Teil 6 der Interview-Reihe mit der Freiwilligen Feuerwehr Biebesheim | Immer wieder wird vor den Gefahren gewarnt, die das Schwimmen im Rhein birgt. Doch diese Warnungen werden regelmäßig von einigen ignoriert, was auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Biebesheim immer wieder für Einsätze sorgt. BYC-News sprach mit Gunther Wienold, dem Gemeindebrandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr Biebesheim, und mit Andreas Wondra, Gruppenführer und Medienbeauftragter der Freiwilligen Feuerwehr Biebesheim.


Oft sind es Menschen, die nicht am Rhein wohnen

Einsätze auf dem Rhein wegen Personen im Wasser haben deutlich zugenommen, berichten die Feuerwehrleute im Interview. „Wir hatten beispielsweise im vergangenen Jahr zahlreiche Einsätze wegen einem älteren Schwimmer aus Gernsheim, der einfach ein mal in der Woche über den Rhein schwimmt und mit der Fähre zurück fährt. Das ist ja grundsätzlich nicht verboten. Ich finde es nur schlimm, wenn man dann die Kinder an den Rhein mitnimmt, bei der massiven Strömung und den Strudeln. Das sind aber auch oft Menschen, die selbst nicht am Rhein wohnen. Die meisten unterschätzen das. Wir, die hier am Rhein wohnen kennen die Gefahren und bringen unseren Kindern meist von klein auf bei, dass sie vom Wasser wegbleiben sollen.“, so Gunther Wienold.

„Wenn wirklich jemand von der Strömung mitgerissen wird, dann habe ich persönlich es in den letzten 20 Jahren noch nicht erlebt, dass wir da jemanden retten konnten. Ich finde es absolut unverantwortlich, wenn man ohne darüber nachzudenken im Rhein schwimmen oder baden geht. Man muss einfach ganz klar sagen: Das Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlich. Ich lasse meine Kinder auch nicht auf der Autobahn oder an einer Zugstrecke spielen und damit ist es absolut vergleichbar“, betont Wienold.

Gaffer werden immer dreister

„Was auch immer mehr auffällt, ist das respektlose Verhalten einiger Bürger. Wir hatten schon den Fall, dass wir einen Toten aus dem Wasser holen wollten und zehn Meter weiter bauen Menschen ihren Grill auf. Ich bin dann hingegangen und habe die Personen informiert, dass wir gleich eine Leiche aus dem Wasser holen werden. Als Antwort bekam ich nur, dass das Grillen geplant sei und sie sich nicht stören lassen“, berichtet Wienold.

Doch damit sei das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht gewesen: „Nur einen Tag später hatten wir ein ertrunkenes Kind aus dem Rhein geholt. Da kam ein Vater, der seine beiden Kinder an der Hand hatte auf uns zu. Ich habe ihn dann gebeten mit ihnen wegzugehen, weil wir ein totes Kind aus dem Rhein holen. Der Vater antwortete mir, dass sie das wüssten und genau deshalb da seien, weil sie mal schauen wollten. Solche Vorfälle haben in der letzten Zeit zugenommen“, ergänzt Wondra.

Weitere Teile der BYC-News Serie

BYC-News hat in dem Interview mit der Freiwilligen Feuerwehr Biebesheim noch über weitere Themen gesprochen, welche die Arbeit der Einsatzkräfte betreffen. Die Berichte werden in den kommenden Tagen veröffentlicht.

Teil 1: Die Freiwillige Feuerwehr Biebesheim am Rhein besteht seit 1936

Teil 2: Freiwillige Feuerwehr Biebesheim – Es werden immer weniger Aktive

Teil 3: Sich engagieren und Großartiges erleben bei der Jugendfeuerwehr Biebesheim

Teil 4: Die Freiwillige-Feuerwehr Biebesheim als passives Mitglied unterstützen

Teil 5: Freiwillige Feuerwehr Biebesheim: Einsätze die im Gedächtnis bleiben