Rheinland-Pfalz zieht eine erfolgreiche Bilanz: Ein Jahr nach seiner Inbetriebnahme hat sich das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (LfBK) als zentraler Pfeiler für den Bevölkerungsschutz etabliert. Die Gründung der Behörde war die direkte Antwort auf die Erkenntnisse aus der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021. Ziel war es, die Koordination zwischen Land und Kommunen grundlegend zu modernisieren und dauerhafte Strukturen für Krisenfälle zu schaffen.
Rund-um-die-Uhr-Überwachung im neuen Lagezentrum
Das Herzstück der Behörde ist das Lagezentrum Bevölkerungsschutz, das seit Juni 2025 im 24/7-Betrieb arbeitet. Als erstes Flächenland in Deutschland verfügt Rheinland-Pfalz damit über eine ständig besetzte fachliche Lagebeobachtung im nicht-polizeilichen Bereich. Die Experten im Lagezentrum analysieren kontinuierlich Risiken – von heraufziehenden Starkregenereignissen bis hin zu großflächigen Waldbrandgefahren.
Innenminister Michael Ebling bezeichnete das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz zum Jubiläum als einen „Quantensprung“. Die Struktur finde inzwischen bundesweit Beachtung, da sie Prävention, Ausbildung und operative Unterstützung effizient unter einem Dach vereint. Durch die direkte Vernetzung mit den Integrierten Leitstellen des Landes wird sichergestellt, dass Informationen im Ernstfall ohne Zeitverlust fließen.
Rekordwerte in der Ausbildung und Koordination
Neben der Lagebeobachtung setzte das Landesamt im ersten Jahr neue Maßstäbe in der Qualifizierung von Einsatzkräften. An der hauseigenen Akademie wurde 2025 mit rund 37.000 Lehrgangsteilnehmendentagen ein Allzeithoch erreicht. Für das laufende Jahr 2026 planen die Verantwortlichen bereits eine weitere Steigerung der Kapazitäten auf über 40.000 Tage, um dem hohen Bedarf an Fachkräften gerecht zu werden.
Auch operativ entfaltete das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz spürbare Wirkung. Ein landesweiter Übungstag im September 2025, an dem über 5.000 Einsatzkräfte teilnahmen, diente als Stresstest für die neuen Koordinationswege. Erstmals gelang es dabei, ein synchronisiertes Lagebild für das gesamte Bundesland zu erstellen und in Echtzeit auszuwerten.
Massive Investitionen und Ausbau bis 2030
Die Landesregierung plant, die Schlagkraft des Bevölkerungsschutzes weiter zu erhöhen. Für das Jahr 2026 sind bereits Haushaltsmittel für die Beschaffung von Netzersatzanlagen, mobilen Tankstellen und Trinkwassertransportmöglichkeiten reserviert. Diese Investitionen sollen die Kommunen als zentrale Aufgabenträger stärken und die materielle Resilienz im Krisenfall erhöhen.
Der langfristige Fahrplan für das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz steht bereits fest: Bis zum Jahr 2030 soll die Behörde auf rund 300 Vollzeitstellen anwachsen und über drei Regionalstandorte verfügen. „Unser Ziel bleibt ein moderner, zuverlässiger und jederzeit einsatzbereiter Bevölkerungsschutz“, betonte LfBK-Präsident René Schubert mit Blick auf die kommenden Aufgaben.
DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN:








