Die politische Debatte in Rheinland-Pfalz spitzt sich kurz vor der Landtagswahl zu, doch aus Sicht der Aktivisten von Fridays for Future kommt ein Thema zu kurz: die Klimakrise. Unter dem Motto „Rheinland-Pfalz wählt Zukunft“ sind für diesen Freitag (27. Februar 2026) landesweite Aktionen geplant. Ein zentraler Treffpunkt wird der Klimastreik in Mainz sein, doch auch in Landau, Bingen und Altenkirchen gehen Menschen für den Schutz der Lebensgrundlagen auf die Straße.
Kritik am politischen „Rollback“
Die Organisatoren zeigen sich besorgt über die aktuelle Entwicklung im Wahlkampf. Lilith, Vertreterin von Fridays for Future Rheinland-Pfalz, warnt vor einem gefährlichen Trend: „Stattdessen wird Klimaschutz in der aktuellen politischen Debatte häufig verschoben oder relativiert, wir erleben gerade einen Rollback.“ Dass verbindliche Maßnahmen zur Emissionsreduktion oder zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs in den Hintergrund rücken, sei angesichts der spürbaren Folgen der Klimakrise im Land nicht länger hinnehmbar. Der Klimastreik in Mainz soll ein deutliches Signal an die Parteien senden, den Klimaschutz wieder als zentrale Aufgabe zu begreifen.
Kernforderungen für eine gerechte Transformation
Für die Aktivisten ist Klimaschutz untrennbar mit sozialer Gerechtigkeit verbunden. In Mainz und anderen Städten werden am Freitag konkrete Forderungen präsentiert, die den Rahmen für eine zukunftsfähige Landespolitik bilden sollen:
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Mobilitätswende: Rückkehr zu einem bezahlbaren ÖPNV (Vorbild 9-Euro-Ticket) und flächendeckende Angebote in Stadt und Land.
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Sozialer Ausgleich: Auszahlung eines Klimageldes zur Kompensation steigender CO2-Preise.
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Energiewende: Schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien und eine Wärmewende ohne neue fossile Abhängigkeiten.
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Bildung & Landwirtschaft: Verbindliche Verankerung von Nachhaltigkeit in Schulen sowie 100 % ökologische Landwirtschaft.
Klimaschutz als kommunale Pflicht
Ein weiterer wichtiger Punkt der Initiative ist die Einstufung des Klimaschutzes als kommunale Pflichtaufgabe sowie die konsequente Umsetzung des bestehenden Landesklimaschutzgesetzes. Anna von Fridays for Future betont, dass sich der Erfolg der Klimapolitik vor Ort entscheiden müsse. Die Parteien seien nun in der Pflicht, entschieden für Klimagerechtigkeit einzustehen.
Der Klimastreik in Mainz bildet den Auftakt für eine Reihe von Protesten, die in den kommenden Wochen bis zur Wahl die Aufmerksamkeit auf die ökologischen Herausforderungen lenken sollen. Die Botschaft der Jugendbewegung ist klar: Klimaschutz ist Menschenschutz – und muss daher oberste Priorität auf der politischen Agenda haben.
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