Inflation, Krisen und eine ungewisse Zukunft: das sind beste Voraussetzungen, um das eigene Kapital in Gold zu investieren. Doch welche Strategie die passende ist, ist nicht immer klar. Der folgende Artikel gibt Aufschluss darüber, wie Gold strategisch sinnvoll genutzt wird zur Sicherung des eigenen Kapitals.

Die Nachfrage bestimmt den Preis

Wer genau hinschaut, sieht, dass der Goldpreis alles andere als stabil ist. In den letzten 20 Jahren schwankte der Preis stärker als Aktienkurse. Das liegt insbesondere daran, dass die Nachfrage zu verschiedenen Zeitpunkten mal sehr hoch und mal sehr niedrig war. Vor allem Krisen treiben den Preis oft nach oben. Wann jedoch eine neue Krise ausbricht, ist nicht immer klar. Auch wenn sich die Welt derzeit scheinbar von einer in die nächste Krise katapultiert, heißt das nicht, dass das auch so bleibt. Beruhigen sich die Wellen, sinkt der Goldpreis, weil Anleger nicht mehr so stark nachfragen und sich anderen Anlageoptionen zuwenden. Ein Aspekt ist daher, dass sich die Entwicklung des Goldpreises nicht vorhersehen lässt, weil nicht klar ist, wann eine neue Krise auftritt.

Münzen oder Barren – was ist besser?

Wer Gold kaufen will, hat die Wahl zwischen Münzen und Barren. Die Entscheidung, was besser ist, ist einfach zu treffen. Wer sein Kapital sichern möchte, wenig Aufpreis zahlen will und gute Chancen für einen Wiederverkauf haben will, kauft Barren in kleinen Stückelungen, am besten ab fünf oder zehn Gramm. Wer wenigstens noch ein paar Motive haben will und zusätzlich ein wenig sammeln möchte, kauft Bullionmünzen in kleinen Stückelungen ab 1/10 oder 1/5 Unze. Wer sich rein auf das Sammeln konzentrieren will, kauft Sammlermünzen zu je einer Unze. Natürlich gibt es weitere Faktoren, die die Wahl der richtigen Münzen, Barren- und Münzgrößen bestimmen, doch die grundsätzliche strategische Entscheidung ist mit den genannten Aspekten schon einmal getroffen. Ein Tipp am Rande: Wer mit Gold so vorsorgen will, dass es im Zweifel als Ersatzwährung genutzt werden kann, sollte in kleine Stückelungen investieren, auch wenn das Aufgeld dabei höher ist.

Gold bringt keinen Ertrag

Jedem, der Gold kauft, muss klar sein, dass das Edelmetall keinen laufenden Ertrag erwirtschaftet. Es wird gekauft zum Zeitpunkt A für Preis A und wird verkauft zum Zeitpunkt B für Preis B. Dieser Preis kann höher oder niedriger liegen – allein der Zeitpunkt entscheidet. Zwischendurch gibt es weder Zinsen noch Dividenden. Gold ist daher eine reine Wertaufbewahrung – immer mit der Gefahr, dass dieser Wert auch geringer werden kann. Gleichwohl ist unwahrscheinlich, dass der Wert auf null sinkt, da Gold schon seit tausenden von Jahren immer einen Wert hat und wohl auch weiter haben wird. Es muss daher klar sein, dass Gold ein langfristiges Investment ist, ohne dass zwischendurch Gewinne abfallen.

Gold ist beim Einkauf nicht günstig

Wer Gold kaufen will, muss wissen, dass jeder Händler seine eigene Marge aufschlägt. Der Preis eines Goldbarrens orientiert sich am Marktpreis für das Edelmetall zuzüglich Aufgeld, also einem Aufschlag. Je nach Größe von Barren und Münze sowie je nach Händler fällt dieses Aufgeld mal höher und mal geringer aus. Im Verkauf hingegen fällt dieses Aufgeld weg. Da zahlt der Händler normalerweise nur den reinen Edelmetallpreis. Daher ist der Einkaufs- und Verkaufspreis von Gold anders zu berechnen als bei Aktien beispielsweise. Deren Preise sind Händler-unabhängig. Lediglich die Tradinggebühr fällt an. Das heißt aber auch, dass es strategisch sinnvoll ist, beim günstigsten vertrauenswürdigen Händler jeweils zertifiziertes Gold zu kaufen.