Die Landeshauptstadt Mainz hat den im Frühsommer vom BMVI (Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur) ausgeschriebenen Wettbewerb „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ gewonnen. Die Stadtverwaltung hatte sich mit dem Wettbewerbsbeitrag „MaHYnzExperts“ gemeinsam mit den stadtnahen Gesellschaften, dem Land, ortsansässigen Unternehmen und der Wissenschaft beworben, um einen koordinierten Ausbauplan für Wasserstoff in Mainz zu entwickeln.

Mainzer Beitrag vom BMVI ausgewählt

Der Mainzer Beitrag um die Erkennung von Potentialen dieser Schlüsseltechnologie und zur Erstellung tragfähiger Konzepte wurde nun vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) als eine von 30 Gewinnerinnen ausgewählt. „Wasserstoff hat das Potential, entscheidend zur Energiewende beizutragen“, sind sich Umwelt- und Verkehrsdezernentin, Janina Steinkrüger, und der Dezernent für Fördermittelmanagement, Volker Hans, einig.

Seit 2015 im Gewerbepark Hechtsheim

Seit Mitte 2015 betreibt u. a. die Mainzer Stadtwerke AG im Energiepark in Mainz-Hechtsheim eine Elektrolyseanlage zur Gewinnung klimafreundlich hergestellten Wasserstoffs. Damit steht dieses Projekt ganz im Sinne des 2017 erarbeiteten „Masterplan 100 % Klimaschutz“ sowie weiteren Maßnahmen des darauffolgenden „M³ Green-City-Masterplan“. Hiermit konnten bereits wichtige Grundsteine für eine Wasserstoff-Strategie gelegt werden. Mit dieser umfangreichen Expertise war die Bewerbung um weitere Fördermittel als Wasserstoffregion der logische Schritt. Dem Aufruf des BMVI aus dem Frühjahr 2021 folgend, legte die Landeshauptstadt Mainz gemeinsam mit der Mainzer Stadtwerke AG, der Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH und dem Wirtschafts-betrieb Mainz eine Ideenskizze für ein übergreifendes Wasserstoffkonzept Mainz vor.

Übergreifende Studien notwendig

Für die Entwicklung einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft in Mainz ist ein Gesamtkonzept mit übergreifenden Studien notwendig, um einen möglichen Nutzungskonflikt zwischen dem regionalen bzw. überregionalen Mobilitätswasserstoffbedarf und dem zusätzlich absehbaren Bedarf in der Industrie entgegenzuwirken und somit ein strukturiertes Vorgehen umzusetzen. Zudem möchte Mainz als rheinland-pfälzische Landeshauptstadt eine Vorbildfunktion einnehmen und das gewonnene Wissen überregional weitervermitteln. Dafür wird in der Kategorie HyExperts eine Fördersumme von 400.000 Euro bereitgestellt.

Bemühungen prämiert

„Unsere Bemühungen wurden mit einer Prämierung gewürdigt“ freut sich Volker Hans, Dezernent für Fördermittelmanagement der Landeshauptstadt Mainz, der sich für die Bewerbung um diese Fördermittel besonders engagierte.

Auch die Mainzer Stadtwerke freuen sich über die Förderung: „Wasserstoff ist ein Energieträger der Zukunft. Wir sind stolz, dass durch unsere Aktivitäten im Bereich Wasserstoff bereits eine sehr gute Grundlage geschaffen ist. Die Förderung kommt daher zum richtigen Zeitpunkt, um weitere ambitionierte Schritte in Richtung Klimaschutz zu gehen“, so Dr. Tobias Brosze, Vorstand der Mainzer Stadtwerke AG.

Gutachten in Auftrag geben

„Zur Erarbeitung eines übergreifenden Wasserstoffkonzeptes wird die Landeshauptstadt Mainz ein Gutachten beauftragen, welches die lokale Erzeugung, den Verbrauch sowie die zugehörige Infrastruktur, Distribution, Speicherung und den Importbedarf unter-sucht. Bestehende Erzeugungen und mögliche Ausbaustufen sollen zu einem koordinierten Ausbauplan für Wasserstoff in Mainz entwickelt werden“, so Umwelt- und Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger weiter. Für eine weiterhin erfolgreiche Marktaktivierung von Wasserstoff mit lokaler Wertschöpfung bedarf es in Mainz und der unmittelbaren Region einer sektorenübergreifenden Zusammenarbeit der Akteure, die bisher nur projektbezogen zusammenkommen.

Akzeptanz und positive Wahrnehmung der Bevölkerung

Für die Akzeptanz und eine positive Wahrnehmung des Projektes in der Bevölkerung wird projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt. Letztendlich ist auch klar, dass es für den weiteren Ausbau der Wasserstoffwirtschaft auch weiterer Förderungen bedarf, wofür die Studie wertvolle Erkenntnisse liefern wird.

Aufgrund der hohen Nachfrage im Wettbewerb und der qualitativ hochwertigen Bewerbungen erhöhte das BMVI die ursprüngliche Anzahl der potentiellen Gewinner im Übrigen von 20 auf 30 Regionen.