Großer Erfolg für die Uniklinik Mainz: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat gleich drei hochkarätige Sonderforschungsbereiche (SFB) bewilligt oder verlängert. Mit einem Fördervolumen von insgesamt über 40 Millionen Euro für die beteiligten Verbünde rückt Mainz weiter ins Zentrum der internationalen Spitzenforschung in den Bereichen Neurologie, Herz-Kreislauf und Immunologie.
Durchbruch der Uniklinik Mainz in der Gehirnforschung: Der neue SFB/TRR 460
Ein besonderer Meilenstein ist die Bewilligung des neuen Sonderforschungsbereichs/Transregio (SFB/TRR) 460 unter der Federführung der Uniklinik Mainz. Hier dreht sich alles um das komplexe Zusammenspiel im Gehirn. Lange Zeit glaubte man, die Blut-Hirn-Schranke würde das Nervensystem isoliert vom Immunsystem schützen. Doch die Mainzer Forschenden konnten zeigen, dass Immun-, Glia- und Nervenzellen eng miteinander kommunizieren.
Ziel des Projekts ist es, diese Netzwerke besser zu verstehen, um Krankheiten wie Multiple Sklerose, Depressionen oder Demenz effektiver zu behandeln. „Die Bewilligung und Verlängerung dieser SFB/TRR sind bedeutende Erfolge für die Uniklinik Mainz und ein starkes Signal für die internationale Sichtbarkeit unseres Forschungsstandorts“, freut sich Univ.-Prof. Dr. Philipp Drees, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Uniklinik Mainz. Er betont weiter: „Der SFB/TR 460 mit einer Sprecherschaft der Universitätsmedizin Mainz ist ein Paradebeispiel für translationale Forschung, die die zentrale Rolle in unserer Forschungsstrategie spielt. Die geförderten Projekte verbinden exzellente Grundlagenforschung mit klaren Perspektiven für die klinische Anwendung und zeigen eindrucksvoll, wie interdisziplinäre und translationale Forschung neue Wege für die Medizin der Zukunft eröffnen kann.“
Thrombose und Entzündung: Neue Wege im SFB 1784
Auch im Bereich der Herz-Kreislauf-Forschung gibt es Zuwachs. Der neue SFB 1784 „InTraC“ untersucht das gefährliche Wechselspiel zwischen Blutgerinnung (Thrombose) und Entzündungsreaktionen (Inflammation). Die Mainzer Wissenschaftler bringen hier ihre Expertise mit vier Teilprojekten ein, die unter anderem untersuchen, wie Darmbakterien Schlaganfälle beeinflussen oder wie neuartige RNA-basierte Therapien Autoimmunerkrankungen stoppen können. Unter der Leitung des LMU Klinikums München wird dieser Verbund mit rund 12,8 Millionen Euro gefördert.
Verlängerung für die Gefäßforschung: SFB 1531 geht weiter
Ein bewährtes Projekt geht in die nächste Runde: Der SFB 1531, der sich mit der Schadenskontrolle in Blutgefäßen, Herz und Gehirn befasst, wurde erstmals verlängert. Hier erforschen Mainzer Teams unter der Leitung von Prof. Dr. Katrin Schäfer, wie Enzyme (Phosphatasen) die Heilung und Vernarbung von Gewebe nach Verletzungen steuern. Dieser Forschungsverbund, an dem auch die Goethe-Universität Frankfurt beteiligt ist, erhält für die kommenden vier Jahre rund 14,5 Millionen Euro.
Hintergrund: Exzellenz durch Kooperation
Sonderforschungsbereiche sind das „Champions-League“-Format der deutschen Forschungsförderung. Sie ermöglichen es Wissenschaftlern über Jahre hinweg, komplexe Themen fachübergreifend zu bearbeiten. Dass Mainz nun in drei dieser prestigeträchtigen Verbünde eine zentrale Rolle spielt, unterstreicht die Strategie, wissenschaftliche Erkenntnisse so schnell wie möglich vom Labor ans Patientenbett zu bringen.








