Zum mittlerweile neunten Mal zieht Oberbürgermeister Michael Ebling gemeinsam mit Bürgermeister Günter Beck sowie den Beigeordneten Manuela Matz, Dr. Eckart Lensch, Janina Steinkrüger, Marianne Grosse und Volker Hans Jahresbilanz. Der Stadtvorstand veröffentlicht seinen Jahresbericht für das Jahr 2021 – dieses Jahr das erste Mal rein digital.


Jederzeit und überall gut informiert

Die Bürger der Landeshauptstadt Mainz erhalten im Jahresbericht des Stadtvorstandes einen umfassenden Einblick in die Arbeit der einzelnen Ämter und kommunalen Betriebe. Es ist der alljährliche Leistungsbericht der Stadtverwaltung, mit dem den Bürgern gegenüber Rechenschaft abgelegt wird. Der Jahresbericht erscheint dieses Jahr erstmals nicht in gedruckter Form, sondern in digitaler Form – nach dem Motto „jederzeit und überall.“ Denn die Stadtverwaltung möchte, dass sich die Bürger jederzeit und überall gut informiert fühlen.

Bürgermeister Günter Beck, Dezernat für Finanzen, Beteiligungen und Sport dazu

Bürgermeister Günter Beck, Dezernent für Finanzen, Beteiligungen und Sport ist sich sicher, dass das Jahr 2021 in die städtischen Annalen eingehen wird. „Für mich ist es das Wunder von Mainz“, erklärt der sichtlich erfreute Bürgermeister und Finanzdezernent. Ursprünglich war für den Haushalt 2021 mit einem Jahresfehlbetrag von rund 36,7 Mio. Euro geplant worden. Die aktuellen Prognosen gehen jedoch aufgrund von enormen Zuwächsen im Bereich der Gewerbesteuereinahmen mittlerweile von einem Jahresüberschuss von einer Milliarde und neunzig Millionen Euro aus. Bereits im Controllingbericht zum 30. September 2021 wurde ein Jahresüberschuss von 11,6 Mio. Euro prognostiziert. „Dies zeigt, dass ein Großteil der Mainzer Unternehmen auch der Pandemie robust entgegentritt.“

Schuldenfreien, finanziell solide und nachhaltige Stadt

„Wir wollen diese historische Chance nutzen und Mainz zu einer schuldenfreien, finanziell soliden und nachhaltigen Stadt weiterentwickeln sowie den lebenswerten und wirtschaftlich attraktiven Standort stärken und ausbauen.“ Die oberste Priorität habe daher zunächst die vollständige Tilgung der Liquiditätskredite von derzeit 634 Mio. Euro bis Ende nächsten Jahres. Dass hierüber auch ein breiter politischer Konsens besteht, freut den Finanzdezernenten. Ende 2022 wird die Stadt Mainz dann erstmals seit 1993 Jahren keine Liquiditätskredite mehr zur Finanzierung der laufenden Aufwendungen mehr benötigen. „Das wäre trotz der seit Jahren kontinuierlich vorangetriebenen Trendwende hin zu konsolidierten städtischen Finanzen und ausgeglichenen Haushalten vor Monaten noch undenkbar gewesen“, so Günter Beck. Gleichzeitig mahnt er jedoch auch, dass es jetzt kein Wunschkonzert geben kann. Grundlegende Prämisse für die Zukunft habe die nachhaltige Sicherstellung ausgeglichener Ergebnis- und Finanzhaushalte. Man müsse daher klug und mit Weitsicht agieren, zum Beispiel durch eine vorausschauende Bodenbevorratungspolitik.

„Noch vor einem Jahr, gingen wir davon aus, dass sich die finanziellen Folgen der Pandemie maßgeblich ab 2022 im städtischen Haushalt niederschlagen werden. Damals planten wir für 2022 sogar mit einem Jahresfehlbetrag von 49,5 Mio. Euro“, erinnert sich Beck. Nun habe man jedoch dem Stadtrat einen Haushaltsplan für 2022 vorgelegt, der trotz der deutlichen Senkung des Gewerbesteuerhebesatzes von 440 auf 310 Punkte von einem Jahresüberschuss in Höhe von 490,8 Mio. Euro ausgeht. Durch diese erstmalige Steuersenkung in 2022 entlaste die Stadt die Mainzer Unternehmen insgesamt um rund 351,6 Mio. Euro und stärke weiterhin die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Mainz.

ZBM hat Stabilität bewiesen

Auch im Jahr 2021 hat die Struktur der ZBM als städtische Holdinggesellschaft im Pandemie-Krisenmodus weiterhin besondere Stabilität bewiesen. Der ZBM als Dachgesellschaft ist es durch einen Kraftakt gelungen, wirtschaftliche und soziale Härtefälle – insbesondere für die stark von der Pandemie getroffene mainzplus Citymarketing – auszugleichen und einen geordneten Weg für die nächsten Jahre aufzuzeigen. „Die Neubesetzung der Geschäftsführung der mainzplus bietet beste Entwicklungschancen für das Unternehmen“, so Beck.

Darüber hinaus legte die ZBM den Grundstein für die weitere Übertragung der städtischen Gesellschaftsanteile an der Wohnbau Mainz GmbH, der Mainzer Aufbaugesellschaft mbH, der Mainzer Alten- & Wohnheime gGmbH und der TechnologieZentrum Mainz GmbH. Die neue Struktur soll zum Januar 2022 umgesetzt werden. Damit befindet sich die ZBM bei dem langwierigen und komplexen Projekt des Wachstums im Rahmen des „Masterplan ZBM“ auf der Zielgeraden. Durch die Erweiterung der ZBM können die Potenziale im Stadtkonzern zukünftig noch besser genutzt werden. So plant die ZBM beispielsweise, Leistungsangebote innerhalb des Konzerns zu untersuchen und Kooperationen auszuweiten. Neben wirtschaftlichen Effekten führt die Anteilsübertragung auch zu zusätzlichen Chancen der strategischen Steuerung und engeren Abstimmung der Geschäftsfelder der Beteiligungsgesellschaften.

Neben der Erweiterung der Holding übernimmt die ZBM auch zusätzliche Verantwortung bei zentralen Themen der Stadt. So arbeitete die ZBM seit Ende 2020 an verschiedenen Szenarien zur Weiterentwicklung des Biotechnologiestandorts Mainz. Das Team der ZBM unterstützt nun auch die Umsetzung hin zu einem internationalen BioTechHub. „Die ZBM war bereits über die letzten Monate maßgeblich an der Initiierung dieses Vorhabens beteiligt“ erklärt Günter Beck. Das Projekt ist eine große Hausforderung für alle Projektbeteiligten, aber die Stärkung des interdisziplinären Teams und die bereits bestehende Internationalität im Team der ZBM erleichtern die weiteren Schritte.


Neubau der Bürgerhäuser

Auch beim Projekt Neubau der Bürgerhäuser zieht Beck eine positive Bilanz. Dieses Jahr hat gezeigt, wann immer es die pandemische Lage zuließ, zogen die Buchungsanfragen und Belegungszahlen bei den Bürgerhäusern Hechtsheim und Finthen stark an. „Das zeigt, wie gut die neuen Häuser von den Mainzern angenommen werden“, so Beck. Und auch beim Bürgerhaus Lerchenberg geht es in großen Schritten voran. Hier sind mittlerweile die Abrissarbeiten und die Rohbaumaßnahmen abgeschlossen, sodass nun der technische Ausbau in Angriff genommen wird.

Und auch die Sanierung der Rheingoldhalle, die von vielen Rückschlägen, allen voran dem Brand vom 16. Mai 2019, immer wieder ausgebremst wurde, findet nun in 2021 ihr ersehntes Ende, sodass die Übergabe am 3. Januar 2022 erfolgen kann. „Ich bin sehr froh, dass durch das professionelle und umsichtige Management der Mainzer Aufbaugesellschaft GmbH alle Hürden, die uns bei diesem Großbauprojekt begegnet sind, erfolgreich genommen werden konnten“, so Günter Beck.

Vereins- und Freizeitsport

Das Jahr 2021 stand für die Sportvereine aber auch für die Sportabteilung in vielen Bereichen erneut im Zeichen der Pandemie. Vereins- und Freizeitsport waren zeitweise erheblich beeinträchtigt. Die Sportplätze und -hallen mussten insbesondere im ersten Vierteljahr gesperrt, bzw. konnten nur eingeschränkt genutzt werden. Die Sportabteilung stand in diesen Zeiten den rund 200 Mainzer Vereinen stets als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung und gab eine Vielzahl von Auslegungshilfen damit auch unter schwierigen Voraussetzungen ein Sportbetrieb umsetzbar war.

Ungeachtet dessen wurden die Rahmenbedingungen für den Sport in Mainz weiterhin optimiert. So wurde auf der Bezirkssportanlage in Finthen das Groß- und Kleinspielfeld saniert und in Mainz-Bretzenheim eine Rollschuhbahn modernsten Standards mit Wettkampfmaßen errichtet, die nicht nur den Vereinen, sondern auch der breiten Bevölkerung zur Verfügung steht. „Und im kommenden Jahr wollen wir in Bretzenheim die Sanierung des Kunstrasengroßspielfelds auf der Bezirkssportanlage und das Kunstrasengroßspielfeld an der Ulrichstraße angehen. Gleiches gilt für die Sanierung des Großspielfelds in Marienborn“, so Beck. Ferner sollen auch noch einige Multifunktionssportflächen auf diversen städtischen Sportanlagen sanieren werden.

Weiniger Erfreuliches gibt es allerdings im Veranstaltungsbereich zu vermelden. Die normalerweise jährlich stattfindende Sportlerehrung der Stadt Mainz, der traditionelle Drei-Brückenlauf sowie der Gutenberg Marathon Mainz mussten auch 2021 pandemiebedingt abgesagt werden. Auch der Ausblick für das Jahr 2022 lässt hier wenig Freude aufkommen, denn es steht jetzt schon fest, dass die Marathonveranstaltung erneut nicht stattfinden wird.

Weitere Berichte zur Jahresbilanz:

In den folgenden Tagen werden bei BYC-News auch die Jahresbilanzen von Oberbürgermeister Michael Ebling sowie den Beigeordneten Manuela Matz, Dr. Eckart Lensch, Janina Steinkrüger, Marianne Grosse und Volker Hans veröffentlicht werden.