Die dritte Verhandlungsrunde steht an und könnte für die Deutsche Bahn entscheidend sein. Denn einigen sich die Lokführergewerkschaft GDL und das Management des Milliardenkonzerns nicht, dürfte die GDL auf Konfrontationskurs gehen.

Streik noch vor Pfingsten möglich

Der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky hat sich bisher zwar nicht zu konkreten Plänen geäußert aber er hatte erklärt: Am 17. Mai werde sich entscheiden, ob es um Lösungsansätze oder die Konfrontation gehe. Es droht also ein Streik rechtzeitig vor Pfingsten, der die durch die Coronapandemie sowieso schon gebeutelte Deutsche Bahn empfindlich treffen dürfte. Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 5,7 Milliarden Euro erlitten. Die Verschuldung im Allgemeinen wuchs auf über 30 Milliarden Euro an, bei gleichzeitig großem Investitionsdruck durch den Bund.

Die Deutsche Bahn bietet eine Lohnerhöhung von 1,5 Prozent. Die GDL verlangt stattdessen 4,8 Prozent mehr Lohn. Dies würde bedeuten, dass die Kosten um 60 Prozent bei der Deutschen Bahn steigen würden. In Zeiten der Pandemie und Milliardenverlusten kaum denkbar.

Die GDL möchte ihren Einfluss auf allen Ebenen erweitern

Doch der Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der GDL wird längst von einem ganz anderen und viel schwerwiegenderen Thema überlagert. Der Einfluss der GDL soll auf die ganze Bahn ausgedehnt werden. Hierbei jedoch steht die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) im Weg. Denn das Tarifeinheitsgesetz (TEG) schreibt vor, dass in den Fällen, in denen zwei konkurrierende Gewerkschaften die Mitarbeiter vertreten, die größere die Tarifverhandlungen führen darf.

Nach Angaben der Deutschen Bahn wurde dieser Konflikt bisher durch ein Abkommen zwischen den Parteien GDL, EVG und dem Konzern gelöst, das TEG musste bisher nicht angewendet werden.

Doch nun lief gerade dieser Vertrag lief vor Monaten aus. Sowohl EVG als auch GDL weigern sich, diesen zu verlängern. Es bleibt abzuwarten, was bei den Gesprächen am morgigen Montag rauskommt.