BYC-NewsMainzGefährliche Situation für Tiere im Wildpark Gonsenheim

Gefährliche Situation für Tiere im Wildpark Gonsenheim

Schwere Erkrankungen durch falsch verstandene Tierliebe – Revierleitung mahnt zur Einhaltung der Regeln

Nachrichten Mainz – Der beliebte Wildpark Gonsenheim sieht sich aktuell mit einer gefährlichen Entwicklung konfrontiert. Trotz zahlreicher Hinweisschilder sind mehrere Tiere, darunter Ziegen, Mufflons sowie Rot- und Damwild, schwer erkrankt. Ursache hierfür ist die Fütterung durch Besucher mit ungeeigneten Lebensmitteln. Die Tiere im Park unterliegen strikten, individuell abgestimmten Futterplänen, die auf Alter, Gesundheit und Konstitution basieren. Zusätzliche Gaben von außen bringen dieses empfindliche Gleichgewicht durcheinander und führen im schlimmsten Fall zu fatalen gesundheitlichen Konsequenzen.

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Das Problem mit Karotten und vermeintlich gesundem Gras

Die Revierleitung betont, dass oft die Fehleinschätzung herrscht, „ein paar Karotten“ oder gepflücktes Gras könnten nicht schaden. Doch die Masse macht das Problem: An gut besuchten Wochenenden summieren sich diese vermeintlichen Kleinigkeiten bei hunderten Gästen zu lebensbedrohlichen Mengen. Besonders das Füttern von Gras aus der direkten Umgebung vom Wildpark Gonsenheim ist hochgefährlich. Dieses ist oft durch Hundekot oder Urin mit Parasiten und Bakterien belastet. Zudem wachsen in den Grünflächen rund um das Gehege giftige Pflanzen, die für Laien kaum von harmlosem Futtergras zu unterscheiden sind, für die Wildtiere jedoch hochgiftig sein können.

Fütterungsregeln für ein gesundes Miteinander

Um das Wohl der Tiere langfristig zu sichern, gelten im Wildpark Gonsenheim klare Regeln, die konsequent einzuhalten sind:

  • Ausschließlich Automatenfutter: Nur das Futter aus den bereitgestellten Automaten ist erlaubt. Es ist bedarfsgerecht zusammengestellt.

  • Automaten leer? Stopp!: Wenn die Automaten leer sind, ist die vorgesehene Tagesration für die Tiere bereits erreicht. Ein Nachfüttern mit mitgebrachten Sachen ist streng untersagt.

  • Kein Brot oder Backwaren: Seitdem keine Wildschweine mehr im Park gehalten werden, darf kein Brot mehr verfüttert werden, da es allen anderen Tierarten massiv schadet.

  • Pädagogische Verantwortung: Eltern werden gebeten, ihren Kindern zu vermitteln, dass ein Verzicht auf die Fütterung der einzige Weg ist, die Tiere gesund zu erhalten.

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Unterstützung durch kontrollierte Futterspenden

Wer den Wildpark Gonsenheim unterstützen möchte, kann dies weiterhin tun, jedoch nicht durch direktes Einwerfen in die Gehege. Frisches, einwandfreies Obst und Gemüse kann am Minizoo im dafür vorgesehenen Fach abgegeben werden. Das Team des Wildparks integriert diese Spenden dann kontrolliert in die tägliche Fütterung. Abteilungsleiter Norbert Rudloff unterstreicht, dass das Tierwohl höchste Priorität hat und Fehlverhalten konsequent angesprochen werden muss, damit der Park auch in Zukunft ein Ort der Freude für alle Besucher bleibt. Artikelempfehlung: Müll im Gonsenheimer Wald

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