Verkehrsteilnehmer im Raum Ginsheim-Gustavsburg und Wiesbaden/Mainz-Kostheim müssen sich ab dem kommenden Montag, den 3. August, auf erhebliche Verkehrsbehinderungen einstellen. Im Auftrag von Hessen Mobil beginnt an diesem Tag die umfangreiche und grundhafte Instandsetzung der Mainbrücke (Darmstädter Landstraße/Hauptstraße) im Zuge der Bundesstraße B 43. Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits im Mai dieses Jahres anrollen. Da sich jedoch die Baumaßnahme der Autobahn GmbH an der Hochheimer Brücke im Zuge der A 671 verlängerte, musste der Start verschoben werden, da die B 43 als unverzichtbare Ausweichroute diente.
Fakten zu den Bauarbeiten:
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- Was: Instandsetzung der Mainbrücke
- Ab wann: Ab 3. August 2026
- Geplante Fertigstellung: Voraussichtlich in 3 Jahren
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Erste Bauphase an der Mainbrücke zwischen Gustavsburg und Kostheim: Halbseitige Sperrung in Richtung Wiesbaden
Die Arbeiten starten an der Vorlandbrücke auf der Seite von Ginsheim-Gustavsburg. Für die Verkehrsteilnehmer bedeutet dieskonkrete Einschränkungen: Im Baustellenbereich muss die B 43 in Fahrtrichtung Wiesbaden halbseitig gesperrt werden. Eine Baustellenampel regelt ab dann den Verkehr.
Auch Fußgänger und Radfahrer sind direkt betroffen, da der Geh- und Radweg auf der gesperrten Seite ebenfalls voll gesperrt werden muss. Eine entsprechende Umleitung wird eingerichtet und führt über den Geh- und Radweg auf der gegenüberliegenden Fahrbahnseite. Diese erste Bauphase wird voraussichtlich bis Dezember 2026 andauern. Über alle weiteren Phasen will Hessen Mobil die Öffentlichkeit jeweils gesondert informieren.
Ein Mammutprojekt: Drei Jahre Bauzeit für drei Brückenteile
Bei der Mainbrücke handelt es sich um einen Brückenzug, der sich aus drei eigenständigen Teilbauwerken zusammensetzt: der Vorlandbrücke bei Gustavsburg (Teilbauwerk C), der Strombrücke (Teilbauwerk B) und der Rampe auf der Kostheimer Seite (Teilbauwerk A). Die nun anlaufende Sanierung ist ein echtes Mammutprojekt: Sie betrifft alle drei Abschnitte und ist auf eine Gesamtbauzeit von rund drei Jahren ausgelegt. Die Arbeiten werden nacheinander ausgeführt – nach der Vorlandbrücke folgen die Kostheimer Rampe und schließlich die Strombrücke.
Regelmäßige Bauwerksprüfungen hatten zuvor erhebliche Mängel an Kappen, Überbau, Pfeilern, Entwässerung, Fahrbahnen, Gehwegen und Geländern offengelegt. Ohne die Sanierung wären die Verkehrssicherheit und die Dauerhaftigkeit der Brücke akut gefährdet. Das Sanierungskonzept von Hessen Mobil sieht daher eine Rundum-Erneuerung der Ober- und Unterseiten aller Brückenteile vor.
Auf der Oberseite der rund 385 Meter langen Überführung werden Übergangskonstruktionen, Kappen und Geländer komplett ausgetauscht. Zudem erneuern die Arbeiter die Entwässerungsleitungen, die Abläufe, die Abdichtungen und Teile des Fahrbahnbelags. Schadhafte Stellen am stählernen Tragwerk werden ausgebessert und sämtliche Stahlteile erhalten einen neuen Korrosionsschutz.
An der Unterseite stehen Sanierungen der Wand der Kostheimer Rampe sowie der Widerlager und Pfeiler der beiden anderen Brückenteile an. Risse im Bereich des Sandsteinmauerwerks und der Lagersockel werden verpresst, Fugen instandgesetzt und die Brückenlager zwischen Unter- und Überbau erneuert. Gleichzeitig werden die waagrechten Kragarme der Brückenteile entweder verstärkt (Vorlandbrücke) oder komplett neu hergestellt (Rampe Kostheim).
Die Arbeiten an den einzelnen Teilbauwerken im Detail
1. Vorlandbrücke Gustavsburg (Teilbauwerk C)
Die Vorlandbrücke ist eine 164 Meter lange Spannbetonkonstruktion aus dem Jahr 1955, die auf sechs Einfeldträgern und einem Kastenwiderlager ruht. Auf der Oberseite werden zunächst auf der Oberstromseite des Mains (Fahrtrichtung Wiesbaden) die Kappen samt Gesims und Geländer erneuert. Im Anschluss wechseln die Arbeiten auf die Unterstromseite der anderen Fahrbahnrichtung, was ebenfalls eine halbseitige Sperrung dieser Richtung erfordert. Bei diesen Schritten werden auch die waagrechten Kragarme verstärkt. Zum Abschluss dieser Phase wird unter Vollsperrung die Fahrbahn samt Rinne neu asphaltiert und die Übergangskonstruktion ausgetauscht.
2. Strombrücke (Teilbauwerk B)
Die rund 182 Meter lange Strombrücke überspannt den Main und stammt aus den Jahren 1946/1955. Sie besteht aus einer Stahlfachwerkkonstruktion mit einer Betonfahrbahn. Um die Stabilität der Brücke nachhaltig zu erhöhen, werden am Fachwerk oben und unten zusätzliche Stahllamellen als Verstärkung eingebaut. Da das Tragwerk hierfür maximal entlastet sein muss, ist für diese Arbeiten eine Vollsperrung unumgänglich. Darüber hinaus werden Fahrbahnbelag, Abdichtung und Übergangskonstruktion erneuert, lose Nieten im Fachwerk ersetzt, ein Schrammbord an den Kappen montiert und die gesamte Stahlkonstruktion neu gegen Korrosion geschützt.
3. Kostheimer Rampe (Teilbauwerk A)
Das älteste Teilbauwerk ist die rund 28 Meter lange Rampe auf Kostheimer Seite aus dem Jahr 1888. Sie besteht aus einem komplexen Mix aus Deckplatten, Stützmauern, Gewölben und Kragenträgern. Bevor es hier richtig losgehen kann, steht eine Kampfmittelsondierung sowie eine Bohrerkundung im Bereich der Verkehrsinsel an, um Aufschluss über den Baugrund zu erhalten. Die Ergebnisse bestimmen das Design des notwendigen Baugrubenverbaus.
Zunächst wird die Verkehrsinsel auf der B 43 zurückgebaut und eine Baugrube in der Mitte der Fahrbahn ausgehoben. Unter halbseitiger Sperrung wird dann der Kragarm in Fahrtrichtung Kostheim zurückgebaut und neu errichtet – inklusive neuer Kappen und Fahrbahn. Für die Montage des dafür notwendigen Traggerüsts muss die Straße „Mainufer“ voll gesperrt werden, was auch den temporären Wegfall von Parkplätzen am Mainufer zur Folge hat. Danach werden, wieder unter halbseitiger Sperrung der B 43, die Kellerräume im Gewölbe der Rampe saniert. Den Abschluss bildet der Einbau eines neuen Fahrbahnbelags auf der Rampe, wofür wiederum eine Vollsperrung nötig wird.
Fuß- und Radverkehr bleibt gesichert – Millioneninvestition
Trotz der massiven Bauarbeiten gibt es für Fußgänger und Radfahrer eine gute Nachricht: Die Unterführungen der Kostheimer Rampe sowie der Vorlandbrücke bleiben während der gesamten Bauzeit durchgängig geöffnet. Zudem wird der Fuß- und Radverkehr immer auf mindestens einer Seite der Mainbrücke sicher über den Fluss geleitet.
Die Gesamtkosten für dieses umfassende Infrastrukturprojekt belaufen sich auf rund 10 Millionen Euro. Diese Summe teilen sich die Bundesrepublik Deutschland und die Landeshauptstadt Wiesbaden.







