BYC-NewsÜberregionalFrank-Walter Steinmeier und Sarah Connor äußern sich zu Wal Timmy

Frank-Walter Steinmeier und Sarah Connor äußern sich zu Wal Timmy

Während Sarah Connor Kritik äußert, plant Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen Besuch in Stralsund.

Das Schicksal des in der Wismarbucht vor Poel gestrandeten Wal Timmy ist längst zu einer Angelegenheit von nationaler Tragweite geworden. Während Experten das nahende Ende des Meeresriesen begleiten, schaltet sich nun auch das deutsche Staatsoberhaupt ein – und Sarah Connor, die als Tierschützerin aktiv ist, meldet sich mit einer Botschaft zu Wort.

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Bundespräsident Steinmeier informiert sich vor Ort über Wal Timmy

Im Rahmen seiner „Ortszeit“-Reise verlegt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seinen Amtssitz für drei Tage nach Stralsund. Ein zentraler Punkt auf seiner Agenda: Ein Besuch im Ozeaneum am Donnerstag. Steinmeier will sich dort persönlich mit den Fachleuten der Stiftung Deutsches Meeresmuseum austauschen, die das Gutachten zu dem  Zustand von Wal Timmy erstellt haben.

Das Staatsoberhaupt sucht das Gespräch mit jenen Experten, die die schwierige Entscheidung mitgetragen haben, von einer Lebendbergung abzusehen.

Sarah Connor: „Ich kann ihm nicht helfen“

Die Sängerin Sarah Connor, die seit Jahren als Aktivistin für den Schutz von Meeressäugern bekannt ist, veröffentlichte ein ausführliches Statement. Wer eine heldenhafte Rettungsaktion erwartet hatte, wurde jedoch enttäuscht. „Ich weiß, ihr wollt am liebsten, dass ich mir als Hobby-Meeresbiologin ein Super-Woman-Cape umwerfe und den Wal rette“, schreibt Connor. Doch die Realität sei ernüchternd: „So gerne ich in meinen Wetsuit springen und den Wal befreien würde: Ich kann ihm nicht helfen. Und wohl auch niemand anders mehr.“

Connor, die bereits Expeditionen zu Orcas begleitet hat, verweist auf die Komplexität der Lage. Besonders das Netz in Timmys Maul sieht sie als kritisches Hindernis. Es sei unklar, ob bereits Teile verschluckt wurden oder innere Organe geschädigt sind. Zudem verhindere das flache Wasser eine gründliche Untersuchung. Für sie ist der Wal Timmy ein trauriges Beispiel für ein menschengemachtes Problem: Geisternetze und Lärmbelastung durch die Schifffahrt machen die Meere für Wale unbewohnbar.

Ein Appell für die Zukunft

Anstatt auf aussichtslose Rettungsversuche zu drängen, nutzt Sarah Connor die Aufmerksamkeit für einen drastischen Appell an die Öffentlichkeit. Timmy dürfe nicht umsonst sterben – er müsse ein Weckruf sein: „Esst weniger oder am besten gar keinen Fisch.“ Statt Symptome zu behandeln, müsse die Verschmutzung der Ozeane gestoppt werden.

Abschied in Würde

Sowohl die Politik als auch prominente Aktivisten kommen zum selben Schluss: Wal Timmy wird die Bucht vor Poel nicht lebend verlassen. Während Umweltminister Till Backhaus von einer „palliativen Begleitung“ spricht, sieht Connor in dem Wal ein Symbol für die Belastung der Ozeane durch den Menschen.

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