Einen Bescheid in Höhe von 100.000 Euro zur Förderung der Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) im Bereich Landschaftspflege hat Staatssekretär Stefan Sauer in Trebur dem Vorstandsvorsitzenden des Landschaftspflegeverband Kreis Groß-Gerau (LPV), Riedstadts Bürgermeister Marcus Kretschmann überreicht. Anwesend waren weitere Mitglieder des LPV wie der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer, Stockstadts Bürgermeister Thomas Raschel und der Bürgermeister von Mörfelden-Walldorf Thomas Winkler, außerdem die Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Ines Claus und der Geschäftsführer des LPV Martin Kreuels sowie Mitglieder der IKZ-Arbeitsgruppe, die die Vereinsgründung vorbereitet hatten.


Jochen Engel dazu

Einen großen Dank sprach Bürgermeister Jochen Engel den „Damen und Herren der Arbeitsgruppe“ aus: „Sie sind das Herzstück, durch Ihre gute Vorbereitung gelang die Vereinsgründung.“ Dem schloss sich Vorstandsvorsitzender Kretschmann an, dankte für die gute Startarbeit und freute sich, dass die Projektgruppe auch nach der offiziellen Auflösung im Hintergrund weiter vernetzt bleibt.

Die interkommunale Arbeitsgruppe traf sich regelmäßig über etwa zwei Jahre unter der Projektleitung von Anne Koszszela von der Gemeinde Trebur  und bereitete akribisch die komplexe Vereinsgründung vor. Sie leistete dabei Pionierarbeit, wie Sauer betonte. Schließlich ist der LPV Kreis Groß-Gerau nach der Landschaftspflegevereinigung Lahn-Dill-Kreis erst der zweite im Land, der im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit gebildet wurde.

Im November 2020 fand dann die Gründungsveranstaltung des LPV in Riedstadt statt. Dem traten zunächst sieben Kommunen (Biebesheim, Büttelborn, Kelsterbach, Mörfelden-Walldorf, Riedstadt, Stockstadt, Trebur) und der Kreis sowie zahlreiche Naturschutzvereinigungen, Landwirte und Jäger bei. Mittlerweile gehören ihm weitere Mitglieder an.

Förderung der biologischen Vielfalt

Erklärtes Ziel des LPV ist die Verbesserung der Pflege wertvoller Flächen im Kreisgebiet und die Förderung der biologischen Vielfalt durch eine gleichberechtigte Zusammenarbeit von Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutz sowie die Wissensvermittlung.

„Das ist gut investiertes Geld. Denn es ist gut und schön, dass wir Artenvielfalt haben. Aber wenn wir nichts dafür tun, wird es nicht dabei bleiben“, befand Sauer zu dem Förderbescheid. „“Herausforderungen nicht alleine angehen zu müssen, sondern sich gemeinsam für die Region oder den Landkreis stark zu machen, dafür steht die Interkommunale Zusammenarbeit. Eine wichtige Herausforderung ist der Naturschutz, der bereits auf kommunaler Ebene beginnt. Durch den neu gegründeten Landschaftspflegeverband werden hohe fachliche Qualitätsstandards in der Landschaftspflege etabliert, während einzelne Kommunen von diesen Arbeiten entlastet werden“, sagte der Staatssekretär. „Es ist ein gutes Signal, dass auch die Landwirtschaft vertreten ist“, betonte er. Denn nur im Miteinander der verschiedenen Akteure könne Landschaftspflege gelingen.

Auf die vielen Vorteile des Landschaftspflegeverbands verwies auch Barbara Stowasser, Leiterin der Fachgruppe Umwelt in Riedstadt und Mitglied der Projektgruppe: Die Akteure aus den verschiedenen Bereichen vernetzen sich enger, der Qualitätsstandard verbessert sich und Projekte können nun besser über Gemarkungsgrenzen hinweg angegangen werden.