Im November 2021 erreichte die Teuerungsrate einen neuen Höchststand. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems stieg der Verbraucherpreisindex von November 2020 bis November 2021 um 5,1 Prozent. Die Inflationsrate lag damit den siebten Monat in Folge über der für die Geldpolitik wichtigen Zwei-Prozent-Marke. Im Oktober 2021 betrug die Inflationsrate 4,6 Prozent.


Die hohen Inflationsraten in den vergangenen Monaten haben eine Reihe von Gründen

Zum einen ist dies auf die niedrigen Preise im Jahr 2020 zurückzuführen, unter anderem aufgrund des niedrigen Preisniveaus bei Mineralölprodukten sowie der reduzierten Mehrwertsteuersätze. Zum anderen dürften enorme Preiserhöhungen auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen einen Einfluss auf die Entwicklung der Gesamtteuerung haben. Hinzu kommen Preissteigerungen, unter anderem durch die Einführung der CO2-Bepreisung ab Januar 2021 und durch coronabedingte Effekte.

Veränderungen gegenüber November 2020

Die Energiepreise erhöhten sich im Vergleich zum November 2020 um 22,5 Prozent. Vor allem die Preise für Mineralölprodukte zogen deutlich an (plus 51,9 Prozent). Heizöl (einschließlich Umlage) verteuerte sich um 60,8 Prozent. Der Anstieg fiel damit etwas niedriger aus als im Oktober, als die Preise um 62,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegten. Auch bei Kraftstoffen gab es einen merklichen Preiszuwachs (plus 43,3 Prozent). Die Preise für Gas (einschließlich Umlage; plus 8,5 Prozent) sowie für Fernwärme (plus 5,7 Prozent) und Strom (plus 3,3 Prozent) stiegen ebenfalls spürbar.

Die Nahrungsmittelpreise lagen im November 2021 um 4,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Besonders kräftig fielen die Preissteigerungen bei Speisefetten und Speiseölen aus (plus 11,2 Prozent). So kosteten Margarine und Butter 14,1 bzw. 11,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher auch für Molkereiprodukte und Eier (plus 6,8 Prozent; darunter Eier: plus 14,8 Prozent und Schnittkäse: plus 7,9 Prozent). Obst verbilligte sich dagegen um 1,1 Prozent. Beispielsweise sanken die Preise für „Pfirsiche, Kirschen, Pflaumen oder Ähnliches“ um 11,3 Prozent und für Äpfel um 5,7 Prozent.

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, stieg im November auf plus 3,3 Prozent – ebenfalls ein neuer Höchstwert.
Durch die kräftigen Steigerungen der Kraftstoffpreise wies die Abteilung „Verkehr“ die höchste Teuerungsrate unter den zwölf Abteilungen auf (plus 14,7 Prozent). An zweiter Stelle folgt der Bereich „Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen“ (plus 4,9 Prozent). Die niedrigsten Preissteigerungen gab es in den Bereichen „Bildungswesen“ (plus 1,0 Prozent), „Gesundheit“ (plus 1,4 Prozent) sowie „Post und Telekommunikation“ (plus 1,6 Prozent).

Veränderungen gegenüber Oktober 2021

Im Vergleich zum Vormonat Oktober sank der Verbraucherpreisindex um 0,4 Prozent. Besonders günstig entwickelten sich die Preise von Waren und Dienstleistungen in der Abteilung „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ (minus fünf Prozent). Auch in den Bereichen „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ sowie „Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen“ lagen die Preise unter dem Niveau des Vormonats (jeweils minus 0,3 Prozent). Preiserhöhungen waren in den Abteilungen „Verkehr“ (plus 0,6 Prozent) und „Möbel, Leuchten, Geräte u. a. Haushaltszubehör“ (0,5 Prozent) zu verzeichnen. Unverändert blieben die Preise in den Abteilungen „Post und Telekommunikation“ sowie „Bildungswesen“.