Die Zahl der planbaren Operationen geht in der Pandemie massiv zurück. Das hat die Krankenkasse DAK-Gesundheit mitgeteilt. In den ersten beiden Monaten des Jahres waren es rund 40 Prozent weniger als im Januar und Februar 2020.


Die DAK hat für eine Sonderanalyse die Krankenhausdaten von 2019 bis zum Anfang von 2021 ausgewertet. Die Tendenz ist eindeutig: Corona lässt die Zahl der planbaren Operationen massiv zurückgehen.

Das sei schon im ersten Lockdown zu beobachten gewesen, wie die DAK mitteilt. Von Mitte März bis Mitte April seien drei Viertel der Operationen ausgefallen. Bei den Knie-Operationen waren es zum Beispiel 74 Prozent, bei den Hüft-Operationen 75 Prozent.

Patienten sind zurückhaltender

Im „Lockdown light“ vor Weihnachten gingen die Zahlen der Knie- und Hüft-OPen dann langsam zurück. In den ersten beiden Monaten des neuen Jahres dann umso schneller: um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020.

„Der Rückgang planbarer Operationen in der Corona-Pandemie zeigt sich am Beispiel der Knie- und Hüft-Operationen sehr deutlich“, so Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Die Patienten seien im Lockdown zurückhaltender, wenn es um nicht dringend notwendige Operationen gehe: „Gleichzeitig sehen wir, dass viele Krankenhäuser Kapazitäten freihalten, um die Betten auf den Intensivstationen für Corona-Infizierte nutzen zu können“, so Storm weiter.

Ob der Rückgang stationärer Behandlungen zu einem Anstieg ambulanter Behandlungen geführt habe, lässt sich laut DAK derzeit nur spekulieren. Sicher sei aber, dass es noch keinen Nachholeffekt gegeben habe: „Das wirft die Frage auf, ob viele angesetzte elektive Operationen überhaupt notwendig gewesen wären“, sagt Storm.