Seit den frühen Abendstunden klagten am Montag (04. Oktober 2021) immer mehr Nutzer des Messenger-Dienstes WhatsApp über Probleme bei der Übermittlung von Kurznachrichten. Auch bei der Seite Allesstörungen schnellte ab 17:00 Uhr die Zahl der gemeldeten Störungen nach oben.


Whatsapp ein Teil der Facebook-Gruppe

Der seit 2009 gegründete Messenging-Dienst gehört seit 2014 zum Teil der Facebook Inc. Gruppe. Benutzer können über die App Textnachrichten, Bild-, Video und Ton-Dateien sowie Standortinformationen, Dokumente und Kontaktdaten zwischen zwei oder mehreren Personen austauschen. Seit 2015 ist es ebenfalls möglich internetbasierte Videotelefonie über die App zu tätigen.

Störungen auch bei Instagram und Facebook

Störungen gibt es auch bei Instagram und Facebook. Die beiden Plattformen gehören ebenfalls zur Facebook Inc. Gruppe, setzen also auf dieselbe Infrastruktur. Probleme sind ebenfalls auf der Internetseite Allesstörungen zu sehen. Dort werden die Serververbindung, die Apps und die Websiten von Nutzen mit Störungen gemeldet. Zu den gemeldeten Standorten gehören Berlin, Hamburg, Bremen, Köln, Frankfurt am Main und München. Jedoch ist nach kurzer Recherche klar, dass die Störung offensichtlich Europa, wenn nicht sogar Weltweit auftritt.

Nicht die erste große Störung dieses Jahr

Bereits im März diesen Jahres gab es massive Störungen bei Facebook und den dazugehörigen Netzwerken. Damals hielt die Störung vier Stunden an. Über die Gründe wird vom Facebook Konzern geschwiegen. Damals wurde lediglich bestätigt, dass es zeitweise zu Probleme bei den Apps und der Webseiten des Unternehmens kam. Auch Google AdSense war zeitweise von Problemen betroffen.

Whatsapp, Facebook und Instagram melden sich auf Twitter zu Wort

Auf dem offiziellen Twitter-Channel von WhatsApp gibt es folgende Stellungnahme: „Uns ist bewusst, dass einige Leute derzeit Probleme mit WhatsApp haben. Wir arbeiten daran, die Dinge wieder zu normalisieren und werden hier so schnell wie möglich ein Update senden. Danke für Ihre Geduld!“ Bereits Hunderttausende haben auf diesen Tweet reagiert. Auch Facebook und Instagram haben auf Twitter eine kurze Stellungnahme abgegeben.

Mitarbeiter aus den Büros ausgesperrt

Die Mitarbeiter von Facebook scheinen nicht mal mehr in die eigenen Büroräume zu gelangen. Der Zugang zu den Räumlichkeiten sei an das Internet gekoppelt. Und genau hier liegt scheinbar das Problem, denn Facebook ist laut Medienberichten vom Internet abgeschnitten. Auch interne Kommunikationsmöglichkeiten seien down.


Cyberattacke „unwahrscheinlich“

IT-Sicherheitsexperten sollen bereits erklärt haben, dass eine Cyberattacke eher unwahrscheinlich sei. Es sei unwahrscheinlich, dass man mit einer Cyberattacke die drei so unterschiedlichen Apps gleichzeitig offline schalten könne. Zur einer möglichen Ursache wurden aber noch keine Aussagen getroffen. Auch wann die Störung behoben wird, ist noch unklar.

Facebook.com stand zum Verkauf

Zwischenzeitlich sorgte die Meldung, dass die Domain Facebook.com zum Verkauf steht, für Verwirrung. Laut Domaintools.com ist die Seite aber mittlerweile wieder in den Händen der Facebook Inc. Aktuell sei allerdings noch schwer zu sagen, ob das Verkaufsangebot tatsächlich echt gewesen war.

Schaden in Milliardenhöhe

Sogar Marc Zuckerberg selbst meldete sich am Abend unter der offiziellen Stellungnahme von Whatsapp zu Wort. „Sorry für die Störung heute – ich weiß, wie sehr Sie sich auf unsere Dienste verlassen, um mit den Menschen in Verbindung zu bleiben, die Ihnen wichtig sind.“ Laut „Bloomberg“ verliert Zuckerberg durch die Störung rund sieben Milliarden Dollar. Somit ist der 37-Jährige nur noch 120 Milliarden Dollar schwer und fällt von Platz drei auf Platz fünf der reichsten Menschen der Welt. Auch der Facebook-Technikchef Mike Schroepfer tweetet kurz nach Mitternacht, dass die Server wieder Online gehen. „Facebook-Dienste, die jetzt wieder online sind – es kann einige Zeit dauern, bis sie 100% erreicht haben. Für jedes kleine und große Unternehmen, jede Familie und jeden Einzelnen, der von uns abhängig ist, tut es mir leid.“

Börsencrash bei der Facebook-Aktie

Bei dem Vorfall fiel die Facebook-Aktie mit einem Minus von mehr als fünf Prozent. Das Unternehmen war an der Börse zwar immer noch mit rund 920 Milliarden Dollar wert, jedoch ist der Kurs seit Wochen schon auf Talfahrt.

DNS-Problem als mögliche Ursache benannt

Wie Insider berichteten, kam es wohl zur riesen Panne, als ein Update der DNS-Server aufgespielt wurde. Techniker, die das Problem hätten lösen können, saßen hunderte Kilometer von den Servern entfernt, konnten somit nicht umgehend handeln und auf die Management-Oberflächen zugreifen. Laut Medienberichten hatte Facebook dann ein Team zu seinen Datenzentren in Kalifornien entsandt, um die Server per Hand neu zu starten. So konnte das  Problem dann nach mehreren Stunden gelöst werden.


Facebook entschuldigt sich öffentlich bei Unternehmen und Nutzern

Am frühen morgen dann die Offizielle Stellungnahme von Facebook: „An alle Menschen und Unternehmen auf der ganzen Welt, die von uns abhängig sind, entschuldigen wir uns für die Unannehmlichkeiten, die durch den heutigen Ausfall unserer Plattformen verursacht wurden. Wir haben so hart wie möglich daran gearbeitet, den Zugriff wiederherzustellen, und unsere Systeme sind jetzt wieder betriebsbereit. Die zugrunde liegende Ursache dieses Ausfalls wirkte sich auch auf viele der internen Tools und Systeme aus, die wir in unserem täglichen Betrieb verwenden, und erschwerte unsere Versuche, das Problem schnell zu diagnostizieren und zu beheben. Unsere Entwicklungsteams haben erfahren, dass Konfigurationsänderungen an den Backbone-Routern, die den Netzwerkverkehr zwischen unseren Rechenzentren koordinieren, zu Problemen führten, die diese Kommunikation unterbrachen. Diese Unterbrechung des Netzwerkverkehrs hatte einen kaskadierenden Effekt auf die Art und Weise, wie unsere Rechenzentren kommunizieren, und brachte unsere Dienste zum Erliegen. Unsere Dienste sind jetzt wieder online und wir arbeiten aktiv daran, sie vollständig wieder in den regulären Betrieb zu bringen. Wir möchten zum jetzigen Zeitpunkt klarstellen, dass wir glauben, dass die Hauptursache für diesen Ausfall eine fehlerhafte Konfigurationsänderung war. Wir haben auch keine Hinweise darauf, dass Benutzerdaten durch diese Ausfallzeit kompromittiert wurden. Menschen und Unternehmen auf der ganzen Welt verlassen sich jeden Tag auf uns, um in Verbindung zu bleiben. Wir verstehen die Auswirkungen solcher Ausfälle auf das Leben der Menschen und unsere Verantwortung, die Menschen über Unterbrechungen unserer Dienste auf dem Laufenden zu halten. Wir entschuldigen uns bei allen Betroffenen und arbeiten daran, mehr darüber zu erfahren, was heute passiert ist, damit wir unsere Infrastruktur weiterhin widerstandsfähiger machen können.“

Whatsapp, Facebook und Co auch in der Politik im Gespräch

Konstantin Notz, der Digitalexperte der Grünen, fordert gegenüber der Bildzeitung, dass Dienste wie Facebook besser reguliert werden müssen, um solche Pannen in Zukunft zu verhindern. „Einmal mehr wird deutlich, wie abhängig wir von einzelnen Anbietern sind. Obwohl sie eine extrem große Marktmacht besitzen, hat die Politik es über viele Jahre verpasst, diese Unternehmen angemessen zu regulieren. Die Abhängigkeiten sind massiv. So wird derzeit genauso deutlich, wie hörig wir alle gegenüber Unternehmen wie Facebook, WhatsApp und Co. sind. Tatsächliche Alternativen zu diesen digitalen Giganten, die unser aller Daten ohne jede Skrupel monetarisieren und so zu den mächtigsten Unternehmen der Welt werden konnten, gibt es bis heute nicht. Regulierung bleibt das Gebot der Stunde“, so Notz der Bild gegenüber.