Zum mittlerweile neunten Mal zieht Oberbürgermeister Michael Ebling gemeinsam mit Bürgermeister Günter Beck sowie den Beigeordneten Manuela Matz, Dr. Eckart Lensch, Janina Steinkrüger, Marianne Grosse und Volker Hans Jahresbilanz. Die Bürger der Landeshauptstadt Mainz erhalten im Jahresbericht des Stadtvorstandes einen umfassenden Einblick in die Arbeit der einzelnen Ämter und kommunalen Betriebe.


Marianne Grosse, Dezernat für Bauen, Denkmalpflege und Kultur

Auch im Jahr 2021 stand das Thema Wohnraumschaffung im Fokus des Bau- und Kulturdezernats. Mit der Entwicklung und Realisierung des größten Entwicklungsbereiches in Mainz, dem Heiligkreuz-Viertel, geht es weiterhin in großen Schritten voran.

Die neuen Wohnquartiere Rodelberg in der Oberstadt und auf dem Hartenberg mit insgesamt rund 490 Wohneinheiten und einer durchschnittlichen Quote von 25 % gefördertem Wohnraum werden im nächsten Jahr bereits fertiggestellt. Mit dem Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan ist der Weg für die Entwicklung des Wohnquartiers auf dem Areal der ehemaligen Brauerei in der Wormser Straße in Weisenau frei. Hier entstehen in den nächsten Jahren rund 200 Wohneinheiten (Förderquote: 25 %).

Auch ein ganz neues Wohnquartier wurde in diesem Jahr auf den Weg gebracht: Auf dem Lerchenberg sollen auf der Fläche des so genannten „Spargelacker“ in unmittelbarer Nähe zum Ortszentrum rund 400 neue Wohneinheiten entstehen. Hier steht für das kommende Jahr der städtebauliche Wettbewerb an. „Unsere intensiven planerischen Bemühungen der letzten Jahre zur Wohnraumschaffung zeigen immer mehr Wirkung, wie man überall im Stadtgebiet eindrucksvoll sehen kann“, so Baudezernentin Marianne Grosse. „Die Entwicklung ist sehr dynamisch und wir haben noch jede Menge Projekte in Arbeit und Vorbereitung, was mich sehr freut.“

„Und was mir ganz besonders wichtig ist: Alle genannten Wohnquartiere werden auf einem sehr hohen planerischen und architektonischen Niveau umgesetzt. Denn die Erfahrung zeigt uns, dass die städtebauliche Qualität alles entscheidend dafür ist, dass wir Wohnquartiere mit einer hohen Lebens- und Umfeldqualität schaffen, in denen die Menschen sich wohlfühlen“, unterstreicht Grosse.

Töngeshalle in Ebersheim und das Kulturheim Weisenau fertiggestellt

Auch im Bereich Hochbau konnten im zurückliegenden Jahr einige wichtige Projekte fertig gestellt werden: Die Töngeshalle in Ebersheim und das Kulturheim Weisenau konnten dank umfangreicher Fördermittel saniert und erweitert werden und stehen den Mainzer:innen im nächsten Jahr wieder zur Verfügung. Und auch auf den Schulbaustellen ist viel passiert, wie Baudezernentin Grosse erläutert: „Der zweite Bauabschnitt für die IGS Auguste Cornelius in Hechtsheim für das neue Mensa- und Verwaltungsgebäude ist auf der Zielgeraden und der Neubau für die Grundschule Theodor-Heuss direkt nebenan schreitet ebenfalls in großen Schritten voran.“

Naturverträgliche Mauersanierung an der Zitadelle

Erfreulich ist aus Sicht der Denkmaldezernentin, dass die bereits 2019 begonnen Maßnahmen zur naturverträglichen Mauersanierung an der Zitadelle entlang der Windmühlenstraße fortgesetzt werden konnten. Ein besonderes Augenmerk galt in diesem Jahr auch den römischen Denkmälern in der Stadt. Insbesondere konnte das Römische Bühnentheater durch die Aufstellung der Info-Box wieder mehr in den Fokus gerückt werden. Die Info-Box enthält eine kleine, feine Ausstellung zu Bühnentheater, Drususstein und Zitadelle.

Dezernentin Grosse abschließend: „Wir blicken zurück auf ein arbeitsreiches, aber aus meiner Sicht auch sehr erfolgreiches und produktives Jahr 2021 zurück. Wir konnten viele Projekte abschließen, haben andere neu begonnen, die die nächsten Jahre prägen werden.“


Weiterentwicklung des Gutenberg-Museums

Im Juni 2021 wurde die von Bund, Land und Stadt gemeinsam finanzierte Machbarkeitsstudie vorgestellt, die Weiterentwicklung des Gutenberg-Museums detailliert untersucht und auch eine Kostenprognose enthält. Sie zeigt die Chancen und Möglichkeiten der Neukonzeption auf und bestätigt, dass die bauliche Umsetzung an dem geplanten historischen Standort möglich ist, dass das notwendige Raumprogramm funktional und szenografisch abgebildet werden kann, und dass damit das Projekt, in dem von allen Beteiligten gewünschten Rahmen, realisierbar ist.

Die Landeshauptstadt Mainz hat 2021 das an das Gutenberg-Museum angrenzende und leerstehende Hotel Schwan erworben, um weitere Flächen für die Umsetzung des Raumprogrammes zu schaffen.

„Die Vorbereitung des europaweiten Architektenwettbewerbs und die Erstellung des Auslobungstextes war ebenfalls einer der zentralsten Punkte in diesem Jahr“, unterstreicht Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse. Es ist geplant, den Auslobungstext im ersten Gremienlauf im neuen Jahr 2022 einzubringen und dann final in der Stadtratssitzung am 9. Februar 2022 die Veröffentlichung beschließen lassen. Wie bisher im Projekt, ist auch im Wettbewerbsverfahren die Arbeitswerkstatt „Modernisierung Gutenberg-Museum“ beteiligt.

„Die Erstellung des Auslobungstextes erfolgt durch das externe, sehr erfahrene Architekturbüro Edda Kurz aus Mainz. Die Grundsätze und Inhalte eines Auslobungstextes wurden von Frau Kurz bereits in der Arbeitswerkstatt vorgestellt und sie hat hierzu viel Lob und Akzeptanz erhalten“, so Marianne Grosse. Die wichtigsten Aufgaben und Ziele des Wettbewerbs Gutenberg-Museums seien der Umgang mit dem Römischen Kaiser (in enger Abstimmung mit der Oberen und Unteren Denkmalbehörde), die Schaffung eines „dritten Ortes“ als Plattform und Begegnungsort der Bürger:innen inklusive der Berücksichtigung der Freibereiche und die Umsetzung des maximalen Bauvolumens.

Auswirkungen der Corona-Krise

Die Auswirkungen der Corona-Krise haben auch 2021 die Kultur wieder fest im Griff gehabt: Das Publikum ebenso wie diejenigen, die auf den Bühnen stehen oder hinter den Kulissen für die Technik, die Verpflegung oder Organisation sorgen. Kulturdezernentin Marianne Grosse: „Auch wenn in den vergangenen Monaten Vieles wieder möglich geworden ist, so sind wir noch weit von einem Normalzustand entfernt und blicken auch jetzt wieder mit gemischten Gefühlen auf das neue Jahr. Trotzdem kann die Krise auch echte Erfolgsgeschichten schreiben und dazu zählt an vorderster Stelle unsere Reihe „Kultur verbindet – Zitadelle live!“. In der zweiten Runde im zweiten Corona-Sommer war unser Open-Air Programm noch größer, noch bunter und noch erfolgreicher.“ Der Startschuss kam am 10. Juni 2021, kurz nachdem Veranstaltungen in Deutschland und Rheinland-Pfalz wieder erlaubt waren. Insgesamt wurden 57 Shows auf dem Zitadellen-Gelände gespielt und knapp 17.000 Menschen waren dabei. Alle Genres von Comedy und Kabarett bis hin zu Klassik und Indie sowie zahlreiche Mainzer Kulturschaffende waren vertreten. „Sowohl das Publikum als auch alle aktiv Mitwirkende waren begeistert. Unser Titel „Kultur verbindet“ hat sich – trotz Abstandsregeln – als absolut treffende Wahl erwiesen“, freut sich Marianne Grosse.

„Auch 2021 konnten wir dank eines großzügigen Hilfsprogramms wieder zahlreichen Kulturschaffenden in der Coronapandemie helfen“, erläutert die Kulturdezernentin. Es konnten neben der institutionellen Förderung und regulären Projektförderung zusätzlich 26 Projekte aus der Mainzer Kultur mit knapp über 116.000 Euro unterstützt werden. 2021 lag der Fokus der Unterstützung auf Corona-konformen Veranstaltungsformaten und insbesondere Veranstaltungsreihen, die ein buntes kulturelles Programm trotz Corona ermöglicht haben.


Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz

„Mit dem ‚Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz‘ haben wir in Mainz eine Einrichtung, die dem Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus ebenso wie der Demokratiebildung verschrieben ist. Diese Themen sind so aktuell wie nie zuvor. Als offizieller Ort des Gedenkens der Landeshauptstadt Mainz hat sich das Haus des Erinnerns mit seinen vielfältigen Aktivitäten inzwischen fest etabliert.“, stellt Marianne Grosse Kulturdezernentin und Mitglied des Stiftungsvorstandes ‚Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz‘ zufrieden fest.

Die Arbeit der Institution unter der Leitung von Dr. Cornelia Dold findet sowohl durch das Publikum, in Fachkreisen als auch durch die Öffentlichkeit einen großen Zuspruch. Auf Grundlage der intensiven und erfolgreichen Zusammenarbeit des Haus des Erinnerns und dem Kulturdezernat ist es 2021 gelungen, die Arbeit auf eine ganz neue finanzielle Grundlage zu stellen: Seit 2019 erhält die Landeshauptstadt Mainz für die Arbeit des Haus des Erinnerns eine jährliche Förderung aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Auf Antrag wurde nun eine Förderung über die gesamte derzeitige Laufzeit des Bundesprogramms (2019-2024) bewilligt. Die Finanzierung des Hauses des Erinnerns ist demnach mit einer Gesamtsumme von 607.500 Euro bis 31.Dezember 2024 gesichert.

Marianne Grosse blickt in die Zukunft:

„Zusammen mit dem Haus des Erinnerns werden wir in den kommenden Jahren und auch über 2024 hinaus unsere Gedenkarbeit und Bildungsarbeit gegen Rassismus, Extremismus oder neofaschistische Strömungen konsequent fortsetzen und ausbauen.“

Weitere Berichte zur Jahresbilanz:

In den folgenden Tagen werden bei BYC-News auch die Jahresbilanzen von Oberbürgermeister Michael Ebling sowie den Beigeordneten Janina Steinkrüger und Volker Hans veröffentlicht werden.