weltweit Standorte in Indien, Singapur, Rumänien, Serbien und Mexiko sowie Deutschland „effizienter“ gestaltet werden. Auf Deutschland entfällt dabei eine hohe dreistellige Anzahl an Arbeitsplätzen.

Rödelheim: 220 Jobs in Gefahr

In Frankfurt-Rödelheim, wo Aumovio rund 4.000 Menschen beschäftigt, sollen laut Medienberichten 220 Stellen wegfallen. Wichtig für die Belegschaft: Die klassische Produktion im Bremsenwerk bleibt von diesem speziellen Maßnahmenpaket nach aktuellem Stand unberührt. Der Abbau konzentriert sich fast ausschließlich auf hochqualifizierte Positionen in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung.

Strategiewechsel unter Kostendruck

Der Aumovia Konzern begründet den Kahlschlag mit der Notwendigkeit, Entwicklungspartnerschaften zu intensivieren und Aufwendungen auf „wertschaffende Technologien“ zu fokussieren. In der Branche wird der Schritt als Reaktion auf den enormen Kostendruck und die schwächelnde Nachfrage im Automobilsektor gewertet. Der Abbau soll bereits im laufenden Jahr 2026 abgeschlossen werden.

Für den Standort Frankfurt bedeutet dies einen herben Verlust an Know-how in einer Schlüsselindustrie. Arbeitnehmervertreter kündigten bereits an, um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen zu wollen.

Eckdaten zum Stellenabbau bei Aumovia (Stand: 27.01.2026)

  • Geplanter Stellenabbau weltweit: 4.000 Arbeitsplätze

  • Betroffene Mitarbeiter in Frankfurt-Rödelheim: ca. 220 Stellen

  • Betroffene Sparte: Forschung und Entwicklung (F&E)

  • Zeitplan: Abschluss der Maßnahmen noch im Jahr 2026

  • Zielsetzung: Senkung der F&E-Aufwandsquote von 12 % auf unter 10 % bis 2027

  • Betroffene Länder: Deutschland, Indien, Singapur, Rumänien, Serbien und Mexiko

Unternehmensprofil AUMOVIO SE

  • Hauptsitz: Frankfurt am Main, Deutschland

  • Mitarbeiter gesamt: ca. 90.000 weltweit

  • Kernprodukte: Fahrzeugelektronik, Sensoren, Bildschirme, Assistenzsysteme

  • Umsatz (2024): 19,6 Milliarden Euro (als ehemalige Continental-Sparte)

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