In diesem Frühjahr präsentiert das Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz ein anspruchsvolles symphonisches Programm in großer Besetzung. Die musikalische Leitung übernimmt dabei zum wiederholten Male der Dirigent Markus Huber, der mit den Jugendlichen in der zweiwöchigen Probenarbeit Beethovens Egmont-Ouvertüre sowie zwei zentrale Sinfonien der Komponisten Franz Schubert und Peter Tschaikowsky einstudiert.

Mit der berühmten Schauspielmusik zu Goethes Trauerspiel „Egmont“ von 1810 beginnt die diesjährige Konzertreihe der Frühjahrsarbeitsphase des LJO Rheinland-Pfalz. Darin erzählt Beethoven eine Geschichte von Gewalt, Umsturzgedanken, aber auch von Freiheit und Triumph. Während des Stückes wogt der Kampf zwischen Unterdrückung und dem Wunsch nach Selbstbestimmung auf und ab, bis letztlich die Freiheit obsiegt. Am 23. April 2022 tritt das Landesjugendorchester in Bad Kreuznach auf.


Im Jahr 1822 beginnt Franz Schubert das Komponieren einer Sinfonie in h-Moll für großes Orchesters

In schweren finanziellen Nöten steckend, unterbricht er seine Arbeit zugunsten notwendiger Auftragskompositionen. Die Sinfonie bleibt „unvollendet“ und wird erst 37 Jahre nach seinem Tod unter großem Beifall in Wien uraufgeführt. Düsternis und Tragik wechseln sich in diesem Werk mit poetischen Liedmelodien ab. Obwohl Franz Schubert noch ein Scherzo begann, wirken die beiden erhaltenen Sätze der Sinfonie in sich schlüssig und gelten inzwischen als berühmtestes Musikfragment neben Mozarts „Requiem“.

Peter Tschaikowskys Sinfonie Nr.5 in e-Moll entstand im Jahr 1888

Zu dieser Zeit befand sich der international gefragte Komponist und Dirigent auf der Höhe seines Erfolges. Seelisch befindet sich Tschaikowsky jedoch in einer tiefen Krise. Zehn Jahre nach seiner gefeierten 4. Sinfonie bezeichnet er sein neustes sinfonisches Werk als misslungen und sieht sich am Ende seiner künstlerischen Schaffenskraft. Der Namen „Schicksalssinfonie“ ergibt sich aus dem wiederkehrenden Leitthema aller Sätze, dem Schicksalsmotiv. Ähnlich zu Schuberts Sinfonie beginnt das Werk tragisch und düster. Beschwingte und heitere Momente werden von der hoffnungslosen Grundstimmung immer wieder eingebremst. Im Gegensatz zur Meinung des Schöpfers gilt die „Schicksalssinfonie“ bald als herausragendes Werk im Oeuvre Tschaikowskys.

Das Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz (LJO) vereint seit seiner Gründung im Jahr 1973 dreimal jährlich die junge Musikelite des Landes und begeistert Kritiker, Solisten, Dirigenten und Publikum gleichermaßen: Mitreißende Energie und beachtliche Professionalität verbinden sich zu einem einzigartigen Klangerlebnis. Regelmäßige Rundfunkaufnahmen, Fernsehsendungen und CD-Produktionen dokumentieren das herausragende Niveau. Neben Auftritten in Rheinland-Pfalz begibt sich das Orchester immer wieder auch auf internationale Konzertreisen; zuletzt 2018 nach Südafrika und Botswana.

Ticketverkauf

Das Konzert findet am 23. April von 19:00 bis 21:00 Uhr in der Pauluskirche in Bad Kreuznach statt. Die Eintrittskarten kosten 15 € für Erwachsene, 10,00 € für Schüler, Studenten und Schwerbehinderte. Vorverkauf bei der Stadtverwaltung Bad Kreuznach, Amt für Schulen Kultur und Sport, Wilhelmstr. 7-11, Bad Kreuznach, (0671 800-744)