Hierzulande stellen die Rentner einen großen Anteil an der Bevölkerung dar und viele von ihnen wohnen in einer eigenen Immobilie. In vielen Fällen ist die Rente knapp bemessen. In dieser Situation kann eine Immobilienrente die Lösung sein.

Das dahinterstehende Prinzip beruht darauf, dass das in der Immobilie gebundene Kapital ganz oder teilweise zur Verfügung gestellt wird, um zur Verbesserung der Lebensqualität im Alter eingesetzt zu werden. Gleichzeitig verbleibt das Wohnrecht oder Nießbrauchrecht und das Heim kann weiterhin genutzt werden.

Was wird unter einer Immobilienrente verstanden?

Viele Senioren leben schon seit Jahrzehnten in ihrer eigenen Immobilie. Das Eigenheim ist mit unzähligen Erinnerungen verbunden, weil die Kinder dort groß geworden sind, unzählige Familienfeiern abgehalten wurden und der Garten eigenhändig angelegt sowie gepflegt wurde. Gleichzeitig verfügen viele Hauseigentümer nur über eine schmale Rente, die ausschließlich für das Notwendigste reicht. So können viele Träume wie die lang ersehnte Reise oder der Erwerb eines Wohnmobils nicht gelebt werden.

Für viele Menschen, die sich in dieser Situation befinden, kann eine Immobilienverrentung die notwendigen Mittel bereitstellen, damit die Wünsche im Alter Realität werden. Wichtig dabei ist, dass das Wohnrecht beziehungsweise das Nießbrauchrecht über das Grundbuch abgesichert wird. So können Sie später auch in der Immobilie wohnen bleiben. Folgende Modelle können je nach persönlicher Lebenssituation interessant sein.

Der Immobilien-Teilverkauf

Für viele ältere Menschen ist es aktuell nicht einfach, aufgrund ihres Alters einen Kredit von einer Bank zu erhalten. Für Eigentümer kann deshalb ein Teilverkauf ihrer Immobilie eine Lösung sein, um Immobilienkapital freizusetzen und die Liquidität zu erhöhen. Für einen Teilverkauf muss Ihre Wunschauszahlung mindestens 100.000 Euro für maximal 50 Prozent des Hauses beziehungsweise der Eigentumswohnung betragen. Demnach müsste die Immobilie einen Marktwert von mindestens 200.000 Euro haben.

Als Teilverkäufer erhalten Sie ein Wohn- und Nutzungsrecht für die Immobilie und können so weiter Zuhause wohnen bleiben, die Immobilie nutzen und bei Bedarf vermieten. Für das Nießbrauchrecht zahlen Sie monatlich ein sogenanntes Nutzungsentgelt an den Teilkäufer. Wie der Immobilien-Teilverkauf genau funktioniert und was Sie sonst noch wissen sollten, erfahren Sie hier. Ein Teilverkauf hat folgende Vor- und Nachteile:

Vorteile

  • Für ältere Immobilieneigentümer, die beispielsweise keinen Kredit mehr von der Bank erhalten oder keine Erben haben
  • Sie können Kapital aus der Immobilie herauslösen und sich mit dem Geld langersehnte Wünsche erfüllen, ohne das geliebte Zuhause zu verlassen
  • Sie profitieren von einer ausführlichen Beratung sowie transparenten Abläufen
  • Der Teilverkäufer ist weiterhin anteilig an künftigen Wertsteigerungen der Immobilie beteiligt
  • Der verkaufte Immobilienanteil kann vermietet, vollständig veräußert oder auch zurückgekauft werden
  • Erben des Teilverkäufers erhalten ein Erstankaufsrecht auf den verkauften Anteil

Nachteile

  • Die Kosten für Renovierungs- und Sanierungsarbeiten an der Immobilie werden weiter vom Teilverkäufer getragen
  • Einige Anbieter berechnen bei einem späteren Gesamtverkauf der Immobilie ein Durchführungsentgelt

Das “tilgungsfreie” Darlehen

Dieses Modell kommt für Senioren infrage, die wissen, wem sie ihr Erbe vermachen. Dabei vergibt die Bank ein Darlehen, das für die eigentlichen Kreditnehmer tilgungsfrei ist. Es muss später von den Nachkommen zurückgezahlt werden. Dadurch zeichnet sich der Kredit durch niedrige Ratenzahlungen aus.

Meist kann die Immobilie auf diesem Weg mit bis zu 150.000 Euro belastet werden. Diese Beträge stehen für den Eigentümer zur freien Verfügung. Sie können sowohl für Modernisierungsmaßnahmen verwendet oder in Lebensträume investiert werden.

Vorteile

  • Ein festgeschriebener und günstiger Zins
  • Die Immobilie bleibt im Besitz des Kreditnehmers
  • Transparente Regelungen

Nachteile

  • Risiko bei Zinsänderungen
  • Hohe Zinsen und schlechtere Konditionen

Die Leibrente

Bei dieser Lösung wird die Immobilie an den Kreditgeber verkauft. Im Gegenzug wird eine zusätzliche Rente in Form einer monatlichen Zahlung bis an das Lebensende oder in Form eines Einmalbetrages an den Kreditnehmer ausgezahlt. Das Wohnrecht wird in das Grundbuch eingetragen. Es sollte bei Vertragsabschluss abgeklärt werden, wer die Instandhaltungskosten trägt.

Vorteile

  • Versorgungssicherheit im Alter
  • Keine monatlichen Belastungen außer den Nebenkosten wie Strom, Wasser und Heizung
  • Ehemaliger Eigentümer erhält Wohnrecht
  • In vielen Fällen werden die Instandhaltungskosten vom Käufer übernommen

Nachteile

  • Die Verkäufer profitieren nicht mehr vom Wertzuwachs der Immobilie
  • Immobilie darf vom ehemaligen Besitzer nicht vermietet werden
  • Bei einem frühen Tod verfallen die Ansprüche

Was versteht man unter Rückvermietung?

Eine Rückvermietung ähnelt der Leibrente. Der Unterschied besteht darin, dass das Wohnrecht nicht vom Kaufpreis abgezogen wird. Der Verkäufer erhält den vollen Kaufpreis. Danach bleibt er in der Immobilie wohnen und bezahlt monatlich eine marktübliche Miete. Es empfiehlt sich, das Wohnrecht vertraglich abzusichern, indem der „Kündigungsgrund wegen Eigenbedarf“ ausgeschlossen wird.

Vorteile

  • Rasche Freisetzung von Kapital
  • Verkäufer darf in der Immobilie wohnen bleiben
  • Der neue Eigentümer ist für die Instandhaltung verantwortlich

Nachteile

  • Je höher der Verkaufswert, desto höher fallen die Mietzahlungen aus
  • Ehemalige Besitzer profitieren nicht mehr vom Wertzuwachs der Immobilie

Bei einer Umkehrhypothek wird die Immobilie vom Eigentümer beliehen und bleibt weiterhin in dessen Besitz. Es wird kein Kaufvertrag abgeschlossen, sondern ein Kreditvertrag mit einer Bank. Die Darlehenssumme wird im Grundbuch eingetragen. Das Darlehen wird erst dann mit Tilgung und Zins zurückgezahlt, wenn die Eigentümer ausziehen oder versterben und das Haus verkauft werden kann. So kann der Kreditnehmer bis zu seinem Ableben mit einer hohen Liquidität rechnen.

Um an eine Umkehrhypothek zu gelangen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. So sollten die Kreditnehmer schon 65 Jahre öder älter sein. Außerdem machen es die meisten Geldhäuser zur Bedingung, dass die Immobilie schuldenfrei daherkommt oder zumindest größtenteils abgezahlt ist.

Vorteile

  • Hohe Liquidität
  • Die Immobilie muss nicht verkauft werden
  • Besitzer kann in der Immobilie wohnen bleiben

Nachteile

  • Hohe Kreditzinsen
  • Weitere Gebühren fallen an
  • Die Immobilie kann nicht mehr anderweitig als Sicherheit verwendet werden