Die Landeshauptstadt Mainz positioniert sich deutlich gegen die aktuell diskutierten Honorarkürzungen für ambulante psychotherapeutische Leistungen. Sozialdezernentin Jana Schmöller sieht durch die finanziellen Einschnitte die flächendeckende Versorgung gefährdet und warnt vor einer weiteren Verschärfung der ohnehin angespannten Lage für Patientinnen und Patienten.
Falsches Signal in Zeiten steigenden Bedarfs
Nach Ansicht der Sozialdezernentin kommen die Kürzungspläne zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Während psychische Erkrankungen statistisch zunehmen, ist die Suche nach einem freien Therapieplatz in Mainz bereits heute für viele Betroffene mit monatelangen Wartezeiten verbunden. Honorarkürzungen senden hier laut Schmöller das völlig falsche Signal und schwächen eine zentrale Säule der gesundheitlichen Prävention. Die ambulante Therapie sei unverzichtbar, um schwere Krankheitsverläufe frühzeitig abzufangen und langfristige gesundheitliche Folgekosten für das Sozialsystem zu vermeiden.
Wirtschaftlicher Druck auf Praxen befürchtet
Eine Verschlechterung der finanziellen Rahmenbedingungen für Therapeuten könnte direkte Auswirkungen auf das Angebot haben. Schmöller befürchtet, dass Praxen unter wirtschaftlichen Druck geraten oder Behandlungsstunden reduzieren müssen. Dies würde die Hürden, einen zeitnahen Therapieplatz in Mainz zu finden, weiter erhöhen. „Statt Kürzungen brauchen wir eine Stärkung der ambulanten Versorgungsstrukturen“, betont die Dezernentin und fordert eine Politik, die den steigenden Bedarf anerkennt, anstatt die Arbeitsbedingungen für Fachkräfte zu verschlechtern.
Gefährdung vulnerabler Gruppen
Besonders besorgt zeigt sich die Stadtverwaltung über die Auswirkungen auf besonders schutzbedürftige Personen. Wenn der Zugang zu einem Therapieplatz in Mainz erschwert wird, trifft dies vor allem junge Menschen, Personen in akuten Krisensituationen oder jene, die über keine privaten Zusatzressourcen verfügen. Eine Einschränkung der Versorgung behindere die gesellschaftliche Teilhabe dieser Menschen massiv.
Forderung nach nachhaltiger Gesundheitspolitik
Die Landeshauptstadt Mainz appelliert an die zuständigen Akteure im Gesundheitswesen, die geplanten Maßnahmen zu revidieren. „Wer an der ambulanten Psychotherapie spart, spart am falschen Ende“, so das Fazit von Schmöller. Ziel müsse eine verlässliche und flächendeckende Versorgung sein, die sich am tatsächlichen Bedarf der Bürgerinnen und Bürger orientiert.





