Die CDU hat sowohl auf Bundesebene als auch im Landkreis Groß-Gerau an Stimmen verloren. Stefan Sauer (CDU), Bundestagsabgeordneter für den Kreis Groß-Gerau wurde nicht erneut gewählt, wie Hochrechnungen bereits am frühen Sonntagabend (26. September 2021) zeigten. Stattdessen hat es die SPD-Kandidatin Melanie Wegling in den Bundestag geschafft. BYC-News sprach am Wahlabend gegen 21:15 Uhr mit Matthias Zimmerer, dem Bürgermeisterkandidaten der CDU Ginsheim-Gustavsburg und mit dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Franz-Josef Eichhorn über die Ergebnisse.


„Ich traue es Frau Melanie Wegling nicht zu“

„Die heutige Wahl ist leider schlechter ausgefallen als ich es mir vorgestellt hatte, zumindest was unseren Direktkandidaten, die Erststimme, angeht. Für mich war es unheimlich wichtig, dass Herr Sauer wieder nach Berlin kommt, denn er hat hier in seiner digitalen Arbeit und allem anderen eine sehr gute Vorarbeit geleistet. Die traue ich Frau Wegling nicht zu, da ihr einfach jegliche Erfahrung fehlt und weil sie eigentlich von null in eine solche Position rein kommt. Ich habe große Angst davor, dass sie unseren Kreis vertreten soll.“ sagt Eichhorn gegenüber BYC-News.

Optimistischer sieht er das Ergebnis der CDU auf Bundesebene: „Von dem gesamten Bundesergebnis bin ich positiv überrascht, ich hatte Schlimmeres befürchtet aufgrund der Prognose und der Arbeiten der Presse, die meist nicht CDU-freundlich war.“ Eichhorn sei erleichtert, dass keine rot-rot-grüne Regierung möglich sei, da er dies am meisten befürchtet habe. Eine Koalition unter Herr Laschet gemeinsam mit den Grünen und der FDP sehe er als sehr gute Möglichkeit. Das könne eine „fantastische Regierung“ in allen wichtigen Themen sein.

„Laschet ist ein guter Mann, aber nicht mein Favorit“

Franz-Josef Eichhorn ist es wichtig zu betonen, dass es seiner Ansicht nach nicht an Armin Laschet lag, dass die CDU so viele Stimmen verloren hat. „Herr Laschet ist ein guter Mann, auch wenn es nicht mein Favorit ist. Aber er könnte das und hat das in Nordrhein-Westfalen fantastisch gemacht. Aber Tatsache ist, dass wir als CDU es nicht geschafft haben, uns einheitlich hinter einen Mann zu stellen. Bei den drei großen Kräften die wir haben, haben wir einen internen Wahlkampf geführt, der sich auch nach außen negativ ausgewirkt hat. Das hat also nichts mit Laschet, Söder oder Mertz zu tun. Wir haben es geschafft die SPD zu imitieren. Aber anstatt was gescheites zu lernen haben wir es gelernt, wie man sich selbst zerfleischt. Aber das werden wir wieder ändern.“, so Eichhorn. „Abschließend fasst er zusammen: „Hätten wir zusammen gehalten und hätten wir vielleicht nicht so viele gute Kräfte gehabt sondern nur einen, dann hätten das Problem nicht gehabt.“

Matthias Zimmerer: „Wir hätten nicht besser machen können“

„Mir fällt nichts ein, was wir hier im Kreis hätten besser machen können. Wir haben aus meiner Sicht einen wirklich sehr guten Wahlkampf gemacht. Stefan Sauer war sehr engagiert an allen Fronten und hat mit seinem eigenen Wahlprogramm ein Zeichen gesetzt“, sagt Matthias Zimmerer. Er habe von der Bevölkerung im Rahmen der vielen Haustür-Besuche sehr viel positive Rückmeldung zu Stefan Sauer erhalten und sei daher guter Dinge gewesen, dass sie Wahl positiv für den CDU-Bundestagskandidaten ausgehe. „Umso trauriger ist es jetzt, dass es so gekommen ist. Hintergrund ist aber nicht der Wahlkampf der hier geführt wurde, sondern das Hin und Her, dass es auf Bundesebene bei der CDU gab“, sagt Matthias Zimmerer.

Zimmerer selbst kandidiert bei der Wahl am 5. Dezember in Ginsheim-Gustavsburg als Bürgermeister. Der bisherige Bürgermeister, Thies Puttnins-von Trotha, tritt dann für das Amt als Landrat an. „Bislang habe ich den Fokus darauf gesetzt, Stefan Sauer zu unterstützen. Ab morgen geht es jetzt weiter für den Dezember“, erklärt er. „Wir hoffen einfach, dass die Leute jetzt einfach sagen ok, jetzt kommt es wieder auf die Person an und nicht in erster Linie auf die Partei. Jetzt haben wir mit Thies Puttnins-von Trotha für den Kreis einen anderen, jungen, dynamischen und erfolgreichen Landrats-Kandidaten. Den werden wir unterstützen, andersrum werde ich bei meiner Kandidatur sicherlich auch von ihm unterstützt. Da bin ich optimistisch und bin guter Dinge.“