Die Kreisverwaltung Mainz-Bingen weist die Behauptung entschieden zurück, dass sie über die jeweiligen Arbeitgeber Druck auf Notfallsanitäter aus dem Rettungsdienstbereich Mainz-Bingen ausgeübt habe, damit diese sich in sozialen Netzwerken nicht mehr kritisch zum Thema Notarztstandort Ingelheim äußern.


Landrätin bittet um Sachlichkeit

In einem offenbar mit drei Notfallsanitätern anonym geführten Interview hat die Allgemeine Zeitung diesen Vorwurf veröffentlicht: „Dies entspricht in keiner Weise der Wahrheit und auch nicht den Gepflogenheiten, wie sowohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung als auch ich ganz persönlich mit kritischen Äußerungen umgehen“, sagte Landrätin Dorothea Schäfer: „Wir achten die Meinungsfreiheit als hohes Gut und stellen uns jeder Kritik – sofern sie sachlich bleibt. Gegen solche schweren und unhaltbaren Vorwürfe, die ungeprüft in die Diskussion geworfen werden, wehren wir uns jedoch mit allen Mitteln.“

Die Landrätin bittet darum, zur Sachlichkeit in der emotionalen Debatte zurückzukehren. „Uns permanent vorzuwerfen, wir würden Unwahrheiten verbreiten, falsche Berechnungen vorlegen und jetzt auch noch Kritiker mundtot machen wollen, ist leider fernab jeder Sachlichkeit und entspricht nicht den Tatsachen.“ Dazu gehöre es auch, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung sowie der Rettungsdienstbehörde die Fachlichkeit abzusprechen.

„Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten seit vielen Jahren in dem Bereich und suchen permanent nach Lösungen, müssen dabei aber vielfältige rechtliche Vorgaben beachten. Alleine der Ärztliche Leiter Rettungsdienst (ÄLRD), Dr. Guido Scherer, blickt auf 25 notfallmedizinische Berufsjahre zurück, bei mehr als 10.000 Einsätzen als Notarzt und 3000 Einsätzen als Luftretter. Zudem ist er bundesweit anerkannter Fachmann, der an der konzeptionellen Weiterentwicklung des Rettungsdienstes und der Notfallversorgung in der ganzen Republik mitarbeitet. Der ÄLRD weiß, worauf es bei einem Notarzteinsatz ankommt.“

Die Landrätin verweist erneut auf die fachlich fundierten Vorlagen, die zur Sicherung des Notarztstandortes Ingelheim im Tagbetrieb geführt haben.

Danach geben die Berechnungen des Projekts OnePlan der TU Kaiserslautern einen Bedarf für 1,5 Notärzte im Raum Bingen/Ingelheim her. „Mehr ist dann im Rahmen des Rettungsdienstes leider nicht finanzierbar. Das haben uns die per Gesetz für die Finanzierung zuständigen Krankenkassen bereits signalisiert“, fügte der staatliche leitende Beamte bei der Kreisverwaltung, Dr. Stefan Cludius, hinzu. Er verweist zudem erneut darauf, dass die angewandte Methode des Projektes OnePlan künftig in allen Rettungsdienstbereichen des Landes Rheinland-Pfalz zur Bedarfsberechnung zu Grunde gelegt, also landesweit zum Einsatz kommen soll.