Während Schausteller und Vereine sich auf die Weihnachtsmärkte vorbereiten, wird in der Politik immer mehr darüber gesprochen eben diese abzusagen. BYC-News sprach mit Marco Sottile, dem ersten Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Mainzer Schausteller und Marktbeschicker (IMSM) darüber, was das für die Schausteller bedeutet.


Seit Wochen laufen die Vorbereitungen und es wird Geld investiert

„Wir als Beschicker waren natürlich heilfroh, dass die Weihnachtsmärkte genehmigt wurden und das unter einigermaßen normalen Umständen. Nach zwei Jahren, in denen der Betrieb fast vollständig still stand, war das sehr positiv für uns. Aber jetzt sieht es natürlich wieder anders aus. Auch ich beobachte die steigenden Fallzahlen und die Intensivbetten, die immer knapper werden. Deshalb sehe ich das aktuell wirklich kritisch. Wir als Schausteller hoffen natürlich bis zuletzt aber die Ungewissheit ist das Schlimmste zur Zeit“, erklärt Sottile.

Die Beschicker sind schon seit Wochen dabei, sich vorzubereiten. Sie investieren Geld, stellen Leute ein, beschaffen Materialien und unterschreiben Verträge. Das alles aufgrund der Gewissheit, die es noch vor wenigen Wochen gab, dass die Weihnachtsmärkte stattfinden können. „Wenn es jetzt doch wirklich abgesagt werden soll, dann halte ich es für besser, es eher früh als spät zu machen. Denn jeder Tag, an dem das ganze weiter herausgezögert wird, kostet uns Geld. Und keiner der Schaustellerbetriebe in ganz Deutschland hat jetzt noch die Mittel dazu, ein großes Risiko einzugehen“, betont der Schausteller.

„Wenn eine Absage erfolgt, brauchen die Schausteller eine Entschädigung“

Natürlich gehe auch für ihn die Gesundheit der Menschen vor, keiner wolle eine Situation, wie es gerade in manchen Nachbarländern der Fall sei, mit hohen Infektionszahlen und überlasteten Krankenhäusern. Aber eins ist für Marco Sottile klar: „Wenn die neue Verordnung wirklich so extrem geändert werden sollte, dass sich Geimpfte und Genesene trotzdem vor einem Weihnachtsmarkt-Besuch noch testen lassen müssen, dann funktioniert das nicht. Viele Beschicker leben von der Laufkundschaft und die würde dann sicherlich wegfallen. Das wäre wirtschaftlich also überhaupt nicht sinnvoll. Und wenn die Politik sich dafür oder für eine Absage der Weihnachtsmärkte entscheidet, dann müssen sie sich auf dafür entscheiden, die Betriebe entsprechend zu entschädigen. Wenn wir das vor acht Wochen schon gewusst hätten, wäre das etwas anderes gewesen. Aber damals war das Signal klar, dass die Weihnachtsmärkte stattfinden. Alles was jetzt an Änderungen kommt, ist nicht mehr haltbar und muss dann entschädigt werden“

„Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“

Abschließend erklärt er: „Ich würde mir deshalb auf jeden Fall wünschen, dass die Planung für die Weihnachtsmärkte so bleibt wie sie ist aktuell ist und die Märkte mit einigen Maßnahmen umgesetzt werden können. Sollte das nicht machbar sein, dann sollte man das frühzeitig und klar Kommunizieren. Auch wenn einige meiner Kollegen das vermutlich nicht hören wollen: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“

Auch der Vorsitzende vom SKB Gustavsburg e. V. hat sich dazu geäußert. Hier geht es zum Artikel: Vorsitzender vom SKB Gustavsburg: „Absage der Weihnachtsmärkte wäre eine Katastrophe“