Verwirrende Verkehrsführungen im Bleichenviertel und an der Holzhofstraße sowie jahrelange Belastungen durch die Großbaustelle am Gutenberg-Museum sorgen für Unmut in Mainz. Die Mainzer Innenstadtvereine – darunter Unser Mainz in Rheinhessen e.V., Mainz City Management e.V., die Werbegemeinschaft e.V. und Gastrogefühl e.V. – fordern von der Stadtverwaltung ein professionelles Baustellen- und Verkehrsmarketing, um Bürger zu leiten und die lokale Wirtschaft zu schützen.
Verwirrung im Straßenverkehr: Verkehrsschilder erklären keine Wege
Am Beispiel der geänderten Verkehrsführung im Bleichenviertel wird die Problematik laut den Vereinen besonders deutlich. In der Hinteren Bleiche fahren regelmäßig Autos und Motorroller entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung in Richtung Gärtnergasse. Auch an der Holzhofstraße oder beim Linksabbiegeverbot an der Flachsmarktstraße kommt es häufig zu Regelverstößen oder Irrfahrten in die Fußgängerzone.
„Wer darauf nur mit weiteren Verbotsschildern reagiert, macht es sich zu einfach. Die Stadt muss nicht nur sagen, wo man nicht fahren darf, sondern rechtzeitig und unmissverständlich erklären, wie man stattdessen ans Ziel kommt“, fordert Ulrich H. Drechsler, Vorsitzender von Unser Mainz in Rheinhessen e.V..
Sorge um Betriebe rund um die Großbaustelle Gutenberg-Museum
Noch schwerwiegender bewerten die Akteure die Situation rund um den Neubau des Gutenberg-Museums am Liebfrauenplatz. Die Schließung der Weinstube „Roter Kopf“ nach massiven Umsatzeinbrüchen sowie die anstehende Schließung des Traditionsgeschäfts „Perle un Knöpp“ seien Alarmsignale für die existenzbedrohende Lage des lokalen Einzelhandels und der Gastronomie.
Jan Sebastian vom Mainz City Management e.V. verweist auf frühere Erfahrungen aus der Schillerstraße und fordert gezielte Maßnahmen zur Frequenzsteigerung:
- Attraktive Gestaltung: Einsatz von gestalteten Bauzäunen, temporären gastronomischen Zwischennutzungen und Events.
- Aktive Information: Durchführung von Baustellenführungen und transparente Kommunikation über Baufortschritte.
- Gemeinsame Kampagnen: Marketingaktionen zusammen mit den ansässigen Betrieben, um Besucher gezielt anzulocken.
Forderung nach festen Ansprechpartnern und Frühwarnsystemen
Die Vereinsvertreter betonen, dass Baustellenmarketing und Verkehrskommunikation künftig von Beginn an in Großprojekte eingeplant werden müssen – und nicht erst nach Beschwerden oder Betriebsschließungen. Neben verständlichen Wegeleitungen fordern die Akteure feste Ansprechpartner in der Verwaltung, die sich gezielt um die Anliegen und Sorgen der Gewerbetreibenden kümmern.





