BYC-News Exklusiv | Am Samstag (17. Juli 2021) war BYC-News im Landkreis Ahrweiler und half bei den Aufräumarbeiten nach der Flutkatastrophe. Auch in der Nacht zu Sonntag waren wir noch vor Ort und sprachen bei der Akademie für Bevölkerungsschutz mit dem Krisenstableiter des Landes Rheinland-Pfalz.

Hilfsgüter werden vor Ort abgelehnt

Dieser teilte gegenüber BYC-News mit, dass ab sofort keine Hilfsgüter mehr von Privatpersonen oder Vereinen angenommen werden. Ausschließlich Hilfsorganisationen, die autorisiert sind und feste Listen haben, können Spenden noch in das Krisengebiet bringen. Jede Lieferung die nicht autorisiert ist, muss vor Ort abgelehnt und wieder mit zurück genommen werden.

Durch die ganzen Hilfsgüter-Lieferungen ist zu viel Material im Krisengebiet. Besonders Kleidung wird nicht mehr benötigt, da davon schon jetzt viel zu viel vorhanden sei. Hinzu kommt, dass viele direkt in das Krisengebiet fahren und dadurch die Rettungswege für die Einsatzkräfte blockieren. Besonders extrem war dies unter anderem in Dernau, wo rund 40 PKWs und 3 große LKWs mit Hilfsgütern die Straßen blockierten. In Bad Neuenahr haben 7 große LKWs die Hauptstraße blockiert. In Marienthal haben Privatpersonen die Feldwege komplett zu gemacht und auch hier ein Vorankommen der Einsatzkräfte stundenlang verhindert.

Der einzige Weg nach Dernau wurde komplett blockiert. Einsatzkräfte kamen 3 Stunden lang nicht an den Fahrzeugen vorbei | Foto: BYC-News

Noch ist unklar, wann und welche Hilfsgüter benötigt werden

Die große Bitte des Krisenstableiters auch im Namen des Landes Rheinland-Pfalz lautet daher: Wenn es möglich ist, lagert die Spenden und Hilfsgüter für die kommenden Wochen bei euch vor Ort ein. Sobald wieder Hilfsgüter benötigt werden, wird es eine Meldung und entsprechende Listen geben. Ob überhaupt noch etwas benötigt werde, könne man aber zum derzeitigen Zeitpunkt nicht sagen, so der Krisenstableiter. Dies kann erst in drei bis vier Wochen mitgeteilt werden. In dieser Zeit soll definitiv nichts direkt ins Krisengebiet gefahren werden. Da auch die Sammelstellen rund um das Krisengebiet aktuell überfordert sind und auch hier die Wege freigehalten werden sollen. Die Ausnahme bilden auch hier ausschließlich autorisierte Hilfsorganisationen. Privatpersonen werden jedoch auch künftig keine Spenden mehr in das Krisengebiet und zu den Sammelstellen fahren können, da nun weitestgehend alles organisiert ist.

Er habe Verständnis dafür, dass die Menschen helfen wollen und verärgert seien, dass die Spenden zunächst abgelehnt werden. Allerdings sei es aktuell mehr eine Belastung statt eine Hilfe für die Einsatzkräfte. Diese müssten sich vor Ort auf die Hilfe für die Betroffenen konzentrieren und könnten sich nicht auch noch um die großen Mengen an Spenden kümmern. Es handelt sich dabei um eine offizielle Mitteilung, die ab sofort gilt. Der Krisenstableiter bat uns darum, dies schnellstmöglich zu veröffentlichen und auch die Vereine, und Sammelstellen hier in der Umgebung zu informieren. Die ersten Hilfsorganisationen und bekannte Sammelstellen wurden bereits separat von uns darüber in Kenntnis gesetzt.

Hilfe für die Helfer

Was jedoch weiterhin dringend benötigt wird, ist Diesel-Kraftstoff für die Landwirte und Unternehmer aus Rheinhessen, die vor Ort tatkräftig bei den Aufräumarbeiten helfen.

Hier können Sie die Helfer unterstützen:

Bankverbindung:
IBAN: DE48 5506 1303 0000 0222 25
BIC: GENODE51BUD
Verwendungszweck: Hilfe für Helfer