Am Samstagabend (11. Dezember 2021) waren Rettungskräfte in Bingen-Bingerbrück im Großeinsatz und bekämpften ein Feuer in der Stromberger Straße. Das sogenannte Panoramahaus stand über mehrere Etagen in Flammen. Mehr als 300 Bewohner mussten aus dem 18-stöckigen Hochhaus evakuiert werden. BYC-News war vor Ort.


Feuer im 6. Obergeschoss ausgebrochen

Gegen 21:09 Uhr wurde die Feuerwehr Bingen durch die Brandmeldeanlage auf das Feuer in dem Mehrfamilienhaus aufmerksam. Die Fenster der Brandwohnung waren bereits bei Eintreffen der ersten Kräfte gesprungen, das Balkongeländer geschmolzen. Nach ersten Erkenntnissen brach das Feuer in einem Apartment im 6. Obergeschoss des Wohnkomplexes aus. Ein Anwohner berichtet gegenüber BYC-News, dass das Treppenhaus bis zum 10. Stock stark verraucht war. Es ertönten laute schreie durch verzweifelte Anwohner, kurz darauf gab es mehrere Knallgeräusche. Die Brandschäden waren so stark, dass der Balkon der Brandwohung durchgebrannt ist. Durch den Brand und das Löschwasser wurden rund 10 Wohnungen in Mitleidenschaft gezogen.

Feuer nach 40 Minuten gelöscht

Die ersten Kräfte der Feuerwehr gingen direkt nach dem Eintreffen mit mehreren Trupps unter Atemschutz zum Innenangriff gegen die Flammen über. Berichtet Marco Umlauf, Wehrleiter der Feuerwehr Bingen um 0:30 Uhr gegenüber dieser Onlinezeitung. Parallel wurden die angrenzenden Wohnungen von der Feuerwehr abgesucht und evakuiert. Gegen 21:50 Uhr konnte „Feuer aus“ gemeldet werden. Danach wurden Nachlöscharbeiten und Lüftungsmaßnahmen durchgeführt. Die Feuerwehr prüfte nach dem Brand die stark aufgeheizten Wände, Decken und Böden in der Brandwohnung akribisch mit Wärmebildkameras auf Temperatur. Die Brandschäden reichten bis zum 10. Obergeschoss, die Fassade ist rund um die Brandwohnung mit Ruß bedeckt worden.

 

Bürgermeister Ulrich Mönch an der Einsatzstelle

Auch der Bürgermeister der Stadt Bingen, Ulrich Mönch war an der Einsatzstelle, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Zudem war der Katastrophenschutz mit Einsatzleitwagen, ein leitender Notarzt und organisatorischer Leiter Rettungsdienst im Einsatz eingebunden. Eine Vielzahl an Feuerwehrkräften sowie die Schnelleinsatzgruppe und 30 Kräfte des DRK und Corneli Rettungsdienstes waren vor Ort. Ob und wie viele Personen bei dem Brand verletzt wurden, ist aktuell noch nicht bekannt.

Hilfsbereitschaft im Wohnkomplex sehr groß

Anwohner, die den Brand bemerkten, klingelten andere Bewohner aus ihren Wohnungen, um diese in Sicherheit zu bringen. Zudem wurde durch unbeteiligte Personen, die nicht im Wohnkomplex in der Stromberger Straße wohnen, Kleiderspenden zur Verfügung gestellt, da viele Personen bei den tiefen Temperaturen ohne Jacke und warmer Kleidung ins Freie geflüchtet waren. Durch den Brand und die Folgen sind einige Wohnungen, die direkt an die Brandwohnung grenzen unbewohnbar. Nachbarn der Betroffenen halfen aus und nahmen die Personen, die nicht in ihre Wohnung zurückkehren konnten, auf.

Einsatzende für die ersten Einsatzkräfte nach 120 Minuten

Gegen 23:10 Uhr konnte ein Großteil der Feuerwehr ihren Einsatz beenden und die Einsatzstelle verlassen. Der Einsatzleiter begutachtete gemeinsam mit den Einsatzkräften der Polizei gegen 00:00 Uhr die Brandwohnung sowie die nebenan liegenden Wohnungen. Die Kriminalpolizei hat ihre Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Nach Informationen, die BYC-News vorliegen, soll es sich nicht um Brandstiftung handeln. Neben der Feuerwehr Bingen, sowie den umliegenden Feuerwehren mit 80 Kräften, waren der Rettungsdienst und die Polizei im Einsatz. Zur Schadenshöhe konnten noch keine Angaben gemacht werden.

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